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Gossensprache - Statusmerkmal oderStilmittel?

Gossensprache - Statusmerkmal oderStilmittel?

Von wize.life-Nutzer - Samstag, 24.10.2015 - 21:15 Uhr

Es fällt auf, dass sich bei SB zahlreiche User offenbar besonders stark fühlen, indem sie sich einer Sprache bedienen, von der ich annehme, dass sie diese im alltäglichen Umgang vermeiden würden. Sie ist gekennzeichnet durch eine Häufung von Fäkalausdrücken oder von Tabuwörtern aus dem sexuellen bzw. obszönen Sprachschatz. In vielen Fällen geht diese Erscheinung einher mit einer Häufung von gravierenden Verstößen gegen Grammatik, präzise Ausdrucksweise, Wortwahl, Rechtschreibung und gedanklicher Logik. Man könnte meinen, dass der Gebrauch von Tabuwörtern ein Zeichen von mangelnder Bildung ist. Untersuchungen zeigen aber, dass die Verwendung der "Gossensprache" allerdings mit dem Bildungsgrad nicht viel zu tun hat, Besonders auffällig ist die Verrohung der Sprache in Kommentaren, die zur Verunglimpfung und Beleidigung anderer User dienen.
Es würde nicht schwer fallen, eine ganze Reihe von Beispielen in den Kommentaren zu finden für das, worum es hier geht. Das überlasse ich also jedem Leser selbst.

Es wäre interessant zu erfahren, ob diejenigen Nutzer, die sich regelmäßig durch solch „niedriges“ Sprachniveau auszeichnen, dieses bewusst anwenden – vielleicht weil sie sich davon mehr Aufmerksamkeit und Wirkung versprechen - , oder ob das geschieht, weil es einfach ihr Sprachstil ist und sie gar nicht anders können. Oder ist die Verwendung der „Unterschichtsprache“ vielleicht motiviert durch die Absicht, sich auf das Niveau derjenigen zu begeben, deren Zustimmung man für die eigene Meinung wünscht? Sprachwissenschaftler und Soziologen befassen sich ja bekanntlich in zahlreichen Forschungen mit den „Soziolekten“, d.h. mit den typischen Sprachgewohnheiten unterschiedlicher sozialer Schichten. Ohne Zweifel würden sie manche der Kommentare eindeutig am unteren Ende der Skala einordnen.

Sprache ist immer auch gekennzeichnet von der jeweiligen Situation, in der sie benutzt wird – auch von der Stimmung, in der sich der Sprecher gerade befindet So wird jemand, der verärgert ist, sich anders ausdrücken als wenn er über ein schönes Erlebnis berichtet.
Ganz sicher aber stimmt es, dass jeder mit seiner Sprache und Ausdrucksweise etwas über sich selbst preisgibt, ob er es will oder nicht. Und auch die Leser der Kommentare bei SB machen sich – bewusst oder unbewusst – ein Bild von den Schreibern. Darüber sollte sich jeder im klaren sein. Es gilt also der Satz:
„Zeige mir wie Du sprichst oder schreibst, und ich sage Dir, wie/wer Du bist !.

Zur Vertiefung des Themas hier noch ein Link:
http://www.stern.de/panorama/gesells...860156.html

75 Kommentare

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Hatten wir beiden nicht unlängst mal erarbeitet, dass die europäischen Sprachen aus der lateinischen Gossensprachen entstanden?

Für mich ist Sprache mein Weg, Bilder zu malen. Ich kann darin baden, mich suhlen, sie genießen wie andere eine Hamam.

Unten kam der Begriff: Sich mit Sprache maskieren - ja, ich kann mich mit der Sprache maskieren. Ich kann verschiedene Charaktere darstellen, je nachdem wie ich diese Sprache benutze. Ich denke, mit dieser Fäkalsprache wird - unbewusst und sicher meist nicht intellektuell gelenkt - auch etwas dargestellt, was man vermitteln will.

