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Nur noch 6 Bundesländer - Das Saarland will sich selbst abschaffen (und ein paar andere gleich mit)Foto-Quelle: © Artalis www.fotolia.de

Nur noch 6 Bundesländer - Das Saarland will sich selbst abschaffen (und ein paar andere gleich mit)

Von Thomas Bily - Freitag, 24.10.2014 - 11:53 Uhr

Heute morgen las ich auf faz.net den Vorschlag der saarländischen Ministerpräsidentin Kramp-Karrenbauer, die Zahl der Bundesländer einzudampfen. Es geht natürlich ums Geld und nicht um plötzliche Verbrüderungsgefühle. 2020 läuft der Vertrag zum Länderfinanzausgleich aus. Danach wäre jedes Bundesland auf sich gestellt. Das könnte eng werden.

Schlanke Verwaltung - nicht nur in armen Ländern

Der eine Punkt ist, dass das Geld knapp wird vor allem in strukturschwachen Gebieten. Die andere Seite ist, dass wir uns seit langem einen aufgeblähten Verwaltungsapparat leisten. Nicht nur auf Bundesländerebene, sondern auch auf Kreis- oder Städteebene. Wir müssen schlanker werden und am besten wir fangen im Großen an - bei den Bundesländern.
Glücklicherweise kam der Vorschlag aus dem Saarland und nicht von Herrn Seehofer. Das Saarland ist ja nicht nur überzeugtes Empfängerland im Rahmen des Finanzausgleichs, sondern gleichzeitig das neutralste unter den Bundesländern, eigentlich eh halb französisch und daher sowas wie ein sachlicher Baustein im Bundesgeflecht. Bei allen anderen würde man sofort politische Interessen vermuten. Das Saarland als Anwalt der Konsolidierung. Das passt.

Bayern-Vorpommern, Hamburg-Holstein

Natürlich ist die spannendste aller Fragen: Wer tut sich mit wem zusammen? Welcher Name bleibt wie erhalten? Die Saarländer können sich angeblich vorstellen, mit dem Nachbarn Rheinland-Pfalz zu fusionieren. Die Antwort der Gegenseite ist noch offen.
Wir sollten uns frühzeitig vom Gedanken lösen, dass sich nur Nachbarn zusammenschließen könnten. Allein das Nord-Süd Gefälle in der Wirtschaftskraft spricht dagegen. Was soll bitte Bayern-Württemberg bringen?
Im Sport und in der Wirtschaft ist es so, dass eine Allianz von Schwachen nichts Starkes hervorbringen wird. Also braucht ein schwächelndes Land eher einen kräftigen Verbündeten. Folgende Kombinationen hätten - neben der finanziellen Absicherung - schöne Nebeneffekte:
Bayern-Vorpommern: MVP und damit der Kanzlerin Heimat wären im sicheren Hafen von Horst Seehofer. Die CSU würde endlich ihr Gebiet ausweiten. Gleichzeitig bliebe ihre Macht im Rahmen, weil die Einwohnerzahl von MVP eher mau ist (es sei denn, es würden alle zurückkehren, die das Land wegen mangelnder Arbeit verlassen hatten). Die Bayern hätten einen Seezugang und könnten mit dem Schiff nach Italien. MVPs höchster Berg wäre dann nicht mehr 179 Meter und vielleicht kommt der übernächste Abfahrts-Olympiasieger schon aus Wismar.

Schleswig-Hamburg Seien wir ehrlich: diese Kombi liegt förmlich auf dem Präsentierteller. Ein Land ohne Landeshauptstadt und eine quasi Landeshauptstadt ohne Land kommen zusammen. Viele Hamburger wohnen eh schon in Holstein oder haben ein Haus auf Sylt. Im Grunde geht es nur noch um die offizielle Grundbucheintragung.

