wize.life
Neu hier? Jetzt kostenlos registrieren und mitmachen! Warum eigentlich?
Ausländer sollen zu Hause deutsch sprechen
Ausländer sollen zu Hause deutsch sprechen

Ausländer sollen zu Hause deutsch sprechen

Beitrag von wize.life-Nutzer

Wenn es nach der CSU geht, sollen hier lebende Ausländer auch zu Hause deutsch reden. Das will die CSU auf ihrem Parteitag beschließen, wie aus einem internen Papier hervor geht. Der Plan sorgt für Kritik und Spott.
Die CSU fordert hier lebende Ausländer auf, sich grundsätzlich auf Deutsch zu unterhalten - in der Öffentlichkeit, aber auch zu Hause in der eigenen Familie. "Wer dauerhaft hier leben will, soll dazu angehalten werden, im öffentlichen Raum und in der Familie deutsch zu sprechen", heißt es in einem Leitantrags-Entwurf für den Parteitag Ende kommender Woche, der an die CSU-Spitze verschickt wurde.
"Verlogen bis zum Anschlag"
Mit der Forderung einer Deutschpflicht für Migranten auch im privaten Umfeld hat die eine lebhafte Debatte ausgelöst. In der deutschen Presse-Landschaft gab es ein breites Echo.
Mehr zum Thema
Viele Kommentatoren betonen in ihren Artikeln zwar, wie wichtiges für erfolgreiche ist, die Landessprache zu sprechen - jedoch vor allem im öffentlichen Raum. Der CSU-Vorschlag, die Deutschpflicht bis tief ins Private zu verankern, stößt folgerichtig auf wenig Verständnis. "Populistisch", "kleinkariert", "borniert", "weltfremd" und "provinziell" sind die Adjektive, die in Zusammenhang mit der Forderung gebracht werden.
Von Empörung bis Spott
So kommentiert die "Frankfurter Rundschau" den Vorstoß als "nicht nur diskriminierend und rassistisch, sondern auch verlogen bis zum Anschlag". Als Beleg führt die "Rundschau" ein Zitat Horst Seehofers zum "Veggie-Day"-Vorschlag der Grünen an: "Aus den privaten Lebensgewohnheiten hat sich eine Partei herauszuhalten." Die Zeitung spitzt die Situation ironisch zu und fände es "logisch, käme jetzt bald die Pflicht zum Schweinebraten".
"Nicht mehr nur populistisch ist, sondern schlichtweg gaga", findet der "Trierischer Volksfreund" den Vorschlag. Man konterkariere mit der Forderung den richtigen Ansatz, Deutschkenntnisse zu vertiefen. Die CSU müsse sich also über Hohn und Spott nicht wundern. Die "Nürnberger Nachrichten" befürchten, "im konkreten Fall dürfte es Migranten eher abschrecken denn aufmuntern, wenn sie davon hören, dass ihnen das Verhalten in der eigenen Wohnung sprachpolizeilich vorgeschrieben werden soll".