Ich denke da nur an diesen Deutsch-Türken mit seiner aggressiven Fäkalsprache, die alle Grenzen des Anstands durchbricht. Auch er will etwas darstellen. Er beruft sich sogar darauf, dass in Amerika diese aggressive und schmutzige Art, andere mit Meinungen zu konfrontieren, üblich sei. Ich hoffe, diese Mode bleibt in Europa mit dem Herrn in den Anfängen stecken, aber der Sinn, warum man das macht, zeigt dieses Beispiel besser als all diese Schimpftiraden hier oder anderswo im Netz.
Sara, den Satz, oben, : "Er beruft sich sogar darauf, dass in Amerika diese aggressive und schmutzige Art, andere mit Meinungen zu konfrontieren, üblich sei."
verstehe ich nicht .
Erläuterst Du ihn mir bitte?
Ich habe gelesen, dass dieser Katzenkrimiautor sein Erstaunen kund tat, weil ihm seine unflätige aggressive Ausdrucksweise vorgeworfen wurde - nicht wegen des einen aktuellen Satzes, allgemein. Er meinte, in Amerika sei diese Art der Provokation gang und gebe.
Gehört habe ich das auch schon, aber man muss nicht alles über den Teich holen.
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Dein Beitrag tönt so, als käme er aus dem letzten Jahrhundert.

Der Verfall der Sprache von Goethe und Schiller ist Folge unserer kulturellen Vielfalt.
"Kanakisch" (ein anerkannter Ausdruck) ist das elementare Medium der Kommunikation von Multikulti.

Flexion, "Aggusadief" und das sachliches Geschlechtswort werden für die Einwanderergeneration bald in der Versenkung verschwinden.

Wird sich die nachwachsende Generation noch an die Sprachkultur unserer Eltern erinnern wollen?

Dürfen wir den Zuwanderern die Teilhabe an Social Media verwehren, weil für uns die "Spreche" (Nachrichtensprecher ZDF) " Zeige mir wie Du sprichst oder schreibst, und ich sage Dir, wie/wer Du bist !" zum Qualitätsmerkmal erhoben wird?
Ich suche eher nach einer Schnittmenge von Wortschatz, Grammatik und Semantik des Deutschen mit den Muttersprachen der Zuwanderer .

Bemerkenswert finde ich den Kommentar unter meinem von Mika. Knapp und treffend - lakonisch

Dein Beitrag gefällt mir, Friedhelm. Danke Dir
Manfred
Ich danke Dir für Deinen Kommentar, den ich als passende Ergänzung und Erweiterung meines Beitrages ansehe.
Dazu noch ein paar Bemerkungen von meiner Seite:
1. Das letzte Jahrhundert liegt ja nun noch nicht so weit zurück, so dass ich, der ich den größten Teil meines Lebens darin verbracht habe, mich auch dazu bekenne.
2, Es ging mir in meinem Beitrag eigentlich nicht so sehr um den "Verfall der Sprache von Goethe und Schiller [als] Folge unserer kulturellen Vielfalt", den man vielleicht mit Recht beklagen kann, den ich aber gar nicht als so bedrohlich ansehe. Für mich ist Sprache etwas Dynamisches, ständig im Umbruch, veränderbar und sich permanent verändernd. Das trifft insbesondere für die Alltagssprache zu, weniger für die künstlerisch geformte der Dichter und Schriftsteller. Wörter und Begriffe kommen und gehen, verändern ihre Bedeutung, erobern sich neue Felder, ja variieren sogar ihr Aussehen (Rechtschreibreform). Auch die Grammatik ist ständig im Umbruch - was gestern noch fehlerhaft war, ist heute Usus.
Was die Veränderung durch Fremdeinflüsse angeht (Multikulti), so kann man solches in allen Sprachen feststellen. Es gibt praktisch keine Sprache, die davon frei ist. Ist das zu bedauern? Ich meine nein, denn meistens ist es eine Bereicherung, führt zu mehr Nuancierungsmöglichkeiten, weitet den Blick, macht die Sprache bunter.
Meines Wissens sind alle Versuche der Sprachpurissten, ihre Sprache "rein" zu halten, frei von vermeintlichen "schädlichen fremden" Einflüssen, vergeblich gewesen. Es ist daher auch zwecklos, nostalgische Tränen zu vergießen wegen des Verfalls der Sprachkultur. Dennoch halte ich es für durchaus lohnend, sich selbst darin zu üben, dem eigenen Ausdruck ein gewisses "Niveau" zu geben, wie immer man das auch definieren mag.
Sollte man, kann man für Sprache allgemeingültige Qualitätsmerkmale festlegen? - Damit Sprache ihre Kernaufgabe, Kommunikationsmittel zu sein, erfüllen kann, muss man sich schon auf einen Einheitscode verständigen, um Missverständnisse auszuschließen. Im Grunde aber sollte damit im Alltagsgebrauch alles erlaubt sein, was diesem Anspruch gerecht wird. Das dürfte dann auch für die Zuwanderer gelten.

