wize.life
Neu hier? Jetzt kostenlos registrieren und mitmachen! Warum eigentlich?

Das Griechenland-Drama

Von wize.life-Nutzer - Dienstag, 23.06.2015 - 11:14 Uhr

Wer versteht noch die Griechenland-Krise?
Wo ein Wille ist, da ist auch ein Weg, so meint unsere Merkel mit einem Kalenderspruch die Griechenland-Krise managen zu können. Sie ist Physikerin und weiß, dass ein Apfel dank der Schwerkraft immer auf die Erde fällt, das ist ein Naturgesetz. Auch in der Wirtschaft gibt es Gesetze. Weiß sie das ? Auf jeden Fall gilt in der Wirtschaft nicht der politische Wille. Es war poltisch gewollt, den Euro einzuführen. Wahrscheinlich meinten damals Kohl und Waigel und Chirac, dass sich mit der Einführung des Euros die großen wirtschaftlichen Unterschiede der Euro-Länder beheben ließen. Ein grandioser Irrtum, den die Ökonomen schon damals erkannten.
Damals vor Einführung des Euros wurden die wirtschaftlichen Unterschiede zwischen den Ländern durch Auf- und Abwertungen ausgeglichen. Wirtschaftlich schwache Länder werteten ihre Währung ab, d.h. ihre Waren wurden für das Ausland billiger und sie wurden wettbewerbsfähiger. Aber heute ist ein Euro in Griechenland genau so viel wert wie ein Euro in Deutschland. Die Lohnstückkosten als Maßstab der Wettbewerbsfähigkeit sind aber in Griechenland höher als in Deutschland, obwohl die Löhne in Deutschland höher sind als in Griechenland. Also Deutschland hat höhere Löhne, aber geringere Lohnstückkosten. Wie geht so was? Ein deutscher Stahlarbeiter verdient mehr als sein griechischer Kollege, aber eine Tonne Stahl wird in Deutschland billiger produziert als in Griechenland, weil die Ausstattung mit Maschinen und die Organisation des Arbeitsprozesses in Deutschland effektiver ist: die Arbeits- und Maschinenproduktivität ist in Deutschland höher.
Die wirtschaftlichen Unterschiede zwischen Deutschland und Griechenland bleiben also bestehen, auch wenn beide Länder den Euro haben. Mit geringeren Renten, einer höherer Mehrwertsteuer und weiteren Sparmaßnahmen versuchen nun die Euro-Länder die Verschuldung Griechenlands und das Lohnniveau zu senken, eine Art innerer Abwertung. Nun sind die Löhne und Renten in Griechenland schon geringer als in den reichen Euro-Ländern. Das führt zu Protesten der Griechen.
Wahrscheinlich wird mit weiteren Milliardenzahlungen und einem Schuldenerlaß Griechenland für ein paar Monaten geholfen. Aber die Ursache der Krise, die geringe Wettbewerbsfähigkeit Griechenlands, ist damit nicht behoben. Es wird zu weiteren Krisen und zu weiteren Hilfsmaßnahmen kommen, so dass die wirtschaftlich starken Euro-Länder immer wieder die wirtschaftlich schwächeren unterstützen müssen, wenn man sie im Euro halten will. Dies ist der Preis für ein vereintes Euro-Land. Natürlich gibt es auch ein vereintes Europa, wenn die Länder ihre eigenen Währungen behalten. Dies ist aber politisch nicht gewollt. Nur wir Ökonomen handeln nicht so wie die Politik es will, sondern nach unseren wirtschaftlichen Spielregeln.

Mehr zum Thema

3 Kommentare

Melden Sie sich jetzt mit Ihrem Nutzerkonto an, um Kommentare zu hinterlassen.
Meiner Meinung nach sehe ich hier das Sprichwort "WER NICHT HÖREN MUSS FÜHLEN". Die Griechische Regierung will es ja nicht anders, Sie belügen ja im Grunde die eigene Bevölkerung und die merken (ein Großteil) dieses nicht. Ich sehe nicht die größte Negativseite bei einer Pleite Griechenlands.
Melden Sie sich jetzt mit Ihrem Nutzerkonto an, um Kommentare zu hinterlassen.
Zum Thema Griechenland gab es hier in Seniorbook nun schon so viele Diskussionen, da möchte ich mich nicht schon wieder auf eine Diskussion einlassen und bereits früher vorgebrachte Argumente wiederholen. Vielleicht geht es anderen ebenso.
Melden Sie sich jetzt mit Ihrem Nutzerkonto an, um Kommentare zu hinterlassen.
Die griech. Regierung wird erst glaubwürdig, wenn sie ihre angekündigten Vorhaben endlich einmal durch das Parlament ratizifieren und damit in die Tat umsetzen läßt.
Die Renten sollen doch überhaupt nicht gekürzt werden, sondern das Eintrittsalter heraufgesetzt und die unwirklich hohen Renten abgeschafft werden.
Das Gesetz der Steuerfreiheit der Reeder muß abgeschafft werden.
Dann erst ist Griechenland auf einem guten Weg,was dann vor allem der armen Bevölkerung helfen wird.
Melden Sie sich jetzt mit Ihrem Nutzerkonto an, um Kommentare zu hinterlassen.

wize.life News per Push Benachrichtigung in Ihrem Browser aktivieren

Benachrichtigungen aktivieren