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An der innerdeutschen Grenze
An der innerdeutschen GrenzeFoto-Quelle: hhh

25 Jahre Mauerfall: Wird die friedliche Revolution beerdigt?

Von Hans-Herbert Holzamer - Freitag, 26.09.2014 - 07:33 Uhr

Eine ordentliche Sause ist in Wowereits Berlin angesagt: 8000 Luftballons werden in den Himmel steigen, dort wo früher die Grenze war, wird es eine Lichtinstallation geben, ein Bürgerfest am Brandenburger Tor, ein Festakt im Konzerthaus am Gendarmenmarkt. Es gibt auch Grund zu feiern, an diesem 9. November. Denn vor 25 Jahren öffnete sich die Mauer. Zudem ist es das Datum der deutschen Geschichte, jedenfalls das des 20. Jahrhunderts. Mauerfall, Reichspogromnacht, Hitlerputsch, Novemberrevolution. Es bietet sich reichlich Gelegenheit zum Innehalten: Haben wir die richtigen Lehren gezogen, haben wir gelernt? Nicht nur des runden Jubiläums wegen wird in diesem Jahr vor allem gefeiert. Dafür besteht auch guter Grund: Vor einem Vierteljahrhundert fand auf deutschem Boden die erste und einzige Revolution statt, bei der es keine Toten gab. "Keine Gewalt", war der Schlachtruf derer, die ihr Sehnen nach Freiheit mit der Kraft der Wahrheit und der Überzeugung verbanden.

Als sich die Zellentüren öffneten

Die Türen der Zellen der Gefängnisse der Staatssicherheit öffneten sich, Gängelung, Repressalien, Überwachung, Diktatur - all dies gehörte plötzlich der Vergangenheit an. Die Bürger der DDR mochten es zunächst nicht glauben.

Doch in die Festlaune mischen sich heute Zweifel, Ärger gar. Es gibt Repräsentanten dieses Muts zur Freiheit, im Museum "Haus auf der Grenze", in der "Gedenkstätte Andreasstraße" in Erfurt im Museum "Story of Berlin" in Berlin haben wir sie gesehen, ihre Stimmen gehört. Aber die Festrede hält Martin Schulz, der Präsident des Europäischen Parlaments. Ein guter Mann fraglos. Aber der falsche; als die Mauer fiel, war er Bürgermeister von Würselen. Die Berliner Senatskanzlei hatte angefragt, man wollte einen Promi und bekam ihm. Mehr Gedanken hat man sich offensichtlich nicht gemacht. Aber die friedliche Revolution symbolisiert er nicht. Warum wollte man keinen von denen, die im Herbst 1989 auf die Straße gegangen waren? Vera Lengsfeld oder Friedrich Schorlemmer; Namen gibt es genug. Weil der Spaß den Verstand in den Köpfen verdrängt hat? 25 Bürgerrechtler hätte man reden lassen können, jeder 10 Minuten. Das wären 250 historische Minuten geworden, eine authentische Feier. Aber man zog einen routinierten Redner für eine orchestrierte Veranstaltung vor. Und man kuschte vermutlich vor der Linken, zu denen sich die geflüchtet haben, die als SED- und Stasi-Chargen die Struktur der Diktatur geliefert haben und die heute wieder Morgenluft wittern.

Insassen und Wärter

Sind die Deutschen schon wieder geeint? Sprechen die letzten Wahlergebnisse in Sachsen, Thüringen und Brandenburg nicht eine andere Sprache? Kann es sein, dass die Linke mit Hilfe der Grünen, bei denen die Bürgerrechtler ihre politische Heimat fanden, in Erfurt den Ministerpräsidenten stellen? Die Insassen der fensterlosen Zellen in der Andreasstraße geben ihren Wärtern den Schlüssel zur Macht zurück? Und fast die Hälfte der Wähler haben den Drang zur Demokratie verloren, der sie einst auf die Straßen trieb und gehen nicht mehr wählen? Und viele verschafften der Linken oder den Rattenfängern von rechts, der AfD, zweistellige Ergebnissen. Kann das sein?

