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Talkthema Rentenpolitik: Maybrit Illner
Talkthema Rentenpolitik: Maybrit IllnerFoto-Quelle: © ZDF/Carmen Sauerbrei

Brisantes Talkthema: Werden die Rentenkassen geplündert?

Bernd Berke
Beitrag von Bernd Berke

Das ist schon ein Thema von einigem Gewicht: „Rente ohne Zukunft – alles für die Alten?“ fragte Maybrit Illner in ihrer ZDF-Talkshow. Im Klartext: Werden die Rentenkassen heute dermaßen geplündert, dass für die jetzt jungen Leute künftig kaum noch etwas übrig bleibt?

Naturgemäß haben diese Jüngeren ihre eigene Perspektive: So sorgen sich die Journalistin Jasmin Buck (28) und der CDU-Politiker Jens Spahn (34) ums Rentenniveau der Zukunft. Sie verstehen nicht, dass man ein Signal setzen kann wie jüngst mit der abschlagsfreien Rente mit 63, die jetzt vor allem von Facharbeitern mit 45 Beitragsjahren massenhaft in Anspruch genommen wird – letztlich nicht nur auf Kosten der Jungen, sondern zu Lasten der Gesamtheit der Rentner. Man kann es ihnen freilich nicht verdenken, hat die Politik sie doch geradezu eingeladen.

Schwindende Solidarität

Hinzu kommt die Mütterrente; eigentlich gerecht, aber immens kostspielig und nach Meinung vieler Fachleute keine Leistung, die man aus Beiträgen, sondern lieber aus Steuern finanzieren sollte. Sonst sind die heute noch gut gefüllten Rentenkassen angesichts der demographischen Entwicklung bald leer...

Unterstützung bekamen Buck und Spahn vom Autor Sven Kuntze (72), der die einstige Solidarität zwischen den Generationen schwinden sieht und sich wundert, dass die Jungen nicht mehr Krach schlagen. Nun, es gibt mittlerweile so viele ältere Menschen, dass die Parteien bei ihnen die Wahlmehrheiten suchen...

Respektable Lebensleistung

Ziemlich allein auf weiter Flur stand Ralf Stegner (SPD), indem er die Rentenreform rundweg verteidigte. Mit guten Gründen erinnerte er jedoch an die Lebensleistung derer, die jetzt – nach mindestens 45 Berufsjahren – die Rente mit 63 in Anspruch nehmen. Die sei beileibe kein „Geschenk“, sondern hart verdient. Da musste Annelie Buntenbach (DGB) selbstverständlich beipflichten. Und nicht nur sie.

Ansonsten verfocht Stegner die etwas schmale These „(Mindest)-Löhne gut – alles gut“: Wer ordentlich bezahlt werde, werde später auch eine solide Rente bekommen. Mag sein, dass eine solche Rechnung künftig auf tönernen Füßen steht.

Gründlich nachbessern

Immer wieder wurde uns gepredigt, wie viele ältere Menschen sich fit fühlen und gerne länger im Beruf bleiben möchten - angeblich am liebsten bis 67 und darüber hinaus. Doch kaum gibt es einen entsprechenden Anreiz, sind auf einen Schlag Hunderttausende mit 63 weg aus der Arbeitswelt. Der Krefelder Unternehmer Lutz Goebel beklagte - stellvertretend für viele in der Wirtschaft - den absehbaren Facharbeitermangel. Lauert hier gar eine Gefahr für die Konjunktur?

Es sieht jedenfalls ganz so aus, als müsste die Politik (auch) auf diesem Felde gründlich nachbessern und die gesetzliche Rentenversicherung nachhaltig stärken. Die Riesterrente hat sich hingegen als weitgehend wirkungslos und eigentlich nur für die Versicherungskonzerne als segensreich erwiesen.

Unterdessen steigt schon jetzt die Zahl der Rentner, die mit kümmerlichen Beträgen an der Armutsgrenze auskommen müssen.


4 Kommentare

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Rente mit 63 Jahren
Die Rente mit 63 Jahren war doch auch vorher möglich. Was soll da also das Geschrei. Es geht nicht um die Rente mit 63 sondern nur um die Rente ohne den Abschlag von 0,3 Prozent pro Monat. Dieser Versorgungsabschlag ist erst vor einigen Jahren eingeführt worden.
Bei der Rente mit 63 ohne Abschlag sind Fehler eingebaut worden. Einerseits werden Zeiten der Arbeitslosigkeit angerechnet, während Zeiten des Mutterschutzes nicht angerechnet werden. Hier hätte man lediglich auf 45 Beitragsjahre abstellen sollen. Wenn die Unternehmen die Mitarbeiter halten wollen, die ohne Abschläge vorzeitig in den Ruhestand gehen möchten, dann sollten sie ihren Mitarbeitern entsprechende Angebote unterbreiten.

