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ZSKA Moskau

Nicht bei ZSKA Moskau!

Von wize.life-Nutzer - Mittwoch, 03.09.2014 - 10:33 Uhr

Am 30. September 2015 soll nach dem Willen der UEFA der FC Bayern München in der russischen Hauptstadt bei dem ZSKA Moskau in der Gruppenphase der Champions League antreten. Das geht gar nicht. Moskau ist die Hauptstadt eines derzeit als Aggressor kriegsführenden Staates. Reguläre und irreguläre russische Truppen morden und brennen in der östliche Ukraine.

ZSKA Moskau ist der Zentrale Sportklub der Armee

Im Spalier stehend sich die russische Nationalhymne anzuhören muss für alle, vor allem aber für Arjen Robben den holländischen Spieler des FC Bayern, eine nicht hinnehmbare Schmach sein. Denn unvergessen sind die Bilder der niederländischen Toten der MH 17 und ihrer Mörder, die sich mit den Teddys der toten Kinder filmen ließen. Der ZSKA Moskau ist der Zentrale Sportklub der Armee, und es ist diese Armee, die in Putins Auftrag und Namen, in "ihrer Freizeit", so sagt er, gegen das Nachbarland Krieg führt. Die Vorstellung, dass diese Mörder als andere Gestaltung ihrer Freizeit am 30. September gegen einen deutschen Club, den Vorzeigeclub Bayern München, Fußball spielen, lässt schaudern.

Moskau ist Krisengebiet

Generell darf nach UEFA-Statuten in Krisengebieten nicht Fußball gespielt werden, und Krisengebiete sind nicht nur die Länder, in den gestorben wird, sondern auch und noch viel mehr die Gebiete, aus denen die Mörder kommen. Der Vorstand des FC Bayern hat also jeden Grund zu sagen, dass man beim ZSKA Moskau nicht spielen könne. Und die Bundesrepublik hat jedes Recht, den Spielern und Funktionären für das Rückspiel die Visa zu verweigern, solange Russland nicht die Gewähr dafür bietet, dass die Männer in ihren schwarzen Masken, die Flugzeuge abschießen und den Osten der Ukraine terrorisieren, nicht mit denen identisch sind, die sich in München einen schönen Abend machen wollen. Keiner, der für sich in Anspruch nimmt, dass er moralischen und ethischen Prinzipien folgt, wird im Fernsehen die Mörder der 80 holländischen Kinder oder auch nur ihre Unterstützer sehen wollen.

Die UEFA und ebenso die Fifa folgen ihren eigenen Gesetzen. Dass Fifa-Präsident Joseph Blatter soeben Russland "das volle Vertrauen für die Austragung der Fußball-Weltmeisterschaft 2018 ausgesprochen" hat, ist übel genug. Aber die engen wirtschaftlichen Kontakte sind bekannt, und dass Männer mit viriler Ausstrahlung auf weichliche Typen faszinierend wirken, ist ebenso bekannt.
Aber das soll den FC Bayern nicht anfechten, seine Entscheidungen autonom zu treffen.
Blatter meint, ein Boykott sei keine Lösung. Auch DFB-Präsident Wolfgang Niersbach meint, der Versuch, über den Sport auf politische Dinge Einfluss zu nehmen, sei gescheitert. "Niemand von uns nimmt das Wort Boykott in den Mund, und das wird auch nicht von der Politik erwartet."

Niersbach , UEFA und Fifa haben von der Politik überhaupt nichts zu erwarten. Die Politik tanzt in diesem Land bitte nicht nach der Pfeife der Sportverbände. Und wieso soll ein Boykott zum Scheitern verurteilt sein? Wenn man die militärische Auseinandersetzung aus guten Gründen meidet, müssen alle anderen Möglichkeiten der Auseinandersetzung angewandt werden, wirtschaftliche und natürlich auch sportliche. Gerade bei einem Typen wie Putin, der auf männliche Attribute setzt, dürfte ein Sport-Boykott wirken. Jedenfalls mehr als wirtschaftliche Sanktionen, die vor allem das Volk treffen und nicht die Politik- und Oligarchenkaste.
Auch der IOC-Präsident Thomas Bach barmte, dass sich der Sport nicht verleiten lassen dürfe, den Boden der politischen Neutralität zu verlassen. Von welcher Neutralität redet er? Da marschieren Freizeit-ZSKA-Krieger in einem autonomen Nachbarland ein, da werden 80 Kinder ermordet, die in den Urlaub fliegen wollten, und da zieht er sich auf die Position einer "politischen Neutralität" zurück?