Wieder aggressive Fratze

Kann das sein in einer Zeit, wo der militärische Garant der Diktatur in der DDR, Russland, damals im Gewand der Sowjetunion, wieder seine aggressive Fratze zeigt, wie einst gegenüber von Point Alpha, wo der Durchbruch durch den Fulda Gap und die Zerschlagung der Bundesrepublik vorbereitet wurden, für dessen "Helden" die DDR schon die Orden in Bronze, Silber und Gold geprägt hatte?

Dass russisches Militär in der Ukraine steht, weiß inzwischen jeder. Und damit nicht genug. Von estischem Grund wurde ein Beamter des Geheimdienstes, Eston Kohver, nach Russland verschleppt. Ein litauisches Fischerboot, die Jūrų Vilkas, wird aufgebracht. Wer an Zufall glaubt, der glaubt auch die Lüge von den Soldaten, die sich in die Ukraine "verlaufen" haben oder dort "ihre Freizeit" verbringen wollen. "Das kann kein Zufall sein", sagt Nerijus Maliukevičius, Politologe an der Universität Vilnius. "Solche Machtdemonstrationen sind beunruhigend." Mečys Laurinkus, der frühere Chef des litauischen Inlandsgeheimdienstes VSD, sieht das Baltikum bereits im Krieg. "Die Botschaft ist, dass der Krieg nicht mit Panzerfahrzeugen, Panzern oder Jets geführt wird, es ist ein Geheimdienstkrieg", sagte er dem Internet-Portal Delfi. Wenn ein russischer Politiker wie Wladimir Schirinowskij im staatlichen Fernsehen erklärt, die baltischen Staaten, "diese Zwerge", seien ebenso wie Polen zum Untergang verdammt, "sie werden ausgelöscht."

Wenn man diese Zeichen an der Wand sieht, gewinnt die Feier zum 25. Jubiläum des Falls des Mauer eine dramatische Bedeutung. Was wäre wohl, fragt man sich, wenn das Baltikum und Polen nicht in der NATO wären? Und war es nicht ein Fehler, Georgien, Moldawien und der Ukraine den Schutz der NATO zu verweigern? Alle drei Staaten mussten in den letzten Jahre eine Verkleinerung ihres Herrschaftsbereiches hinnehmen.

Was hat das mit uns, was mit der 25-Jahr-Feier zu tun? Eine Menge, das innerdeutsche Grüne Band ist ein Teil des Risses, der durch das ganze Europa lief, vom Nordmeer bis zum Schwarzen Meer. Und viele sind unzufrieden mit der Entwicklung, die Deutschland im letzten Vierteljahrhundert genommen hat. "Das Brot der Demokratie wird hart", sagt Ralf-Uwe Beck, Pressesprecher der evangelischen Landeskirche, ein Zeitzeuge, der damals Pfarrer war, "das Brot, das wir uns damals in der friedlichen Demokratie erkämpft hatten." Oft hörten wir kritische Stimmen auf unserer Reise durch die Nahtstellen Deutschlands. "Der Kampf ist noch nicht vorbei", sagte Berthold Dücker, ein Republikflüchtling mit 16, der 1992 zurückkehrte und das Amt des Chefredakteurs der Südthüringer Nachrichten in Geisa übernahm. "Die Linke, davor PDS, davor SED, nur der Name änderte sich, nicht aber die Kader, nicht die Struktur, nicht die Ziele, will die Regierungsgewalt in Thüringen übernehmen, zusammen mit der SPD und den Grünen." Noch ist es nicht entschieden. Der Leiter des Grenzmuseums Schifflersgrund, Wolfgang Ruske, Ltd. Polizeidirektor a.D. und früher mit der Bewachung der Grenze auf DDR-Seite betraut, nannte Namen von Männern, die früher die Diktatur stützten und heute bei der Linken sind.

Das Schlimmste ist die Lüge

Das Schlimmste aber ist die Lüge. So wie die russische Regierung ihre Schandtaten bestreitet, leugnet die Linke den Schießbefehl, die Tatsache, dass der Bau der Mauer von der SED befohlen wurde. "Niemand hat die Absicht, eine Mauer zu bauen", tönte Walter Ulbricht. Die Linken behaupten, der Kreml hätte dies befohlen, gelogen. Und die Orden für die Eroberung der Bundesrepublik werden auch als Erfindung bezeichnet. Es wurden Mauern, Zäune, Selbstschussanlagen und Todesstreifen gebaut. Und die Zellen wurden gefüllt. In Erfurt, Bautzen oder Hohenschönhausen gab es die drinnen und die draußen. Die einen waren die Opfer die anderen die Täter. Letztere klammerten sich an das, was war und was sie konnten und hatten, ihren Zusammenschluss tauften sie mehrfach neu. Heute nennen sie sich, „die Linke“. Die Opfer, die Mutigen und Visionäre fanden sich im „Bündnis 90“, das aus den Oppositionsgruppen „Demokratie Jetzt“, „Initiative Frieden und Menschenrechte“ sowie dem „Neuen Forum“ bestand.

