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Gedenken nach den Anschlägen in Paris

Bewegender Brief: Ehemann schreibt an den Attentäter, der seine Frau ermordet hat

Von News Team - Samstag, 21.11.2015 - 12:23 Uhr

Antoine Leiris hat bei den Anschlägen in Paris seine Frau verloren. Sein einjähriger Sohn wird jetzt ohne Mutter aufwachsen. Seinen Hass will der dem Mörder seiner Frau trotzdem nicht geben. In einem offenen Brief hat er sich an die Attentäter gewandt:

"Freitagabend habt ihr das Leben eines ganz besonderen Menschen ausgelöscht. Der Liebe meines Lebens, der Mutter meines Sohnes. Aber ihr kriegt meinen Hass nicht. Ich weiss nicht, wer ihr seid. Und ich will es auch nicht wissen. Ihr seid tote Seelen.

Wenn der Gott, für den ihr so blind tötet, uns nach seinem Antlitz gemacht hat, dann wird jede Kugel im Körper meiner Frau eine Kugel in seinem Herzen gewesen sein.Ich werde euch nicht den Gefallen tun, euch zu hassen. Ihr habt es mit Sicherheit verdient, aber auf Hass mit Wut zu antworten, würde bedeuten, mit derselben Ignoranz zu reagieren, die euch gross gemacht hat. Ihr wollt, dass ich Angst habe. Dass ich in die Augen meiner Mitmenschen gucke und niemandem mehr vertraue, dass ich meine Freiheit für die Sicherheit aufgebe. Ihr habt verloren. Ich werde weiterleben wie bisher.

Ich habe sie heute morgen gesehen. Endlich, nach Tagen des Wartens. Sie war genauso schön wie am Freitagabend als sie ging, genauso schön wie sie war, als ich mich vor zwölf Jahren unendlich in sie verliebt habe. Mein Herz ist zerbrochen, das muss ich euch eingestehen. Aber das wird vorbeigehen. Denn ich weiss, dass sie bei uns ist und dass wir uns eines Tages wiedersehen. In einem Paradies der freien Seelen, zu dem ihr keinen Zutritt habt.

Jetzt sind wir nur noch zu zweit, mein Sohn und ich. Aber wir sind stärker als alle Armeen dieser Welt. Doch jetzt habe ich keine Zeit mehr, euch zu schreiben. Denn mein Sohn Melvin wacht gerade auf. Er ist erst 17 Monate alt. Er wird erst eine Kleinigkeit essen, dann wird er ein bisschen spielen. Wie jeden Tag. Und jeden Tag wird dieser kleine Junge euch beschämen, denn er ist glücklich und frei. Denn ihr werdet auch seinen Hass nicht bekommen."

Quelle: Westdeutsche Zeitung

105 Kommentare

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Danke, dass mich diese traurige Geschichte weg gebracht hat von meinem Hass, den ich empfunden habe nach all den schrecklichen Ereignissen. Hass bringt uns nicht weiter, das wollen diese Gestörten doch nur. Diese herzlosen Wesen, die an nichts glauben, wollen doch nur eins _ Krieg. Den bekommen sie, wenn wir hassen, weil Hass eine tiefe, starke Emotion ist. Wir sollten sie mit Nichtbeachtung strafen, das ist schwer - sicherlich. Aber Nichtbeachtung ist die größte Demütigung , die man einem Menschen antun kann. Und etwas anderes haben sie nicht verdient.
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Doch sage es nochmal nie in meinem Leben habe ich gehasst , nun hasse ich Menschen die morden
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Ich hoffe nur das, viele Menschen nicht nicht vom Hass dieser verlorenen Seelen anstecken jassen
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Ach wäre es doch ein Licht, das in die Welt getragen wird. Jeder kann seine Kerze daran entzünden.
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Der Artikel ist bewegend. Er macht seiner verstorbenen Frau eine "Liebeserklärung" . Er betont aber, dass er Stärke zeigen will/muss, damit die Attentäter nicht das erreichen, nämlich ANGST. Dies kann nicht JEDE/R, denn wenn die Liebe seines Lebens nicht mehr da ist und auch die Mutter weggenommen wird - durch eine Tragödie - es zeigt einfach Größe.
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Eine traurige Geschichte. Leider haben die Täter keine Schuldgefühle und die Politik ist ratlos. Kein normaler Mensch sollte denken dass religiöse Extremisten integriert werden können. Dieses ist erst der Anfang eines neuen heiligen Krieges gegen die Ungläubigen.
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wie bescheiden wird man beim Lesen dieser Zeilen, diese Art der Größe bietet aber dem Vater und dem S ohn eine Chance herzensmäßig zu überleben, weil der Hass alles vergiftet, es sollte uns nachdenklich machen um immer wieder den Dialog mit unseren muslimischen Nachbarn zu suchen , um zu verhindern, dass sich weiter diese friedfertigen Menschen von Hasspredigern unter uns anwerben und instrumentalisieren lassen...... im übrigen sind fast alle muslimischen Verbände aufgestanden und haben sich nachdrücklich distanziert.......Trotzdem zeugt dieser Arttikel von unendlicher menschlicher Größe......so etwas sollte im netz millionenfach verbreitet werden.........gib dem Hass keine Chance und Frieden für alle.......marion
Ich habe ihn noch auf meiner Seite in fb...
ich auch
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Ja, ein Vater und ein Sohn sind schwer getroffen, der Brief ist einfach
wunderbar, doch die ihn lesen sollten, sind nicht da, sie mordeweiter
und werden kein Deut' gescheiter.
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http://www.daserste.de/information/w...ng-100.html

Ein Brief, der eine Haltung von beinahe übermenschlicher Größe offenbart. Daher wurde er auch zum Thema des gestrigen "Wort zum Sonntag" der ARD.
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Hat mich sehr gerührt ich wünsche Vater und Sohn viel Kraft .
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