Preussen Berlin-Brandenburg liegt eh schon in der Luft (auch ohne neuen Flughafen). Packen wir Niedersachsen dazu, dann enstünde ein Flächengigant mit durchgehender Ost-West-Achse. Das würde hohe Mauteinnahmen aus Transitverkehr u.a. zwischen Litauen und Luxemburg bedeuten. Die Hauptstadt hätte endlich angemessenes Terrain. Bremen gehört natürlich dazu und könnte zumindest im Fußball eine Rolle spielen.

Sachsen Was das Anhalt im Namen soll, weiß ohnehin keiner. Der Flughafen Halle/Leipzig ist nicht nur schon längst fertig, sondern auch innerdeutsch ein länderübergreifendes Vorbild. Kein Wunder: Die Einwohner sprechen die gleiche Sprache und wirken irgendwie aus einem Holz geschnitzt. Das wirtschaftlich einigermaßen gesunde Sachsen könnte mit dem Land der Frühaufsteher eine Verlängerung des Arbeitstages erzielen und damit die gemeinsame Wirtschaftsleistung steigern.

Saarland-Pfalz Eigentlich riecht das nach zu viel Lebenslust. Vielleicht sollte man überlegen, Baden-Württemberg einzusteuern, um auf dem Teppich zu bleiben und ein paar Häusle zu bauen. Bloß wie soll das Konstrukt dann heißen? Nach afrikanischem Vorbild "Süd-West-Deutschland"? Auf jeden Fall müssten wir uns um diesen Teil Deutschlands nie mehr Sorgen machen. Die könnten alles - außer Hochdeutsch.

NRW-Hessen damit macht man sich wahrscheinlich keine Freunde und irgendwie knarzt es auch, wenn man nur daran denkt. Andererseits könnte man das ja reduzieren auf eine friedliche Koexistenz. Muss ja keine Freundschaft werden. Die Westfalen und Rheinländer sind ja bereits geübt darin. Und die Hessen haben normaler Weise genügend Selbstbewußtsein, um NRW aufzunehmen.

Bleibt Thüringen als Spielmasse. Am ehesten würde es zu Sachsen oder Bayern-Vorpommern passen. Aber da kann man auch mal eine Abstimmung in den Raum stellen. Der Rest ist eigentlich klar, oder?

17 Kommentare

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Eine gute Idee Ich möchte wieder ein Königreich Sachsen der Rest wird eingemeindet. Ne war ein Scherz
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Auf welche dummen Gedanken kommen die Deutschen denn noch, um Gelder einzusparen? Wie wäre es denn, die jährlichen Diäterhöhungen abzuschaffen, die trotz finanzieller Krise immer noch durchgezogen werden? Da nimmt niemand Rücksicht auf Otto Normalverbraucher. Ich wette, jetzt beginnt der innerdeutsche Krieg, wer sich mit wem "verbrüdert", damit ein finanzielles Gleichgewicht geschaffen wird. Der will nicht mit dem, weil ... Aber dann ist da noch ... Und wir wollen nicht, weil ... Mir wird jetzt schon schlecht!
Kein Geld mehr da? Verstehe ich nicht. Für allen möglichen Kram wird Geld herbeigeschafft, wie auch immer. Machen wir es wie die Amerikaner: Einfach mehr Geld drucken. Hat gut funktioniert bei denen. Warum nicht dann auch bei uns? Ist doch eh' nur bedrucktes Papier mit einer Zahl drauf.
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Von der Sache her finde ich es sinnvoll! Baden Württemberg hat es ja 1951 vorgemacht und es hat funktioniert. Aber ob da die freien Städte oder Freistaaten (Bundesländer) mitmachen? Kann ich mir nicht vorstellen. Imageprobleme? Außerdem hätten wir sicher eine größere Zahl von Arbeitslosen (aus den Verwaltungen) mehr.
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Keine Satire!
Die Idee ist sehr vernünftig - als erster Schritt.