Nun, nach diesem Exkurs, noch ein Wort zu meinem Themenbeitrag. Es ging mir dort weniger um den "Verfall" der Sprache allgemein, sondern um Zeichen von Missbrauch durch Verrohung, durch Obszönitäten, durch Fähalsprache, durch bewusste Häufung von Tabuwörtern.
Dass derartige Sprachverrohung oft auch einher geht mit einer gewissen Verrohung der Sitten, des zwischenmenschlichen Umgangs, von ethischen Normen, ist m.E. nicht zu übersehen.
Hm, das betrifft nun aber auch Anglizismen, z.B. - die ich am liebsten auf den Jupiter verbannen würde. Dennoch ist mir bewusst - es gehört zu einer Sprache dazu, dass sie sich wandelt und auch Einflüssen durch andere Sprachen ausgesetzt ist. Also muss ich damit leben, dass meine beiden Lieblingssprachen auf der deutschen Seite vermischt werden .
Sara
Anglizismen wird man heute weltweit, d.h. in allen Sprachen finden, da das Englische sich inzwischen zu einer Art "lingua franca" gemausert hat. Für den Beobachter von Sprachentwicklung ist es interessant, dass z.B. im Deutschen Wörter entstanden sind, die englisch klingen, aber im englischen Wortschatz nicht vorkommen: Beispiel: Handy. Daneben gibt es auch neue Lehnwörter aus dem Englischen, z.B. das Verb "händeln", von engl. to handle.
Ich war bei einem Besuch in Polen erstaunt darüber, wieviele deutsche Wörter Eingang gefunden haben in die Sprache unserer östlichen Nachbarn, z.T. über den Umweg über das Jiddische. Beispiel: "Mischmasch".
in England kennt man deutsche Wörter wie "kindergarten" und "German angst".
Nachbarsprachen befruchten sich oft gegenseitig.
Ja - und mir stehen meine inzwischen nicht mehr ganz so kurzen Haare senkrecht zu Berge.
Ich weiß das ja, Friedhelm - aber es tut mir weh. Es ist wie ein Missklang in der Musik. Sprache ist Musik, es kann auch mal schräg klingen wie bei Tom Waits - aber dennoch darf es keine Misstöne geben. Ich vermute, einigen Polen fallen auch die Plomben aus den Zähnen, wenn sie diese neuen Begriffe hören müssen - vor allem dort.
Doch ich weiß - ich weiß - ich weiß, das ist das Leben - Sprache lebt und verändert sich.
Wenn ich auch manches anders empfinde, kann ich nachempfinden, was Du schreibst.
Passend finde ich auch Deinen Vergleich von Sprache und Musik. Ich würde ihn allerdings ein wenig abwandeln: Die Sprache der Dichter und Schriftsteller würde ich mit klassischer Musik vergleichen, die Alltagssprcahe mit der Popmusik. In beiden Sparten findet man "Hörwürmer", manchmal aber auch grässliche Misstöne. Und was jemand wahrnimmt, ist wohl weitgehend von individuellem Geschmack abhängig.
Die Ähnlichkeit von Sprache und Musik wird durch lautes Vorlesen hervorgehoben.
Der Schall der eigenen Stimme und dessen Wahrnehmung als Körperschall unterstützt das Selbstvertrauen auch noch von Erwachsenen.
Ich denke da ganz besonders an Schillers" Glocke" aber auch an "Schneewittchen" in der Sprache von den Gebrüdern Grimm.
"Sage ihm, er solle mich am A... lecken" - das kennen wir doch irgendwie alle.
Vorlesen:
Mir reichen da ganz profane Hörbücher, die von guten Sprechern vorgelesen werden. Allerdings bevorzuge ich da die britischen Autoren im Original, denn da wird der Lokalcolorit noch mit dem entsprechenden Akzent untermalt. Deutsch ist immer Schriftdeutsch.
Zur Zeit übrigens Edinburgh - wunderschön! Das ist Musik in den Ohren.
Doch ich bekenne: Deutsche Klassiker, mit denen ich mich schon in der Schule hätte beschäftigen sollen, es aber aus Langeweile nicht tat - hatte dennoch in Deutsch Bestnoten - habe ich dann vor einigen Jahren als Hörbuch mit Genuss und großem Interesse konsumiert. Der Simplizissimus - ein Grauen aus der Mittelstufe - war dermaßen spannend und großartig, ich war gefangen. Aber vielleicht muss man auch für diese Art von Literatur einfach erwachsen sein.
Simplizissimus - natürlich, der Roman hat Dein Kopfkino angeregt, weil die Schilderungen interessant sind.
Obwohl Grimmelshausens Sprache sich holprig liest.

