Wind of change
Wind of change

Wind of change

Beitrag von wize.life-Nutzer

„Kennst Du Wind of change?“
„Ja, kenne ich. Warum fragst Du?“
„Wie geht es Dir, wenn Du es heute hörst?“
„Ich drifte ab.“
„Wohin?“
„Ich drifte ab in diese Zeit des Wind of change.“
„Komm lass uns ihn gemeinsam hören.“
„Ja, du. Du Wessi. Wer hätte das gedacht. Gemeinsam mit Dir.“

Die Welt schließt sich. Und hast du je gedacht, dass wir so nahe sein könnten, wie Brüder? Wo die Kinder von morgen ihre Träume teilen mit dir und mir.

„Warum weinst Du?“
„Ich hatte die Welt verändern wollen.“
„Und? Hast Du?“
„Ich habe ein Haus gebaut und fremde Länder gesehen und meine Kinder zum Studium geschickt.“
„Und darum weinst Du?“
„Ich hatte mehr gewollt.“
„Mehr? Was noch?“
„Arbeit für meine Kinder.“
„Komm. Alles braucht Zeit.“

"Ein Viertel Jahrhundert Freiheit ist Dir nicht genug?"
"Als ich wählen ging, war ich noch immer nicht frei von den Gefühlen, die mich bis `89 zur Wahl begleitet hatten. Noch immer nicht. Um so deutlicher habe ich heute gefühlt, wie frei ich bin in meiner Entscheidung, wen ich wähle und ob ich überhaupt wähle. Die Freiheit, die uns heute schon selbstverständlich ist, verführt nach dem zu schauen, was da noch sein könnte, von dem, was wir mehr gewollt hatten, was uns unzufrieden macht.
Längst haben wir ostdeutschen Bundesbürger begriffen, dass es keinen goldenen Westen gibt, bzw. sie hatten ihn nicht wirklich erwartet. Du sprichst vom Plattmachen und Idenditätsverlust. Plattgemacht wurde nicht nur die Industrie sondern mit dem Verlust von Arbeitsplätzen in Ausbildungsberufen auch die Lebensinhalte der Menschen, die bis heute dafür oft keinen Ersatz gefunden haben. Erfahrungen liegen brach, wie wertlos unbeachtet, statt analysiert, aufbereitet und genutzt. Auf Umwegen wird das Rad neu erfunden. Im Bildungssystem quälen sich „neue“ Strukturen hervor, die nicht wirklich neu sind. Welche Verschwendung menschlicher Ressourcen.
Ideen und Vorschläge ungehört, weil schambesetzt vorgetragen? Vom Sozialismus besudelt grundsetzlich für untauglich befunden? Nicht angehört und ungeprüft. Das nenne ich Geringschätzung, die Mauern im Kopf erhält.
Du „Wessi“ hast Recht: Alles braucht Zeit. Die Welt zu verändern braucht mehr als ein Viertel Jahrhundert. Bleiben wir im Gespräch, dann wird es. Jeden Tag gemeinsam ein Stückchen mehr. Vielleicht nicht für Dich. Für die nächsten Generationen sicher."


Text: Connie B.