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Migrantinnen kommen in den Medien kaum oder nur klischeehaft vor

Von Deutscher Evangelischer Frauenbund Bayern - Mittwoch, 15.07.2015 - 17:49 Uhr

Der Bayerische Landesfrauenrat hat, erarbeitet von seiner Medienpolitischen Kommission, eine Stellungnahme über die mangelnde Repräsentanz und klischeehafte Behandlung von Migrantinnen in den Medien herausgebracht.

Doppelte Diskriminierung als Frau und Migrantin


Danach sind Mädchen und Frauen mit MIgrationshintergrund einer doppelten Diskriminierung ausgesetzt, einerseits als Migrantinnen, andererseits aufgrund ihres Geschlechts. Dabei sind Menschen mit Migrationshintergrund bald ein Fünftel der deutschen Bevölkerung. 16,5 Millionen MitbürgerInnen, von denen 10 Millionen den deutschen Pass besitzen. Etwa die Hälfte davon sind Frauen. Und dann das ewige Kopftuchklischee - dabei tragen die wenigsten Migrantinnen in Deutschland eines. Zudem kann das aus Tradition und religiösen Motiven getragene Kopftuch auf über ein Dutzend verschiedene Arten gebunden werden.

Wie aber ist die Darstellung in den Medien: Ja, voll im Klischee: Die Frau mit Wurzeln im Ausland ist eine Kopftuchträgerin. Dieses Bild ist so festgesetzt, dass es schon fast verstellend wirkt. Es ist ein altes Klischee. In keiner Weise wird es der Lebenswirklichkeit von Migrantinnen und Frauen mit Migrationshintergrund gerecht.

Zuwenig Frauen in den Redaktionen und als Expertinnen


Dann die Frau als Medienmacherin: Auch hier bietet sich ein insgesamt eher trauriges Bild. Nicht, dass es sie nicht gäbe, aber die Frau mit Migrationshintergrund ist in den Redaktionen nicht allzu häufig vertreten. Diese sind ohnehin sehr männerdominiert - auch hier wirkt also die doppelte Diskriminierung als Frau und noch dazu eine mit Migrationshintergrund. Kein Wunder, wenn so kein Bild weiblicher auch migrantischer Vielfalt in die Welt hinausgesendet wird. Auch als Expertinnen kommen zuwenige Migrantinnen zu Wort, obwohl durchaus viele von ihnen Expertinnen auf ihrem Gebiet sind.

"Der Bayerische Landesfrauenrat fordert daher die Akteurinnen, Akteure und insbesondere die Entscheidungsträger in der Medienlandschaft sowie die Politikerinnen und Politiker und die Gesamtgesellschaft dazu auf, sensibler mit dem Thema Migration und insbesondere mit Migrantinnen umzugehen. Ganz konkret fordert der Bayerische Landesfrauenrat:

den Reichtum ethnologischer Diversität sichtbar zu machen;

eine Willkommenskultur zu etablieren, damit Migrantinnen ein Zugehörigkeitsgefühl zu Deutschland bekommen können;

die Öffentlichkeit darüber aufzuklären, dass die Staatsangehörigkeit Bedeutung, beispielsweise in Erbschaftsangelegenheiten, hat;

die Lebenswirklichkeit von Migrantinnen in der Berichterstattung nicht zu verallgemeinern;

mehr Sensibilität für die möglicherweise fremden- und frauenfeindliche Wirkung einer Berichterstattung mit entsprechenden Schlagzeilen;

Migrantinnen nicht nur in der Opferrolle darzustellen;

Migrationsthemen nicht länger mit Bildern von Kopftuch tragenden Migrantinnen und anderen klischeehaften Abbildungen zu illustrieren;

Werbung auf fremden- und frauenfeindliche Wirkung hin zu überprüfen;

positive Vorbilder für gelungene Integration abzubilden;

mehr Migrantinnen in den Redaktionen zu etablieren und diese als Expertinnen zu Wort kommen lassen;

in Forschungsvorhaben detaillierte Daten zu den Lebenslagen von Mädchen mit und ohne Migrationshintergrund zu erheben und analysieren sowie

eine neue Sinus-Milieu-Studie zur aktuellen Situation."

Pressemitteilung und Stellungnahme des Bayerischen Landesfrauenrates:
http://www.lfr.bayern.de/aktuelles/p...4/index.php

http://www.lfr.bayern.de/aktuelles/s...6/index.php

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