Einige Medien spielen mit dem ironischen Vorurteil, dass eine Deutschpflicht gerade in Bayern zu Konflikten führen könnte. "Herrschaftszeiten, fragen wir Preußen uns, fangen dann jetzt auch die Bayern endlich an, hochdeutsch zu reden?", fragt die "Neue Presse". Der "Südkurier" kommentiert: "Das ist der hintersinnige Vorschlag eines Stammes, der vor langer Zeit selbst einwanderte." Schließlich gebe es im Freistaat "Politiker, die erst mit Untertiteln bundesweit Gehör finden". Auch am FC Bayern erfreue "man sich wegen seiner Ballistik, nicht wegen der Grammatik".
Durchsichtiges Wahlkampfmanöver?
Neben Hohn und Spott sehen viele Medien in dem Vorstoß der CSU ein Wahlkampfmanöver. Als besonders Erfolg versprechend stufen die meisten Zeitungen das Vorgehen der bayrischen Partei nicht ein. Der "Münchner Merkur" sieht in dem Vorschlag eine "Stammtisch-Strategie, die offensichtlich auf potenzielle AfD-Wähler abzielt". Die "Welt" findet es "unglaublich, zu welchen Ideen mancher fähig ist, den das AfD-Strohfeuer in Panik versetzt. Mit Kopflosigkeit lindert man keine Kopfschmerzen".
Der Sprach-Vorschlag sorgte umgehend für Kritik, Kopfschütteln und Spott. "Das ist eine völlig absurde Einmischung in das Privatleben der Menschen", sagte der integrationspolitische Sprecher der SPD, Arif Tasdelen. "Warum sollte ein in Bayern lebendes amerikanisches Ingenieur-Ehepaar in seiner Wohnung nicht mehr englisch miteinander sprechen? Oder warum sollte ein italienischer Gastwirt nicht mehr seine Muttersprache verwenden dürfen?"
Die "Neue Presse" in Hannover konstatiert ebenso populistischen Wählerfang: "Vielmehr fischt die CSU mal wieder am rechten Rand - offenbar hat man in der Parteizentrale einen eklatanten Bedeutungsverlust ausgemacht und fürchtet weitere Abgänge der eigenen Wähler in Richtung AfD. Da hilft nur eine möglichst populistische Forderung." Auch die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" attestiert der CSU, "die rechte Flanke abzusichern, denn da regt sich seit der Eurokrise neue Konkurrenz". Die Erfahrung aus anderen europäischen Ländern zeige allerdings, "dass das heute nicht mehr ganz so einfach ist wie zu Straußens Zeiten".
Die CSU befasst sich in ihrem Papier aber auch mit Flüchtlingen und Steuerpolitik. Zur Flüchtlingspolitik heißt es: "Wir fordern, dass die EU ein Sonderprogramm zur Flüchtlingshilfe in Höhe von einer Milliarde Euro auflegt." Zugleich verlangt die CSU eine gerechte Verteilung von Flüchtlingen in der EU: "Denkbar wäre etwa ein verpflichtender europaweiter Verteilungsschlüssel." Die CSU droht erneut mit der Wiedereinführung von Grenzkontrollen, sollten EU-Staaten weiterhin unkontrolliert Flüchtlinge ausreisen lassen.
Im Unterkapitel "Steuererleichterungen" heißt es unter anderem: "Ab 1. Januar 2017 wollen wir mit der Bekämpfung der kalten Progression beginnen. Als heimliche Steuererhöhung nimmt sie einen Großteil von wohlverdienten Lohnsteigerungen weg." Erbschaftssteuer und Grundsteuer sollen Ländersache werden.