Mütterrente
Auch hier gibt es Kuriositäten. Es gibt keine anrechenbare Zeit pro Kind, sondern pro Schwangerschaft bei der ein oder mehrere Kinder ausgetragen wurden /werden. Den Schindluder haben die Politiker zu verantworten, die damals festgelegt haben, dass für Kinder drei Jahre angerechnet werden, wenn diese nach dem 1.1.1992 geboren werden, während bei den anderen Müttern nur ein Jahr angerechnet wurden. Hier war doch klar, das dieses Wahlgeschenk, welches erst viele Jahre später Geld kosten würde nicht in Ordnung war. Die Mütter die jetzt zwei Jahre angerechnet bekommen werden doch weiterhin dafür kämpfen, dass auch für sie drei Jahre angerechnet werden. Wer solche ungerechten Gesetze macht muss sich nicht wundern, wenn es hinterher einen Jahrzehntelangen streit gibt. Es kommt nicht darauf an, dass es gleich Anrechnungszeiten von Jahren gibt, sondern dass eine Gleichbehandlung gewährleistet werden wird.
Wenn der Staat die Geburten von Kindern finanziell fördern möchte, so ist das in Ordnung, aber dann können die Kosten nicht den Rentenkassen aufgedrückt werden. Dieses gilt insbesondere, weil nun auch Personen aus dem Rententopf finanzielle Mittel erhalten, die dort nie etwas eingezahlt haben.
Mein Fazit für die Zukunft: gleiche Zeitanrechnung für alle Mütter und Erstattung der Ausgaben der Rentenversicherer durch den Staatshaushalt.

Rentnerinnen und Rentner mit kümmerlichen Altersruhegelder
Als das mit den 360 DM-Jobs anfing habe ich gesagt, das dieser Schwindel, der nur den Unternehmen und dem Staat als Arbeitgeber Einsparungen bringt, später den Sozialhaushalt weit mehr kosten wird, als es jemals eingebracht hat. Arbeitslosigkeit, Minijobs und die Scheidungen nicht zu vergessen, sind vielfach der Grund für die geringen Renten. Wie viele können schon heute sagen: "Hätte ich mich von meinem Partner zwar getrennt aber nicht scheiden lassen, dann könnte ich mit meiner Rente und der Rente meines verstorbenen Partners einigermaßen auskommen."
Mein Fazit: Wenn bei der Scheidung Rentenanteile an den ehemaligen Partner abgegeben werden, müssen die Anteile im Todesfall des Partners wieder zurückgegeben werden.
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__mein gott, lasst euch doch nicht von gekauftem Journalismus an der nase herumführen. da werden uns brocken zugeworfen, an denen wir uns festbeissen sollen, damit wir nicht merken, was die abziehen.

es geht doch gar nicht ums geld. davon ist genug da, nur nicht für uns. besonders delikat, dass man polarisiert. hier die jungen, da die alten. auch darum geht es nicht. es geht darum uns nach strich und faden auszunehmen und zu betrügen. und das geht eben am besten, wenn man uns mit blödsinn beschäftigt. schaut euch doch die durchschnittsrenten einmal an. wer da so dicke worte von sich gibt, hat doch wohl den verstand verloren, oder noch nie einen gehabt.

glaubt mir, heute kann nur noch im Internet auf die wahrheit stossen, wenn man -und das ist voraussetzung- sorgfältig recherchiert. dann wirds aber hochinteressant.

schaut einmal auf mein blog: www.essentias4live.blogspot.com

schaut euch an, was sich da draussen, verschwiegen von den medien,
sich abspielt. geopolitischer horror.

ich freu mich auf eure kommentare.

liebe grüsse
horst
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Ich freue mich schon auf den Tag, an dem ich Rentner werde und endlich mal einen Nebenjob annehmen kann, in dem ich einer einfachen und mit wenig Verantwortung verbundenen Tätigkeit nachgehen kann. Arbeiten will ich bis zu meinem Lebensende, wenn ich kann, aber ohne den Stress, den ich derzeit auszuhalten habe.

Mein Vater, der mich in meiner Kindheit immer gerne als "Faulenzer" bezeichnet hatte, wenn ich nach der Schule und den Hausaufgaben mit Freunden auf den Bolzplatz gehen wollte, war in meinem Alter schon längst Frührentner, dabei hatte er damals nicht mal die gesundheitlichen Einschränkungen, die ich heute habe. Allerdings arbeite ich geistig, mein Vater musste körperlich ran, das ist zugegebenermaßen doch ein Unterschied. Da habe ich wohl was falsch gemacht!
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