"ich habe ihn vom Hocker gev..."
aus der Feder einer anmutigen SB-Userin, verwendet als Stilelement, hat ähnliche Wirkung zur Folge.
Das Götz-Zitat übrigens auch
Jetzt ist die Diskussion an einem Punkt angelangt, wo sich zeigt, dass deftige Sprache - ja sogar das Obszöne - , als Stilelement seine Wirkung nicht verfehlt und dort, wo es künstlerisch gekonnt eingesetzt wird, auch den Sprachästheten nicht stört, sondern ihm vielmehr einen besonderen Reiz verschafft.
Dennoch aber liegen Welten zwischen den beiden Verwendungsebenen. Aus dem hier Gesagten eine Rechtfertigung von obszöner Sprache in SB-Kommentaren abzuleiten geht dann doch wohl zu weit.
Friedhelm, wir leben in einer Welt der lw-Quoten.

Das Koordinatensystem des "guten Geschmacks", der Sprachästhetik droht, sich zu verschieben.
Ist das gut so?
Ranicki: Literraturr muss interrresant sein
Nur noch mal angemerkt - ich habe Grimmelshausen ja eben auch nicht gelesen, sondern gehört. Da kommt noch Stimmmodulation hinzu und gleich ist holpriges nicht mehr holprig und die Geschichte spannend. Außerdem habe ich immer Assoziationen zu der Gegend, wo ich es gehört habe.
Friedhelm - ich muss aber auch sagen, dass bei diesen obszönen Sprachen in der Literatur sich mir auch schon die Frage stellt: Ist das nun wirklich Literatur - oder ist es einfach obszön? Bukowski fällt mir da spontan ein. Er war ja mal Kult. Verstanden habe ich es nie.
Dennoch - es liegen Welten zwischen den literarischen Ergüssen und denen hier bei SB - das kann man so sagen, ja. Ob man das allerdings näher analysieren sollte, weiß ich nicht.
Vielleicht hat ja Grimmelshausen auch schon auf die Quote (oder auf die Auflage) geschaut - wer weiß?
Dafür hat er viel Papier verbraucht. Und - ja, es geht ihm ein bisschen so wie modernen Schreibern von Serien, Buch und Film - die Idee geht aus, die Geschichte ist zu Ende - doch irgendwie sollte es weitergehen, entweder - genau - wegen der Quote oder der Auflage. Und dann wird die Fortsetzung immer skurriler und und etwas phantastisch. Sehr zeitgemäß - für unsere Zeit also - der Herr Grimmelshausen.
Mein letzter Einwurf : Kennt Ihr von Robert Grave
" 100$ miss understanding"?
Ich kenne ihn nicht. Sollte man den kennen?
Ich glaube nicht, dass ihn MRR jemals erwähnt hat.
Es ist ein anspruchsvoller Gossenthriller.
Englisch oder deutsch? Original meine ich.
Englisch. Verlegt -ich glaube 1965.
Es gab auch eine Übersetzung.
Bist Du jetzt in Endinburgh, wenn ja, dann schicke einen Gruß nach South Queensferry hinüber.
Nein - ich bin in der Bretagne, aber ich lese und höre hauptsächlich englische Bücher - und wenn ein Buch in Edinburgh spielt, wie das aktuelle jetzt, dann wird es auch in der Sprache dort vorgelesen - allerdings natürlich "Queensschottisch",
Mein Lieblingsautor für Edinburgh ist aber Ian Rankin.
Bei dem Buch habe ich nur gefragt wegen der Gossensprache. Sie zu übersetzen ist nicht ganz einfach .Da geht meist viel verloren. Wie überhaupt bei den Übersetzungen viel verloren geht.
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Profilierungsversuch in der virtuellen Anonymität, Verbrüderungsangebot ( unter geistig Armen ) , sehr niedrige Reizschwelle, Mangel an Argumentationsfähigkeit, plumpe Vertraulichkeit ...
es gibt wohl sehr viele Gründe dafür, für alle gilt jedoch :
„Zeige mir wie Du sprichst oder schreibst, und ich sage Dir, wie/wer Du bist !"