19 Kommentare

Melden Sie sich jetzt mit Ihrem Nutzerkonto an, um Kommentare zu hinterlassen.
Ich bin kein Freund der CSU, aber "Die Sprachwahl daheim diktieren? Lebensfremder geht's nicht. Fehlt nur noch, dass die CSU den Bürgerinnen und Bürgern vorschreiben will, dass der Wohnzimmerteppich weiß-blau sein soll."Oder das Ausländer Dirndl und Lederhose tragen müssen.
Melden Sie sich jetzt mit Ihrem Nutzerkonto an, um Kommentare zu hinterlassen.
Ich bin auch kein Freund der CSU, aber bevor man sich aufregt, sollte man erst mal den genauen Wortlaut im Zusammenhang kennen.
Wenn man eine Sprache lernt, kann es durchaus hilfreich sein, auch zu Hause diese Sprache zu Lern- und Übungszwecken zu sprechen.
Dies kann natürlich nicht verordnet werden, aber ich kenne die korrekte Aussage der Bayern nicht, nur das Thema ganz oberflächlich.
Melden Sie sich jetzt mit Ihrem Nutzerkonto an, um Kommentare zu hinterlassen.
Und vor allem müssen die Ausländer auch an Faschingsveranstaltungen teilnehmen, damit sie auch deutsch Singen lernen....
Ja nur in Bayern!!!!
Melden Sie sich jetzt mit Ihrem Nutzerkonto an, um Kommentare zu hinterlassen.
HOCH DIE BERGE,
NIEDRIG DER VERSTAND,
DAS IST DAS BAYRISCHE OBERLAND!
Melden Sie sich jetzt mit Ihrem Nutzerkonto an, um Kommentare zu hinterlassen.
Hallo. Ich komme aus die Niederlande und spreche Hoch Deutz. Aber meine Nachbarn sprechen platt Deutz und so haben viele platze ihre eigener Sprache. Müssen wir alle sprachen lernen oder gehen alle Deutzer Uber nach die hoch Deutz Sprache. Und warum sprechen Deutzer keine Niederländisch Weill sie jeden Woche in de Niederlande einkaufen machen. Ich habe einen Nachbarn welche 6 Jahre in de Niederlande gearbeitet hatte und welche kein Wort Niederländisch sprecht. Deutz, englisch etc. sprechen in privat das machen wir selbe aus und nicht die CSU.
Ja, viele Deutsche machen sich nicht mal die Mühe die Sprache ihrer direkten Nachbarn zu lernen. Ich wohne fast direkt an der französischen Grenze und viele Deutsche gehen am Wochenende rüber zum einkaufen, aber kaum einer versteht französisch oder wäre bereit es zu lernen.
Die Bayern, die lassen aber auch keine Möglichkeit aus, sich lächerlich zu machen. Im privaten Kreis wird immer die Sprache gesprochen, die alle verstehen, das kann deutsch sein, muß aber nicht. Und das vorzuschreiben ist unmöglich. Die Türken, die heute ja schon in der dritten Generation hier leben, sprechen alle deutsch, ihnen ist ihre Muttersprache vorloren gegangen. Das finde ich traurig.
Müssen die Bayern dann endlich auch Hochdeutsch lernen und reden????
Ja, vor allem am Stammtisch!
Das wird ihnen aber schwerfallen. Gibt's überhaupt Deutschkurse für Bayern!
Melden Sie sich jetzt mit Ihrem Nutzerkonto an, um Kommentare zu hinterlassen.
jeder, der sich ausgiebig mit Sprachen beschäftigt hat, weiß wie schwer es ist sich in einer Fremdsprache richtig auszudrücken. Das erfordert jahrelange Übung und Disziplin.

In der Familie sollte es erlaubt sein in der Muttersprache zu kommunizieren. Aber wer will das kontrollieren?
Am Besten sprechen wir alle nur noch englisch - dann hat es die NSA leichter.
die Bayern müssten dann endlich auch mal eine zivilisierte Sprache lernen. Vielleicht erweitert das den Horizont der CSU....

Die Hoffnung stirbt zuletzt....
ja, Deutschland wurde von Schwaben her besiedelt (Terra X Deutschland Saga Teil 1 im ZDF)
aber ich bin nur Badner... Allemanne .... quasi ein Schwabe 2. Klasse....
Melden Sie sich jetzt mit Ihrem Nutzerkonto an, um Kommentare zu hinterlassen.
Die CSU macht sich mehr und mehr unbeliebt bis lächerlich. Ihr bzw. Herrn Seehofer haben wir es zu verdanken, dass wir Autofahrer zukünftig neben KFZ-Steuer und Kraftstoffsteuer auch noch eine zusätzliche Straßenbenutzungsgebühr in Form einer Maut bezahlen müssen.
Melden Sie sich jetzt mit Ihrem Nutzerkonto an, um Kommentare zu hinterlassen.
Zu Hause Blödsinn hoch drei.In der Öffentlichkeit sehe ich es anders denn die Sprache ist unabdingbar zur Intergration
Melden Sie sich jetzt mit Ihrem Nutzerkonto an, um Kommentare zu hinterlassen.
Ja genau, so machen wir das. Wir ziehen eine Sprachstasi auf.
Dass die deutsche Sprache zu Hause auch geübt werden muss und sollte, ist ja wohl selbstverständlich.
Aber ich halte es nun wirklich für unsinnig, eine solche Idee auch öffentlich zu präsentieren. Mehrsprachigkeit ist etwas wunderbares. Das wird in einer globaleren Welt gebraucht und sicher kein Schaden, für jene, die darüber verfügen!
Melden Sie sich jetzt mit Ihrem Nutzerkonto an, um Kommentare zu hinterlassen.

wize.life News per Push Benachrichtigung in Ihrem Browser aktivieren

Benachrichtigungen aktivieren