Das „Bündnis 90“ schloss sich mit den Grünen zusammen, die sich freuten den „Erfahrungsanspruch antitotalitären Widerstands“ in ihre politische DNA eingliedern zu können. Und nun könnte der Linke Bodo Ramelow Ministerpräsident werden, wenn sich neben der SPD die Grünen für ihn entscheiden. Was gibt es da zu feiern? Das Ende der friedlichen Revolution? Mindestens zwei ehemaligen Stasi-Mitarbeiter sitzen für die Linke im thüringischen Landtag. 40 Bürgerrechtler haben die Grünen vor dieser „fatalen Fehlentscheidung“, Steigbügelhalter der Linken sein zu wollen, gewarnt, weil „die mehrfach umbenannte SED über immense demokratische Defizite“ verfüge.

Natürlich kann man die Feiern zum 25. Jahrestags des Falls der Mauer nicht verschieben. Aber man kann deutlich machen, dass dieses Jubiläum etwas anderes ist eine Spaß-Veranstaltung "Deutschland sucht den Superstar". Dass es Vermächtnis ist und Auftrag, dringender Auftrag. Und vielleicht ist bis dahin auch klar, dass die Linke in Erfurt nicht in den Besitz der Schlüssel Thüringens kommt.

Information:
www.pointalpha.com
www.grenzmuseum.de
www.stiftung-ettersberg.de/andreasstrasse/
www.erlebnisgruenesband.de/
www.story-of-berlin.de