Oder eine Mögliichkeit der erweiterten oer vielfältigeren Ausdrucksfähigkeit - wenn mans als "Stilmittel" nutzt - und nicht einfach nur, weil man nix anderes kann - was aber hier offensichtlich "pars pro toto" pauschal unterstellt wird.
ich habe hier bei SB in den Kommentaren noch kein Beispiel entdecken können, in dem Fäkalsprache als Stilmittel genutzt wurde - es sei denn, man wollte durch die Verwendung obszöner Worte seine abgrundtiefe Verachtung für den "Gegner" zum Ausdruck bringen.
Nö - dafür müsste man das ja auch bewusst einsetzen - und als "Stilmittel" nutzen können - statt einfach nur so zu schreiben, weil mans nicht anders kann... Aber "SB" ist ja nicht die reale Welt - und wenn man sich in der bewegt, dann kriegt man das schon mit - dass das ganz bewusst so getan wird - mal einen "deftigen Spruch" einzustreuen - wenn man sich nicht grade unter perfektionistischen Bildungsbürgern befindet - die sich NIEMALS bei einem "Sprach-Ausrutscher" erwischen lassen würden - und dafür zum Lachen in den Keller gehen
@ Roland :
Ich habe den Eindruck, das sind zwei verschiedene paar Schuhe von denen Friedhelm und du hier sprechen.
Auch "Bildungsbürger" verschiedener Cou­leur können "vom Leder ziehen", wenn es in`s Gefüge passt ...
und Spache zeigt ja nicht nur primär den Bildungsgrad an, sondern den Charakter im weitesten Sinne ...
und die kleinen und mittelgroßen Provokateure, die bewusst streuen, machen dass hoffentlich weniger "platt". Damit es auch wirkt !
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Ja scheiss die Wand an, da muss ich echt mal drüber nachdenken, elende Hacke nochmal.
Danke für die "humoristische" (???`) Einlage.
*Rülps* - nix für ungut- *am Sack kratz*
Herrrrlich....!!
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Auch die Alltagssprache verkommt doch immer mehr. Nehmen wir mal das Wort "geil". Ich habe es meinen Kindern noch verboten. Heute zucke ich höchstens noch zusammen, wenn meine Enkel die Geschenke, die sie von mir erhalten "geil" finden - aber im Grunde ist es als Kompliment gemeint.
Auch ehemals vulgär-sexuelle Ausdrücke tauchen mehr und mehr im Alltag auf.
Und in der Anonymität kann man sich doch mal so richtig "austoben".
Möglicherweise sind diese Menschen nie ganz erwachsen geworden, denn mich erinnert das an meine Kindheit, als wir mit Kreide "wer das liest, ist doof" auf die Hauswände schmierten und schnell wegrannten.
Heidi
Der Vergleich mit den "Untaten" der Kindheit ist sicher nicht falsch. Nur war uns Kindern, wenn wir unseren Verstand bemühten, schon damals klar, dass wir hier einen ungerechtfertigten Rollentausch vornahmen, dass wir nämlich im Grunde selbst "doof" waren, indem wir den Spruch an die Wand schmierten. Sollte es sich also bei dem von mir beanstandeten Sprachverhalten von Erwachsenen um eine Art "Regression", um ein Zurückfallen in kindliche oder gar kindische Verhaltensmuster handeln? Wie ist dann aber zu erklären, dass dieses Muster in solcher Häufung auftritt? Ist die Krankheit vielleicht ansteckend?
Davon ist ja fast auszugehen!
Dafür gibt's ja Smilies.
Nein, die Dinger halte ich in einem Forum für recht sinnvoll, wenn man eine bestimmte Stimmung zum Ausdruck bringen will. Ist nicht immer einfach. Es wrid interpretiert und schwupps ist mein Gesprächsparnter beleidigt, ohne dass es meine Absicht war.

