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Kritik und Unterstützung nach neuer GDL-Streikdrohung
Kritik und Unterstützung nach neuer GDL-Streikdrohung

Kritik und Unterstützung nach neuer GDL-Streikdrohung

Von wize.life-Nutzer - Dienstag, 04.11.2014 - 13:37 Uhr

Langer Bahnstreik droht
Kritik und Unterstützung nach neuer GDL-Streikdrohung
Die Deutscher Lokomotivführer (GDL) will erneut streiken, lässt aber weiterhin offen, wann mit neuen Streiks bei der Bahn zu rechnen ist. Der GDL-Vorsitzende versprach, die Fahrgäste würden so rechtzeitig informiert, dass sie bei Zugausfällen noch Alternativen finden könnten. Unterdessen trifft das Verhalten der GDL und ihres Chefs auf immer heftigere Kritik, sogar aus den eigenen Reihen. Es gibt jedoch auch Unterstützer.
DGB-Chef ist "entsetzt" über den Chef von Lokführergewerkschaft und hat das Verhalten der GDL scharf kritisiert. "Wir setzen uns dafür ein, gemeinsam im Rahmen einer Tarifgemeinschaft zu vernünftigen Lösungen zu kommen", sagte der DGB-Vorsitzende Reiner Hoffmann im ARD-"Morgenmagazin". "Das hat Herr Weselsky leider zu meinem Entsetzen abgelehnt". Die konfrontative Linie der GDL sehe er "sehr skeptisch".
Wenig Verständnis der Fahrgäste
Nach Darstellung der war am Wochenende eine Einigung im Tarifstreit in greifbare Nähe gerückt, die GDL habe die Gespräche dann aber doch platzen lassen. Die Lokführergewerkschaft teilte hingegen mit, die Bahn habe versucht, der Gewerkschaft "die Nichtzuständigkeit für einen Teil ihrer Mitglieder" und einen Verzicht auf das Streikrecht zu diktieren. Die Bahn verlange, dass die GDL ihre Koalitionsfreiheit abgebe und "für einen Teil unserer Mitglieder das Streikrecht an den Nagel hängt", sagte Weselsky im ZDF.
In einem Interview im "Deutschlandfunk" sprach er von einer "Hetzkampagne", die gegen die Gewerkschaft und ihn stattfinde. "Das, was hier als Medienkampagne gemacht worden ist, ist schlimm genug, weil wir mit unseren rechtmäßigen Streikmaßnahmen in die Nähe von Terroristen gestellt worden sind. Und das haben weder Lokführer noch Zugbegleiter verdient", sagte Weselsky.
"Und was die interne Kritik betrifft, da sage ich einfach: Ich habe einen einstimmigen Beschluss des Hauptvorstandes und der Tarifkommission. Und die standen nicht unter Drogen", so der GDL-Chef in den ARD-"Tagesthemen".
http://www.t-online.de/wirtschaft/jobs/loehne-gehaelter/id_71654776/dgb-chef-hoffmann-entsetzt-ueber-kurs-der-gdl.html

