Brauchen wir ein soziales Pflichtjahr?
Brauchen wir ein soziales Pflichtjahr?

Brauchen wir ein soziales Pflichtjahr?

News Team
Beitrag von News Team

Seit 2012 gibt es in Deutschland keinen Zivildienst mehr. 90 Prozent der befragten ehemaligen Zivildienstleistenden gaben in Umfragen des Deutschen Jugendinstituts an, dass sie seit dieser Zeit teamfähiger seien, andere Menschen besser verstünden und ihnen vertrauten.

Es ist wichtig, dass junge Menschen Verantwortung übernehmen und lernen, Teil dieser Gesellschaft zu sein. Und das können sie zum Beispiel tun, indem sie sich um alte Menschen und Kranke kümmern. Denn unangenehme Dinge wie Tod und Siechtum sind aus dem normalen Leben ausgelagert. Darum kümmern sich professionelle Helfer, schlechtbezahlt, aber das ist wieder ein anderes Kapitel.

Eine Studie der Universität Michigan beschreibt, wie die Fähigkeit der Empathie bei Studenten stark sinkt, umgekehrt proportional zu ihrem Narzissmus. Und nach Meinung des Zeit-Autoren Rudi Novotny sind wir derzeit dabei, zu einer Gesellschaft sozialer Autisten zu werden.

Die Einführung eines sozialen Pflichtjahres wäre dringend nötig, um jungen Menschen zu zeigen, dass sie Teil einer Gemeinschaft sind. Denn "wer in einem Altenheim Windeln im Akkord gewechselt hat, blockiert keine Pflegereform. Und wer erlebt hat, wie sich Alte und Kranke über neue Zivis freuen, begreift, dass deren Perspektive nie in den Erklärungen irgendwelcher Verbände auftaucht."
Letztlich ist dieses Verständnis für andere gesellschaftliche Gruppen eine Voraussetzung für unsere Demokratie.

Was meint Ihr? Brauchen wir ein soziales Pflichtjahr?

Quelle: Die Zeit Nr. 37 Seite 65