Ja, Friedhelm, die Verrohung der Sprache ist ein Ausdruck der Verrohung des Handelns:
Achte auf deine Gedanken,
denn sie werden deine Worte.
Achte auf deine Worte,
denn sie werden diene Taten.
Achte auf deine Taten,
denn sie werden dein Charakter.

Ganz offensichtlich wissen das nicht viele.
Und es gibt noch die, die sich "Kotz-Smileys" wünschen. (Dieses Wort ließ sich jetzt leider nicht umgehen)
Beleidigung per Smiley. Da braucht man dann gar nicht mehr zu denken oder argumentieren, einfach Beleidigung per Klick.
Und diese Menschen fühlen sich dann sogar noch gut und edel, denken, sie sind die Besseren.
Wobei ich geine, bösartige Kommentare durchaus gerne manchmal mit einem solchen Smilie bedenken würde. Das Blöde ist, dass man sich dann selbst auf ein so unterirdisches Niveau begibt. Also packe ich dann meine überaus höflich-lächelnde 'Keule' aus und ziehe ganz klare Grenzen.
"Geil" ist schon seit dem vorigen Jahrhundert out. Heute ist "geil" "krass" - oder "heftig" - oder schon wieder "cool" - wie schon vor 30 Jahren. Kommt halt irgendwie alles wieder. Ist aber im Grunde genauso "sinnfrei" wie "knorke", "dufte", "tofte" oder "schnieke" - oder was es sonst noch so an "gutbürgerlichen" "Jargon-Ausdrücken" gibt - die von unseren Großeltern beklagt wurden. Hat sich nicht groß was geändert...
Das fetzt!
Ursprünglich ging es ja hier um Gossen- und Fäkalsprache, weniger um Modewörter.
Das Dumme ist nur: Mir sind bisher noch nirgends welche aufgefallen - "Fäkalsprüche" - und schon gar nicht "exzessiv genutzte" - oder "ausschließliche" - sondern vielmehr "Totschlag-Etikettierungen": "Gutmensch" - gegen "Nazi"
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Grundsätzlich stimme ich den von Dir gemachten Erfahrungen zu. Auch ich lege auch privat sehr großen Wert auf eine Sprache und einer Ausdrucksweise, die der Deinigen entspricht.

Ab und zu - je nach Anlass - gibt es da schon auch mal ein paar Ausreißer oder Ausrutscher, die am anderen Tag oder im gewohnten Alltag schnell wieder vergessen wird.

Aber seit geraumer Zeit hatte ich - insbesondere nach meinen ersten Besuchen im Internet, in Chatrooms, in Sozialen Netzwerken Schwierigkeiten, die Leute zu verstehen. Ganze Sätze, die richtig geschrieben wurden, Groß und Kleinschreibung, Grammatik und vieles mehr fand ich gar nicht mehr vor.
Es war für mich der Beginn, die sogenannte Chatsprache, der ich bis dato unkundig war, zu begreifen.

Kann mich noch erinnern, das ich jemand schrieb:

Ich wünsche Dir eine gute Nacht. Als Antwort bekam ich N8ti.
Ich wiederholte meinen Gruß in der Annahme, dass er den vielleicht doch nicht gelesen hatte und bekam wieder N8ti mit einem "Nervsmile" zu lesen. Ich verstand die Welt nicht mehr, bis mich ein 10 jähriger Junge über alles aufklärte. N8ti bedeutet das Gleiche - man muss es nur aussprechen.

Und so habe ich mich mühsam in dieser Sprache, die ich bis heute nicht beherrsche aber besser verstehe, durchgearbeitet.

Groß und Kleinschreibung, Grammatik, Interpunktion und vieles mehr gibt es dort nicht. Man schreibt so untereinander - auch Erwachsene zum Teil. Die Kleinschreibung rührt von der Englischen Sprache her.

