Gedanken zur Ausländerfeindlichkeit

Beitrag von wize.life-Nutzer

Nachdem die Diskussionen über die Ausländerfeindlichkeit, in diesem unserem Land im Moment ein erschreckendes Ausmaß annehmen, habe ich mir meine Gedanken gemacht: Was hast du selbst mit Ausländern erlebt und wie gehst du damit um?
Als Allererstes fiel mir mein letzter Chef ein. Er war ein begnadeter Verkäufer, mit allen Wassern gewaschen. Er steigerte die Umsatzzahlen um ein Vielfaches und genoß damit Narrenfreiheit. Er Log und Betrog Kunden und Firma, was ihm am Ende zum Verhängnis wurde.
Er war Türke und Muslim; Schatzmeister in der Moschee. Er mochte mich nicht und er ließ mich das spüren. Ich war für ihn ein Mensch 2. Klasse. In seinem Umfeld lernte ich viele Türkische Einzelhändler in Mittelhessen kennen und Morgens von 6.00 - 7.30 Uhr hörte man mehr Türkisch als Deutsch und es herrschte ein Treiben, wie auf einem Basar. Ich hatte damit keine Probleme, denn ich fand sehr schnell herraus, dass ich am Besten nach dem Motto: "Du hast Recht und ich meine Ruh;" meinen Berufsalltag versah. Seine Betrügereien gingen so weit, dass sich selbst seine Türkischen Kunden ein wenig vom ihm distanzierten, aber bloß so weit, dass sie bei Preisnachlässen keine Nachteile hatten.
Die nächsten Ausländer mit denen ich viel zu tun hatte waren die Jugendtrainer in meinem Fußballverein. Wir hatten einen Türken, der in der 1. Mannschaft Spielführer wurde, ein ganz feiner Mensch, der auch eine Jugendmannschaft trainierte. Einen Vater bat ich sich seinem Sohn einen anderen Fußballverein zu suchen, weil er sagte: "Von einem Türken lasse ich mein Kind nicht trainieren."
Wir hatten wunderbare Italienische Jugendtrainer, es war eine Freude mit denen zusammen zu arbeiten.
Als Fußballschiedsrichter habe ich oft, bei Türken Serben und Kroaten, erlebt, dass sie, wenn sie einen Regelverstoß begingen und abgepfiffen wurden, die Sache persönlich nahmen. Nicht das Foulspiel oder das Abseits wurde gesehen, sondern: "Der Schiedsrichter hat was gegen mich." Ich begann, nachdem ich das mitbekommen hatte meine Ansprache vor dem Spiel bei der (Spieler)Passkontrolle mit den Worten:" Wenn ich pfeife richtet sich das nicht gegen sie persönlich, sondern dann haben sie gegen die Fußballregeln verstoßen." Manchmal hat es geholfen.
Als letztes verweise ich ohne eine persönliche Wertung bei Google unter Rainer Blach TSV Lang-Göns Massenschlägerei beim Turnier für Demokratie unf Toleranz. Jeder soll sich sein eigenes Urteil bilden.
Mein Fazit: Jeder einzelne Mensch ist eine Persönlichkeit, egal ob Deutscher oder Ausländer und ich akzeptiere jeden Menschen so wie er ist.