Nur noch 6 Bundesländer - Das Saarland will sich selbst abschaffen (und ein  ...
Nur noch 6 Bundesländer - Das Saarland will sich selbst abschaffen (und ein paar andere gleich mit)Foto-Quelle: © Artalis www.fotolia.de

Nur noch 6 Bundesländer - Das Saarland will sich selbst abschaffen (und ein paar andere gleich mit)

Thomas Bily
Beitrag von Thomas Bily

Heute morgen las ich auf faz.net den Vorschlag der saarländischen Ministerpräsidentin Kramp-Karrenbauer, die Zahl der Bundesländer einzudampfen. Es geht natürlich ums Geld und nicht um plötzliche Verbrüderungsgefühle. 2020 läuft der Vertrag zum Länderfinanzausgleich aus. Danach wäre jedes Bundesland auf sich gestellt. Das könnte eng werden.

Schlanke Verwaltung - nicht nur in armen Ländern

Der eine Punkt ist, dass das Geld knapp wird vor allem in strukturschwachen Gebieten. Die andere Seite ist, dass wir uns seit langem einen aufgeblähten Verwaltungsapparat leisten. Nicht nur auf Bundesländerebene, sondern auch auf Kreis- oder Städteebene. Wir müssen schlanker werden und am besten wir fangen im Großen an - bei den Bundesländern.
Glücklicherweise kam der Vorschlag aus dem Saarland und nicht von Herrn Seehofer. Das Saarland ist ja nicht nur überzeugtes Empfängerland im Rahmen des Finanzausgleichs, sondern gleichzeitig das neutralste unter den Bundesländern, eigentlich eh halb französisch und daher sowas wie ein sachlicher Baustein im Bundesgeflecht. Bei allen anderen würde man sofort politische Interessen vermuten. Das Saarland als Anwalt der Konsolidierung. Das passt.

Bayern-Vorpommern, Hamburg-Holstein

Natürlich ist die spannendste aller Fragen: Wer tut sich mit wem zusammen? Welcher Name bleibt wie erhalten? Die Saarländer können sich angeblich vorstellen, mit dem Nachbarn Rheinland-Pfalz zu fusionieren. Die Antwort der Gegenseite ist noch offen.
Wir sollten uns frühzeitig vom Gedanken lösen, dass sich nur Nachbarn zusammenschließen könnten. Allein das Nord-Süd Gefälle in der Wirtschaftskraft spricht dagegen. Was soll bitte Bayern-Württemberg bringen?
Im Sport und in der Wirtschaft ist es so, dass eine Allianz von Schwachen nichts Starkes hervorbringen wird. Also braucht ein schwächelndes Land eher einen kräftigen Verbündeten. Folgende Kombinationen hätten - neben der finanziellen Absicherung - schöne Nebeneffekte:
Bayern-Vorpommern: MVP und damit der Kanzlerin Heimat wären im sicheren Hafen von Horst Seehofer. Die CSU würde endlich ihr Gebiet ausweiten. Gleichzeitig bliebe ihre Macht im Rahmen, weil die Einwohnerzahl von MVP eher mau ist (es sei denn, es würden alle zurückkehren, die das Land wegen mangelnder Arbeit verlassen hatten). Die Bayern hätten einen Seezugang und könnten mit dem Schiff nach Italien. MVPs höchster Berg wäre dann nicht mehr 179 Meter und vielleicht kommt der übernächste Abfahrts-Olympiasieger schon aus Wismar.

Schleswig-Hamburg Seien wir ehrlich: diese Kombi liegt förmlich auf dem Präsentierteller. Ein Land ohne Landeshauptstadt und eine quasi Landeshauptstadt ohne Land kommen zusammen. Viele Hamburger wohnen eh schon in Holstein oder haben ein Haus auf Sylt. Im Grunde geht es nur noch um die offizielle Grundbucheintragung.

Preussen Berlin-Brandenburg liegt eh schon in der Luft (auch ohne neuen Flughafen). Packen wir Niedersachsen dazu, dann enstünde ein Flächengigant mit durchgehender Ost-West-Achse. Das würde hohe Mauteinnahmen aus Transitverkehr u.a. zwischen Litauen und Luxemburg bedeuten. Die Hauptstadt hätte endlich angemessenes Terrain. Bremen gehört natürlich dazu und könnte zumindest im Fußball eine Rolle spielen.

Sachsen Was das Anhalt im Namen soll, weiß ohnehin keiner. Der Flughafen Halle/Leipzig ist nicht nur schon längst fertig, sondern auch innerdeutsch ein länderübergreifendes Vorbild. Kein Wunder: Die Einwohner sprechen die gleiche Sprache und wirken irgendwie aus einem Holz geschnitzt. Das wirtschaftlich einigermaßen gesunde Sachsen könnte mit dem Land der Frühaufsteher eine Verlängerung des Arbeitstages erzielen und damit die gemeinsame Wirtschaftsleistung steigern.

Saarland-Pfalz Eigentlich riecht das nach zu viel Lebenslust. Vielleicht sollte man überlegen, Baden-Württemberg einzusteuern, um auf dem Teppich zu bleiben und ein paar Häusle zu bauen. Bloß wie soll das Konstrukt dann heißen? Nach afrikanischem Vorbild "Süd-West-Deutschland"? Auf jeden Fall müssten wir uns um diesen Teil Deutschlands nie mehr Sorgen machen. Die könnten alles - außer Hochdeutsch.

NRW-Hessen damit macht man sich wahrscheinlich keine Freunde und irgendwie knarzt es auch, wenn man nur daran denkt. Andererseits könnte man das ja reduzieren auf eine friedliche Koexistenz. Muss ja keine Freundschaft werden. Die Westfalen und Rheinländer sind ja bereits geübt darin. Und die Hessen haben normaler Weise genügend Selbstbewußtsein, um NRW aufzunehmen.

Bleibt Thüringen als Spielmasse. Am ehesten würde es zu Sachsen oder Bayern-Vorpommern passen. Aber da kann man auch mal eine Abstimmung in den Raum stellen. Der Rest ist eigentlich klar, oder?