Wir sind nicht neutral

Wir sind nicht neutral, wir sind Partei, Partei der Holländer und der Ukrainer, und mit der Parteinahme der Putinisten in diesem Land kann ich jedenfalls leben.
Am 8. September nun soll es "zu einer großen Sitzung mit Vertretern der Spielergewerkschaft FIFPro, der europäischen Klub-Vereinigung, der Kontinentalverbände und der Ligen kommen." Da geht es natürlich nicht um das Spiel des FC Bayern, da geht es um die Weltmeisterschaften 2018 in Russland und 2022 in Katar. Und um so viel Geld, dass man davon ausgehen kann, dass die Spiele nicht neu vergeben werden. Denn dann müssten einige einiges zurückzahlen.
Aber weder Putin noch Blatter sind übermächtig. Sie haben nur so viel Macht, wie man ihnen überlässt. Wenn der FC Bayern sagt, wir spielen nicht in einem kriegsführenden Land, oder nur dann, wenn uns ZSKA Moskau die Gewähr bietet, dass er keine Freizeitkiller in seinen Reihen hat, dann treten wir an. Es ist zu befürchten, dass selbst dies zu viel verlangt ist, weil man von der UEFA ja vermutlich mit Punktabzug bestraft würde.

Wenigstens Arjen Robben?

Und wenn wenigstens Arjen Robben sagt, bei einem Mörderverein spiele ich nicht? Vielleicht tut er es ja und nimmt die Konsequenzen in Kauf. Ich wäre auf Lebzeiten sein Fan. Aber vermutlich wird die einzige Reaktion sein, dass ich mich am 30. September dem Anhören der russischen Nationalhymne und dem Betrachten der ZSKA-Männer durch Nichtanschalten des Fernsehers entziehe.

27 Kommentare

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Bard, Schirmer, Vollmann; oder wie Sie alle heißen. Wollen Sie denn nichts aus der Geschichte lernen? Haben Sie eine solche Sehnsucht nach dem starken Mann, der allen zeigt, wo´s lang geht? Ich weiß, Rechtsstaat ist langweilig und mühsam. Verträge und Grenzen zu respektieren, das ist für Schwächlinge und Feiglinge. Aber es fließt eindeutig weniger Blut, und es wird auch nicht so viel kaputt gemacht
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Die ukrainische Regierung plant den Bau einer Mauer entlang der rund 2000 Kilometer langen Staatsgrenze zu Russland. „Wir wollen einen echten Schutz“, sagte Ministerpräsident Arseni Jazenjuk am Mittwoch in Kiew. Denkbar sei auch ein Elektrozaun mit Minen und Stacheldraht. Das Projekt soll etwa 100 Millionen Euro kosten. In ihrem Kampf gegen prorussische Separatisten hat die Regierung in Kiew derzeit die Kontrolle über einen Teil der Grenze in der Ostukraine verloren. Die prowestliche Führung wirft Moskau vor, hier Nachschub für die Aufständischen einzuschleusen.

Aber dort können wir spielen?Ich glaube da hat irgend ein Idiot von der DDR und Ulbricht lernen wollen.Das ist nicht von gestern nicht von vorgestern das ist das Hinterletze
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Putin reagiert...
ein lesenswerter Artikel von John J. Mearsheimer, der Mann ist sicherlich alles andere als ein Kremltroll.

http://www.ipg-journal.de/kommentar/...agiert-560/
Gern geschehen....

Warum man sowas nicht bei uns liest...angesichts der aktuellen Berichterstattung der letzten Monate, könnte man gut zu dem Schluss gelangen, weil es kontraproduktiv wäre.

