Mein Lieblingsbuch
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Beitrag von wize.life-Nutzer

Wüstenblume

von Waris Dirie

Ich weiß, es ist vielleicht ungeschickt, jetzt noch mit einem zweiten Lieblingsbuch zu kommen, aber es fiel mir wirklich schwer, dieses unberücksichtigt zu lassen, und so mach' ich's einfach mal. Es ist einfach zu beeindruckend.

Zum Inhalt: Das Nomadenmädchen Waris Dirie wurde 1965 in Somalia geboren. Als Waris fünf war, ließ die Mutter sie beschneiden. 9 Jahre später floh sie vor einer Zwangsheirat zu Verwandten nach Mogadischu. Als einer ihrer Onkel somalischer Botschafter in London wurde, überredete Waris ihn, sie als Hausmädchen mitzunehmen. Nach vier Jahren kehrte der Onkel mit seiner Familie nach Somalia zurück, aber Waris Dirie blieb im Westen und machte als Model Karriere ...

Das Buch ist biografisch. Gute Literaturkritiken hat es eigentlich nie erhalten, weil es tatsächlich literarischen Ansprüchen nicht genügt. Dennoch ist das Buch bemerkenswert. Mit ihm ist es Waris Dirie gelungen, die Weltöffentlichkeit für das Thema genitale Verstümmelung zu sensibilisieren. Und es ist sehr "persönlich" geschrieben, deshalb fesselt es ungemein.
Das Thema "Genitalverstümmelung" ist damals für mich als Mann weit weg gewesen, uninteressant eigentlich und frauensache. Aber als ich mit dem entsetzlichen Leid in diesem Buch konfrontiert wurde, fing ich an, anders darüber zu denken.
Zudem entbehrt der Weg der Waries nicht einer gewissen Bewunderung. Denn die Beschneidung war nur der grausame Beginn eines erstaunlichen und harten Weges, an dessen Ende dieses Buch entstand - geschrieben von einer starken Frau.

Ich weiß, es ist eine sonderbare Empehlung, aber Männer sollten's unbedingt lesen!