Es gibt hierfür auch einen logischen, finanziellen Grund. Früher so bis vor 8 - 10 Jahren schrieb man sich noch keine E.-mails im heutigen Umfang - man machte das mit einer SMS. Diese kostete Geld, Flatrates kamen weniger vor und die SMS hatte eine begrenzte Anzahl von Zeichen - so rund 160 Zeichen. Jeder lange Text kostete Geld zusätzlich.

Aus diesem Grunde die sprachlich verknappte Ausdrucksweise.

Sie hat sich bis heute gehalten, obwohl die Gründe entfallen sind. Eine mail kostet - egal wie lang - nichts mehr..

Die Fäkaliensprache schafft in der Tat mehr Aufmerksamkeit als eine gewählte Ausdrucksweise. Das ist einfach so. Man bekommt mehr Kommentierungen, lesenswert, als wenn man sich gewählt ausdrückt:

Wenn es Dir also mehr um Sachlichkeit geht, solltest Du Deine Sprachweise beibehalten.

In den AGB ist übrigens niedergelegt, dass man möglichst die Chatsprache vermeiden soll. Aber das ist Wunschdenken.
Auch wenn mir das - vorübergehend - Nachteile bringen sollte, werde ich mich um eine sachliche, d.h. der Sache dienende, Sprache bemühen. Alles aandere ist in meinen Augen kontraproduktiv, führt zu kräfteraubenden und unter Umständen auch schmerzlichen Auseinandersetzungen. Das kann nicht der Sinn eines "sozialen" Netzwerkes sein. Was bringt es mir, wenn ich durch kraftstrotzende, aber beleidigende, persönliche Ausfälle alle Kontrahenten sozusagen "aus dem Ring geworfen" habe, also letztendlich als "Sieger" im Ring stehe, aber niemand hört mir mehr zu?
Ich hoffe, dass ich Dir die Hintergründe gut erläutern konnte. Was man daraus macht, bleibt jedem überlassen.

Ich halte es wie Du es machst..
Aber N8ti finde ich süß und kreativ.
Ist es auch
alda, isch findisch goil...
Voll der krasse Spruch Alda
Welch ein Dialekt?!?!
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Friedhelm, erst einmal vielen Dank für diesen informativen Beitrag.
Dieses "Sprachniveau" passt doch zum Netz. Stehe ich meinem Ansprechpartner gegenüber und schaue diesem in die Augen werde ich mich hüten, diese Fäkalsprache anzuwenden. Denn die Reaktion ist sofort spürbar. Hier "spricht", bzw. schreibt man ja nicht direkt, da kann "man" sich ja schon weiter aus dem Fenster lehnen. Dass man vom "Gegenüber" bei diesem Sprachmissbrauch in eine gewisse Schublade gesteckt wird ist kein Wunder. Es wäre jedoch zu begrüßen, die deutsche Sprache nicht mehr so zu verunglimpfen.
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Friedhelm man kann dir nur zustimmen, denn seit einführung des chat´s in den 80er jahren, ist es zu beobachten wie sich die sprache bei so manchen geändert hat.
ich glaube hingegen das gerade die menschen die im alltag solchen sprachgebrauch nicht verwenden können, gerade solche sind hier die schlimmsten, sie wollen sich dadurch hervorheben und auch ein wenig profilieren. einmal sagte einer, das sind menschen die zuhause nichts zu sagen haben also unter den pantoffel stehen, manchmal könnte man dieser sichtweise recht geben. aber sind nun mal menschen nicht immer so, vor allem in allen bereichen
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Ich bin ehrlich überrascht, sowohl über die Zahl der Kommentare als auch über die generelle Zustimmung zu meinen Thesen und über ergänzende und erweiternde Bemerkungen. . Dafür bedanke ich mich schon mal bei allen Kommentatoren.
Ich wäre nicht enttäuscht oder böse, wenn mancher Leser meinen Beitrag auch als Appel ansehen würde, sich in Zukunft der "Gossensprache" weitgehend zu enthalten bzw. sich zu mäßigen. Es würde der Debattenkultur bei SB sicher gut tun.
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Sehr guter Beitrag! Leider ist hier immer wieder zu lesen, dass es im Netz viele Menschen gibt, die keine Hemmungen haben und diese glauben ungestört ausleben zu können.....
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