Es ist ziemlich traurig, was ehemalige Leitmedien im letzten halben Jahr für eine Entwicklung genommen haben.
Angefangen von klemmenden Toilettentüren in Sochi bis zum neulich von Spon geschilderten "Neozaren" der gern lange schläft und dann Wachteleier frühstückt...zum fremdschämen.
Danke für den Hinweis auf den Mearsheimer Text. Sehr interessant. Nur ist die Prämisse falsch, bzw. veraltet. Kein Staat hat heute mehr das Recht, irgendeinen anderen als seinen Einflussbereich, als seinen Hinterhof zu bezeichnen nicht. Die USA nicht, siehe Grenada, Kuba oder Mexiko, und Russland auch nicht. Wenn wir uns darauf einigen könnten, würde ich gerne mit Ihnen weiter diskutieren. Oder erlauben Sie eine Frage: Wann ist in Ihren Augen ein Staat souverän?
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Übrigens dürfte man dann in Amerika überhaupt nicht mehr antreten.Aggressor ist ja Amerika allemal.Und Menschenrechte achten die nun wahrlich nicht
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Ach so Hans Hermann Holzhammer was machen wir da mit Kathar????????
Kathar ist ja was gaaaaaaaanz Anderes würde der *Spezialist* sagen.
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Der Autor dieses Berichtes verkörpert die typische SYSTEMZÜCHTUNG unserer Besatzer und Kolonialherren USrael.
Obwohl in Nato-Medien nicht mehr veröffentlichtes Bildmaterial eindeutig beweist, dass der Abschuss von MH 17 durch Bordkanonen von gleichenorts befindlichen Kampf-Jets erfolgte, lenkt dieser Schmierfink immer noch den Verdacht in Richtung Russland. Auch hier wird wiederum ein Beweis für die verlogene aber durchsichtige Propaganda der Kriegstreiber und Kriegsverbrecher erbracht.
Horst G warum wanderst du nicht aus nach Russland,wenn
dir das Land so gut gefällt.
Deine dumme billige Polemik zeigt, dass Du am Keramiksyndrom leidest = nicht alle Tassen im Schrank.
Ein echter Klassiker..

." Geht doch nach drüben, wenn es euch hier nicht gefällt"

Aus Erzählungen weiß ich, dass diese Art der Argumentation in den späten 60ern gerne von NSDAP Anhängern bemüht wurde...ohne jetzt S R R etwas unterstellen zu wollen.
S.R.R. ist bekannt - er bringt nur Müll
Immer wenn man anderer Meinung ist als Horst G,so ist das
Müll.Ist das kein Armenzeugnis?
S.R.R. - Du hast doch gar kein Meinung - ausser dummen Sprüchen kommt nichts !!! Tschüss
Herr Schumann, nur zur Klarstellung: Sie haben Herrn Holzamer einen Schmierfinken genannt. Ist das das, was Sie als Diskussionsbeitrag bezeichnen? Für mich ist das eine Beleidigung.
In der Sache, als DDR-Bewohner kenne ich Ihre Art zu reden nur zu gut.
Herr Cornelius der Herr Schumann hat mich auch schon Beleidigt,ich nehme an der hat Minderwertigkeitsprobleme
und kann sich nur mit Beleidigungen helfen..
Herr Cornelius - wer Tatsachen verdreht und absichtlich nicht Zutreffendes, aus Gründen der Propaganda und Hetze gegen andere, verbreitet ist in meinen Augen ein Schmierfink. Aber ich nehme den Schmierfink, zu ihrer Zufriedenheit, gerne zurück und bezeichne die Art der Berichterstattung als allgemeinen Schweinerei und Volksverhetzung.
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Das ist ja schon Volksverhetzung!
Schade, dass man hier keine Vergleiche mit der NS-Propaganda ziehen darf.
Ich habe das mal gedreieckt, was ich sonst nie mache.
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Ein Artikel in bester Springer / Welt / Bild Tradition...wenn wundert es, wenn man sich mit dem Werdegang des Autors etwas näher befasst.

http://kress.de/kresskoepfe/kopf/pro...lzamer.html

Von einem Absolventen des ersten und zweiten juristischten Staatsexamen, würde ich eigentlich Kenntnisse in grundlegenden Dingen wie z.B. Beweisführung erwarten...
Das scheint aber in Sachen MH 17 Abschuss in diesen Tagen nicht vonnöten zu sein, da kann man dann auch immer wieder den aus dem Zusammenhang gerissenen "Teddybären" bemühen.

Gibt es eigentlich noch Leute, abgesehen von ewiggestrigen Revanchisten, die dieser Polemik auf den Leim gehen?
Oh ja Harry.So mancher Kommentar lässt mich bittere Tränen vergiessen
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Mein Gott,haste es nicht ne Nummer kleiner oder hat dir dein Parteioberer das eingeblasen
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Hetz, Hetz, Hetz... Nochmal nachdenken? könnte besser sein.
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