20 Kommentare

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hmmmm,verstanden hab ich das jetzt nicht.
damit haste wohl recht,paul und diese sitzen, gut getarnt,im beamtenstatus im westen oder im osten.
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Der faktische Fall der Mauer am 9. November 1989 war der schönste und wichtigste Tag in der deutschen Nachkriegsgeschichte, weil ab diesem Tag "das zusammen wuchs, was zusammen gehörte" (Willy Brandt) ! Und dieser Tag wäre nicht möglich gewesen, wenn nicht mutige Menschen aus der damaligen DDR auf die Straße gegangen wären und die Greisenriege im SED-Politbüro in die Knie gezwungen hätten ! M. E. sollte eigentlich DIESER Tag als Tag der Deutschen Einheit begangen werden - auch wenn die Einheit staatsrechtlich erst am 3. Oktober 1990 vollendet wurde !
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ooch freu ich mich mal wieder ganz doll, wenn mir nen Wessi endlich mal wieder die DDR erklärt ... bin ja schließlich nen gehirnamputierter Ossi der nicht in der Lage ist selbst zu denken und zu urteilen ... oder richtet sich das mehr an die anderen damit die sich jetzt wieder mal so recht gruseln können. Nee mal ehrlich hab nach nun 20 Jahren schon lange nicht mehr soviel verdrehtes gelesn
nee das ist Absicht, diffuse Angst machen als Wahlkampf statt sich ner Sachauseinandersetzung zu stellen ... sowas haben wir schon mal erlebt.. und der Staat ist untergegangen...
gilt wie im normalen Leben, wenn man nichts besseres zu bieten hat muss man den Gegener eben diffamieren... normal ist sowas ein deutliches Zeichen von Schwäche
Hans-Herbert Holzamer
Mir ist es wichtig, was Sie sagen. Was sind Ihre sachlichen Argumente?
Wo nun, Herr Scharf, sind Ihre Argumente? Ich lebe in Dresden, Herr Holzamer hat einfach und schlicht Recht
Bernd, Vorurteile kann man nicht ändern Urteile schon, bloß um Urteilen zu können brauchts ersthafte Fakten, für Vorurteile nur den glauben. Und nen Satz aus DDR-Zeiten Fakten brauch man nicht beweisen es sind Fakten und ein Fakt ist das uber 49% damals gegen die CDU waren und dabei hatte sich die auch noch ungefragt die Mitglieder der Bauernpartei und der LDPD zugeschanzt... waren also real weiniger, der Unterschied war nur so 2-3% glaub ich - von wegen wollten alle weg und waren unzufrieden. Und die die CDU gewählt haben habens gemacht weil bei der CDU das Geld für den Aufbau der Wirtschaft erwartet wurde, haben ja gesehen was bei rausgekommen ist..., Verschleudert haben sie unser Land und sich auf unsere Kosten saniert
reg dich nicht auf, die wollen doch garnicht sich mit den Fakten auseinandersetzten, ich grinse immer wenn die jetzt mit viel bamboria und Angstmacherei Sachen einführen wollen die in der DDR selbstverständlich waren... die haben sogar Angst vor Dopppelstockzügen
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Hmmm, wie soll ich mit diesem Beitrag umgehen ...
Es steht manches drin, was wohl richtig ist, anderes stark verzerrt, übertrieben, auch schlicht falsches.
Um eine sinnvolle Diskussion führen zu können, wäre eine Beschränkung auf wenige Aspekte hilfreich, dazu könnte ich Stellung beziehen.
So ist es halt nur ein Wirrwarr aus 1000 und 1 Aspekt.
Nur 1 Hinweis am Rande, die Welt hat sich seit 1989 weiter gedreht, Gesellschaft, Parteien und unsere Zivilisation sich verändert. Die Gerontokratie der Honeckers und Mielkes ist kaum auf ein Thüringen mit Ramelow projezierbar.
Dennoch stimme ich zu, dass der Wert der Freiheit bei vielen Deutschen in West und Ost deutlich weniger geworden ist.
Hans-Herbert Holzamer
Wenn Sie lesen, wie die Linke mit dem Umgang der DDR eiert, ob Unrechtsstaat oder nicht. Dann scheint die Welt tatsächlich stehen geblieben zu sein. Und: Nur die Wahrheit macht aus Vergangenem Geschichte.
Beidem kann ich gern zustimmen.
Ich als gebürtiger "Wessi" mit vielen Beziehungen in die DDR lebe nun in Brandenburg, der alten Heimat meiner Vorfahren. Hier will niemand ernsthaft die olle DDR zurück, aber viele fühlen sich (zu Recht?) von der Art der Einigung Anfang der 90er überfahren. Ein bisschen Nostalgie darf man Erwachsenen auch gestatten ... es war ja ihre Jugend ...
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wiedervereint - das dauert ewig weil deutschland nie einig ist auf der strecke sind viele in den mittleren jahren geblieben zusatzrentenversicherung gab es in der ddr schon nur weigel hat sich diese summen einverleibt auch wurden viele aus faul hingestellt (müsst erst mal arbeiten lernen )ich beziehe nach einem unfall nur 513 rente weil haus bekomme ich nichts dazu, eine richtige vereinigung war es nicht übernahme mehr nicht
aller Hand nur soviel Rente,da kann man doch kein Haus verhalten
heist abknapsen und viel selbstversorgen - im prinzip nur das bötigste -sollen sich dann die kinder mit rummachen
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Aus solchen Ansichten, zusammengebastelt aus Halbwahrheiten und einer überbordenden Phantasie wird auch keine Wahrheit, wenn man sie in wohlgesetzte Worte verpackt.
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Das übliche realitätsfremde Gehetze gegen den Osten. Ganz im Sinne von Merkel, Gauck und Obama.
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Warum schreibst du nichts über den Gauck.Da hätteste mal was wo du dich mit der Stasi beschäftigen könntest
Wo bitte habe ich an dein Geburtsdatum gezweifelt?
Wer lesen kann und versteht ist klar im Vorteil.Steht davor nicht noch ein anderer Satz?Wenn auch kurz aber er steht da
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Mannomann Holzhammer.Ich war selber DDR Bürger und muss über deinen Beitrag grinsen.Und du hast noch nicht mal mitbekommen das selbst der Rundfunkrat der öffentlich rechtlichen Sender Diese gerügt hat ob ihrer tendenziösen Berichterstattung aus der Ukraine.Du hast irgend etwas verpasst
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