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Brauchen wir ein soziales Pflichtjahr?
Brauchen wir ein soziales Pflichtjahr?

Brauchen wir ein soziales Pflichtjahr?

Von News Team - Samstag, 13.09.2014 - 09:16 Uhr

Seit 2012 gibt es in Deutschland keinen Zivildienst mehr. 90 Prozent der befragten ehemaligen Zivildienstleistenden gaben in Umfragen des Deutschen Jugendinstituts an, dass sie seit dieser Zeit teamfähiger seien, andere Menschen besser verstünden und ihnen vertrauten.

Es ist wichtig, dass junge Menschen Verantwortung übernehmen und lernen, Teil dieser Gesellschaft zu sein. Und das können sie zum Beispiel tun, indem sie sich um alte Menschen und Kranke kümmern. Denn unangenehme Dinge wie Tod und Siechtum sind aus dem normalen Leben ausgelagert. Darum kümmern sich professionelle Helfer, schlechtbezahlt, aber das ist wieder ein anderes Kapitel.

Eine Studie der Universität Michigan beschreibt, wie die Fähigkeit der Empathie bei Studenten stark sinkt, umgekehrt proportional zu ihrem Narzissmus. Und nach Meinung des Zeit-Autoren Rudi Novotny sind wir derzeit dabei, zu einer Gesellschaft sozialer Autisten zu werden.

Die Einführung eines sozialen Pflichtjahres wäre dringend nötig, um jungen Menschen zu zeigen, dass sie Teil einer Gemeinschaft sind. Denn "wer in einem Altenheim Windeln im Akkord gewechselt hat, blockiert keine Pflegereform. Und wer erlebt hat, wie sich Alte und Kranke über neue Zivis freuen, begreift, dass deren Perspektive nie in den Erklärungen irgendwelcher Verbände auftaucht."
Letztlich ist dieses Verständnis für andere gesellschaftliche Gruppen eine Voraussetzung für unsere Demokratie.

Was meint Ihr? Brauchen wir ein soziales Pflichtjahr?

Quelle: Die Zeit Nr. 37 Seite 65

199 Kommentare

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Da bin ich nur dafür, für Mädchen wie Jungs. Sie bekommen da noch ein bisschen Schliff und lernen dabei Verantwortung zuübernehmen. Die Welt besteht nicht nur aus Party und Piste.
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Ich finde ein soziales Jahr für alle sehr sinnvoll. In dieser Zeit kann jeder etwas für einen anderen tun, gleichzeitig lernt man auch, daß es ein Geben und Nehmen ist.
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Ja, halte ich für sehr sinnvoll.
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Ja, es fehlt vielen jungen Menschen an sozialer Kompetenz!
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Ja auf jeden fall!!!
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Ich denke, dass ein sog. soziales Jahr sinnvoll ist, sowohl für den, der es ausübt als auch für denjenigen, der den Nutzen davon hat. Meistens sind es Pflegefälle.

Die Bezeichnung "soziale Autisten" finde ich gut, denn genau da steuern wir auch hin. Jeder brödelt alleine vor sich hin. Wenn Hilfe benötigt wird - und sei sie auch noch so gering - ist niemand da. Da werden schon einfache Dinge zu Gewaltakten. Wohl dem, der einen hilfsbereiten Nachbarn hat oder einen großen Bekannten- oder Verwandtenkreis. Wir sollten viel öfter einander zuhören oder die Hand reichen.

Wenn wir auch in einem sog. reichen Sozialstaat leben, sind wir im Grunde genommen die Ärmsten, denn der äußere Wohlstand füllt die Leere im Inneren nicht aus. Und das ist es, was eine Gemeinschaft ausmacht. Man muss sich zwar nicht gegenseitig in die Töpfe gucken, aber ein Aufeinanderzugehen, Zuhören und Zupacken, das muss man in Deutschland erst wieder lernen. Das hatten uns die neuen Bundesländer weit voraus.
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Mit dem Wegfall der Wehrpflicht wurden auch die Zivis. abgeschafft. Jetzt heissen sie Bufdis. Weil sich hier aber zu viele Ältere auch engagiert haben, wurde das Höchstalter auf 26 begrenzt.
Sicherlich lernen die Bufdis. beim Umgang mit Älteren auch viel durch deren Lebenserfahrungen und das macht Sinn.
Genau so Sinn machen würde aber auch, dass sich die Älteren mit dem Ruhestand nicht zum alten Eisen gehörig fühlen dürfen. Ihre Lebens- und Berufserfahrungen sind für die Jüngeren genau so wichtig, ist aber offensichtlich nicht gewünscht. Sonst wären doch die Hinzuverdienstmöglichkeiten der Alten nich so begrenzt - z.B. Ehrenamt mit 720 € p.a. Da bleiben diese Erfahrungen überwiegend in der eigenen Familie.
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Ich habe selbst Zivildienst gemacht und noch die "Gewissensprüfung" durchlaufen. Mir hat die Zeit sehr viel gebracht. Ich habe mit Senioren zu tun gehabt, von denen ich viel gelernt habe. Ein soziales Pflichtjahr wäre sicher für viele junge Menschen eine Bereicherung. Sicher sollte die Entlohnung am Werpflichtsold (haben wir ja z. Z. nicht) angepasst sein.
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Leider leben wir im Zeitalter des Ausbeutens
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Um noch mehr Stellen im gesundheitlichen und sozialen Bereich abzubauen? Immer mehr junge Menschen werden so als Lückenbüßer genommen. Das ist die andere Seite der ach so schönen Medaille. Und eigentlich hat sie ja drei Seiten.
Deswegen sollen die Pflegeheime usw. kein Personal abbauen sondern diesem Personal entlasten.
Sie bauen aus Kostengründen Personal ab, Juliana. Überall, ob bei der Gesundheit oder im Alter geht es NUR NOCH um's GELD! Der Mensch ist zur hin und her zu schiebenden Ware verkommen. Klingt zwar sehr hart, aber so ist die Realität. Leider. Von einer Solidargemeinschaft sind wir so weit entfernt, wie die Sonne vom Mond. Das war einmal.........
das ist wahr
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