Im zweiten Schritt könnte dann die Begrenzung der Beamtenpensionen auf 5000 € erfolgen.
Heike, da stimmst Du mir doch zu.
Ich halte dies sehr wohl für eine "Satire". Den Politiker möchte ich kennenlernen, der sich selbst wegrationalisiert....
Dein zweiter Schritt gefällt mir mehr als gut.
Frau Karrenbauer, Ministerpräsidentin vom Saarland, hat den Vorschlag der Verschlankung als Drohung ausgestoßen, sollt man das Saarland nicht von Altschulden befreien.
Die Zusammenlegung von Berlin und Brandenburg wurde jedoch per Volksabstimmung verhindert.
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Alternativ könnte man den westfälischen Teil von NRW vielleicht auch, wie nach dem Krieg von den Alliierten schon mal kurz geplant, Holland zukommen lassen...Das käme mir doch sehr entgegen.
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Warum denn auch nicht? Schwaben, Baden, Pfalz, Oberpfalz, Unterfranken, Niederbayern, Friesland etc. gibt es auch nur noch in Form von Region und Dialekt. Ob sich tatsächlich Verwaltungen damit auch auflösen ließen, die Bürgernähe damit gewahrt bliebe, wage ich zu bezweifeln. Ich denke dabei z.B. an die Zusammenlegung 1976 von Wetzlar und Gießen = Stadt Lahn. Dabei wurden 3 Landkreise, nämlich Dillkreis, Kreis Wetzlar und Gießen zusammengepackt. Von der 'hintersten' Ecke des Dillkreises musste man nach Gießen reisen, wenn es um größere Verwaltungsangelegenheiten ging. Das war eine rechte Zumutung.
Aber in Bezug auf das Schulwesen ließe sich damit vieles vereinfachen. Die Kultusminister können sich nicht auf einheitliche Lehrpläne einigen. Das ist wiederum eine Zumutung für Schüler, die durch Umzug die Schule wechseln müssen. Hier besteht ohnehin Handlungsbedarf.
Du meinst die Stadt Lahn?
Na dann eben nicht! So! Wir können auch alleine! So! Pah! Dann seht doch zu, wo Ihr Euren Wein herkriegt, demnächst! So! Und überhaupt! Man kann nciht einmal SWR3 hören, wenn man bei Euch duchfährt! So! Alles gestört von Salue oder Saarlandwelle 4! Da grüßt der Opa klein Erna oder umgekehrt! Was ist das denn? Das musst ich als Kind schon aushalten, Sonntags Nachmittags. Im Deutschlandfunk

Aber Richy... saaaag maaaaal... darf ich jetz noch nach'm IKEA fahren in Lieschdroff? Jaahaaa? Und kriesch isch auch 'ne Bratwurscht, bütte??? Vielleicht auch 'en Stück Lyoner? Und 'en Weck? Ja?
Und an jeder Ecke 'ne Roostwurschtbude, damit man auch bloß nicht verhungert!
Na klar bin ich ein Saarlandkenner
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Warum denn nicht nur 2 Bundesländer? Die Grenze ist ja faktisch schon gezogen, mit Aldi Nord und Aldi Süd.
Warum nicht gleich wieder Ost und West?!?
Nicht gut, Heiko, zu sehr geschichtlich vorbelastet.
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ich find die idee im grundsatz gut - grad diese miniländer und stadtstaaten mit jeweilig eigenem apparat und blockiermöglichkeiten im bundesrat machen doch keinen sinn
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irgendwie lustig
Zwar ein ernsthaftes Nachdenken wert....
...aber ich denke, dass die Saarländer selbst nicht zur Pfalz gehören wollen (abgesehen davon, dass nicht alle RLPler, Pfälzer sind) und ihrer Ministerpräsidentin da nicht zustimmen werden.

Alleine schon die sehr unterschiedlichen Regionen und Bevölkerungsgruppen innerhalb eines jedes Bundeslandes wird das erschweren.
Haben es die Franken wirklich je verwunden, dass sie zu Bayern gehören? Und schauen die Bayern nicht noch immer iwie auf die Franken herab?

Außerdem gibt es ja, gerade wegen der starken Globalisierung ja eher wieder Bestrebungen sich einer Region, einer Landschaft, zugehörig zu fühlen
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