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Accidental PropagandaFoto-Quelle: Uri Baruchin

Das Verhältnis zwischen Deutschen und Fremden

News Team
Beitrag von News Team

Für Sonntag, den 14.9.2014, hat der Zentralrat der Juden in Berlin zu einer Kundgebung gegen Judenhass aufgerufen. Das lässt die Alarmglocken schrillen und wirft die Frage auf, wie viel Judenhass in Deutschland vorhanden ist. Ist es ein aktuelles, gesellschaftliches Problem oder eher die Nachwirkung des Holocaust? Was ist realistisch, was normal?

Fremdenfeindlichkeit aller Orten

Arbeiter aus fremden Staaten werden beschuldigt, Deutschen die Arbeit zu klauen. Wenn sie nicht arbeiten, liegen sie uns angeblich auf der Tasche. Wenn sie nicht nach Deutschland kommen, kosten sie uns Transferleistungen. Und wenn nichts davon zutrifft, dann sind sie Ausländer und von Haus aus suspekt.
Stark vereinfacht ist dies das Gekeife-Muster derer, die in allen Fremden Feind und Bedrohung sehen. Aber: Fremdenhass per se ist den Menschen nicht in die Wiege gelegt. Die Motivationen dahinter sind andere: Angst, Frust, Neid oder Dummheit. Und die trifft alle Fremden oder Andersartigen. Judenhass bekommt dazu die sehr spezielle Zutat unserer Vergangenheit.

Der Gesellschaft ein Gesicht geben

Es ist gut, wenn wir in regelmäßigen Abständen als Gesellschaft kundtun, wie wir denken und fühlen. Und jeder Einzelne kann das tagtäglich unterstreichen mit Haltung und Courage. Damit Aussenseiter sich zu keiner Zeit im Recht fühlen oder gar im Aufwind. Wer die Initiative ergreift, spielt dabei eine untergeordnete Rolle. Der Autor auf süddeutsche.de hätte es gerne, wenn die Initiative von nichtjüdischer Seite ausgegangen wäre für die Kundgebung in Berlin. Das liest sich, als würde er damit Applaus einheimsen wollen, wohl wissend, dass er in einem weiterhin tiefen Schuldbewusstsein oder Anklagepotential schöpfen kann.
Man kann es auch umgekehrt sehen: der wahre Freigeist unseres Landes und unserer Gesellschaft zeigt sich darin, dass der Zentralrat der Juden zu einer Kundgebung aufruft, der Massen von nicht jüdischen Deutschen folgen und Aufmerksamkeit schenken.

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