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"Körperwelten" von Gunther von Hagens

Von wize.life-Nutzer - Mittwoch, 21.10.2015 - 05:24 Uhr

Ich habe kürzlich die Ausstellung „Körperwelten & Der Zyklus des Lebens“ von Gunther von Hagens in der Saarbrücker Kongresshalle besucht. Nun – was halte ich davon!? Hier möchte ich Euch meine Eindrücke schildern.

In vielen Ländern der Welt (u. a. In den USA) gibt es heute noch die Todesstrafe. Ich erinnere mich an einen Fall, wo ein Mörder durch die Giftspritze hingerichtet wurde, und seinen Körper der Forschung vermacht hat. In einem TV-Beitrag wurde darüber berichtet, wie der Körper in millimeterdünne Scheiben geschnitten wurde. Diese wurden dann fotografiert und digitalisiert. Diese Bilder dienen heute zu Lehrzwecken.

So weit, so gut. Nun aber meine Eindrücke zu den „Körperwelten“.

Einerseits finde ich die Idee, Körper toter Menschen in einer Ausstellung zu präsentieren, sehr interessant. So bekommt man einen Einblick in den menschlichen Körper, wie man ihn noch nie zuvor gesehen hat. Die „Plastinate“ wurden durchaus ansprechend präsentiert. Man kann auch wirklich viele Details des menschlichen Körpers erkennen.

Andererseits finde ich die Idee, die Körper toter Menschen so zu präsentieren,. durchaus gewagt und sehr makaber. Ich war mit einigen Kollegen dort, und wir haben natürlich über das „Für“ und „Wider“ einer solchen Veranstaltung diskutiert.

Dabei habe ich argumentiert, die Ausstellung sei sowohl hochinteressant, aber auch sehr makaber. Interessant natürlich für (angehende) Mediziner. Makaber, weil ich es irgendwie komisch (oder besser: seltsam) fände, wenn ein Angehöriger oder guter Freund stirbt, und seinen Körper zum „Plastinieren“ spendet.

Normalerweise besuchen wir unsere geliebten Mitmenschen, die von uns gegangen sind, ja auf Friedhöfen. Dort haben wir einen Ort der Erinnerung. Wir können an ein Grab treten, und (in Gedanken) Zwiesprache mit den Toten halten, uns an schöne und weniger schöne (gemeinsame) Erlebnisse erinnern. Hier aber ist das etwas anders.

Die Toten in der Ausstellung sind natürlich anonym, aber ich denke, dass man als enger Freund oder Angehöriger, der eine solche Ausstellung besucht, schon ein gewisses „Magengrummeln“ hat – denn das „Plastinat“, das Du gerade in der Ausstellung bewunderst, könnte ja jemand sein, den Du zu Lebzeiten kanntest!?

Dieses Gefühl wird natürlich noch verstärkt, wenn man weiß, daß ein verstorbener Freund oder Angehöriger seinen Körper dafür "gespendet" hat - und genau das "Plastinat", das Du gerade in der Ausstellung bewunderst, könnte zu Lebzeiten diese Person gewesen sein.

Gunther von Hagens` "Körperwelten

1 Kommentar

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Den menschliche Körper SO zu sehen, das ist natürlich "gewöhnungsbedürftig". In diese Ausstellung zu gehen, kostet den Einen oder Anderen sicher etwas Überwindung. Bei mir hat aber die Neugier gesiegt. Hier bekommt man Dinge dreidimensional zu sehen, die man sonst nur zweidimensional (in Büchern oder auf Filmaterial) sehen kann (oder eben - undeutlich - auf Röntgenbildern). .

Einige der "Exponate" können durchaus "Ekel" beim Betrachter auslösen (bspw. eine Raucherlunge), aber andererseits ist das Betrachten einer Raucherlunge für Raucher vielleicht ein Anreiz, endlich damit aufzuhören!? Weil man eben SIEHT, wie schädlich das für die Lunge ist.
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