7 Kommentare

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Das Streikrecht ist ein verbrieftes Recht und im Grundgesetz der BRD verankert. Es ist das Recht der Arbeitnehmer berechtigte Forderungen durch Streiks gegen Willkür und Vorherrschaft der Kapitaleigner durchzusetzen. Ob eine berechtigte Forderung der GDL gegen die Anteilseigner der Bahn besteht und ob es eine Einigungsmöglichkeit der streitenden Parteien gibt, wage ich nicht zu interpretieren, da ich die Streitpunkte nicht kenne. Wer es wagt, am Grundrecht der Arbeitnehmer zu manipulieren, sollte sich daran erinnern, dass dieses Grundrecht schon einmal gebeugt worden ist, dann könnte man gleich die DAF (Deutsche Arbeitsfront) wieder einführen. Da sollte man sich allerdings Gedanken machen....
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Dieser Streik der GDL führt zu Kopfschütteln und Unmut bei vielen Bürgen, denn dieser Arbeitskampf richtet sich weniger gegen die Bahn Arbeitgeber als gegen die Kolleginnen und Kollegen in der EVG Eisenbahn und Verkehrsgewerkschaft. Die GDL Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer gehört zum Dachverband DBB Deutscher Beamtenbund, die nun einen Tarifvertrag für ihre Beschäftigte erzwingen will, die aber zur EVG Eisenbahn und Verkehrsgewerkschaft gehören, und die zum Dachverband des DGB Deutscher Gewerkschaft Bund gehört die aber eine gute Tarifpolitik macht.
Wer so vorgeht, dem geht es nicht um die Menschen, sondern um Organisationsegoismus. Und das schwächt am Ende die Gewerkschaftsbewegung insgesamt.
Wenn die Durchsetzung von berechtigten Forderungen mit der Vermutung endet, dass dadurch die Gewerkschaftsbewegung insgesamt geschwächt werde,muss man sich doch fragen: Wie sollen die Forderungen denn in Zukunft gegen den massiven Widerstand nicht kompromissbereiter durchgesetzt werden. Faule Kompromisse hat es in der Vergangenheit zur Genüge gegeben. Wenn Gewerkschaften nicht als zahnlose Tiger mitleidig belächelt werden sollen, müssen sie zu einer Streitkultur zurückfinden, die auch vom Gegner ernstgenommen wird, hierzu gehören auch Funktionäre, die das Ohr an der Basis haben und nicht umfallen, wenn mal Gegenwind herrscht. Erst dann wird sich auch der Mitgliederstand erholen!
Die GDL- Forderungen
Die GDL verlangt fünf Prozent mehr und Gehalt sowie eine Verkürzung der Wochenarbeitszeit von 39 auf 37 Stunden. Daneben müsse es insgesamt Familien-freundlichere Schichtregelungen geben. Das ist ja in Ortung, und ist ja auch berechtigt. Aber für wen die GDL verhandeln will
das ist der Kern des Konflikts: Bislang schloss sie für die 20.000 Lokführer, bei denen sie die stärkste Arbeitnehmervertretung ist. Die übrigen Berufsgruppen, insgesamt rund 140.000 Beschäftigte, vertrat die größere Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG). Zwischen beiden Gewerkschaften gab es ein Abkommen, das dies regelte. Dies ist jedoch im Juni ausgelaufen und wurde nicht verlängert.
Die GDL will nun auch für rund 17.000 Mitarbeiter des Bordpersonals wie Zugbegleiter und Restaurantkräfte sowie Rangierführer verhandeln. In der Gruppe des Zugpersonals insgesamt, also mit Lokführern, sei man die stärkste Gewerkschaft, argumentiert die GDL.
Und das schwächt am Ende die Gewerkschaftsbewegung insgesamt.
Die Nichtzuständigkeit für einen Teil ihrer Mitglieder" und einen Verzicht auf das Streikrecht zu diktieren.
Arbeitskampf richtet sich weniger gegen die Bahn Arbeitgeber als gegen die Kolleginnen und Kollegen in der EVG Eisenbahn und Verkehrsgewerkschaft. Die GDL Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer gehört zum Dachverband DBB Deutscher Beamtenbund, und nun einen Tarifvertrag für ihre Beschäftigte erzwingen will, die aber zur EVG Eisenbahn und Verkehrsgewerkschaft gehören, die zum Dachverband des DGB Deutscher Gewerkschaft Bund gehört und eine gute Tarifpolitik macht.
Wer so vorgeht, dem geht es nicht um die Menschen, sondern um Organisationsegoismus
Hat denn die EVG auch schon Tarifverhandlungen in dieser Richtung und mit gleichen Forderungen geführt? Wenn ja, gingen ja beide Vertretungen mit ihren Forderungen in die gleiche Richtung, da sollte man sich doch nicht bekämpfen, sondern vereint vorgehen und vereint schlagen.
Die Forderungen der GdL sind doch sehr moderat, denn diese Abschlüsse sind für IGM Mitglieder Schnee von gestern. Da verstehe ich die ganze Aufregung nicht!
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