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Lindner, Merkel, Christus - die Kreuzigung als Sinnbild der Volksseele

22.11.2017, 08:36 Uhr
Beitrag von wize.life-Nutzer

Jetzt haben sie also wieder ihren "Schuldigen" gefunden. Im Wahlkampf und davor war es Frau Merkel und Herr Gauck die als Volksverräter, Pfaffenschwein, und vielen Ausdrücken mehr, die ich hier nicht wiederholen möchte, bezeichnet wurden. In Wutdemonstrationen wurden Galgen gezeigt und blanker Hass aus des "Volkes" Seele prasselte auf die gewählten Politiker ein. Seit Sonntag steht Herr Lindner und seine Mitstreiter im Mittelpunkt der Zornwolke des "Volkes", der Wähler und der Medien. Der Judas, der Egoist, der Emporkömmling, der Vorzeige-Neoliberale, der Totengräber der Demokratie. Auch hier verzichte ich aus Respekt und gutem Anstand auf Schimpfwörter unter der Gürtellinie.

Als ich schon im Vorfeld der Wahlen diese Demonstrationen und Ausschreitungen sah, dieser blanke Hass in manchen Augen, fühlte ich mich zurückversetzt um über 2000 Jahre. Ich glaube so ist es damals Christus ergangen. Nur gab es damals noch keine staatliche Schutzmacht. Ich bin überzeugt wenn der Mob freie Hand gehabt hätte, ohne Polizei, die hätten Frau Merkel, samt jetzt den Lindner und den Kubicki, einfach aufgehängt (gekreuzigt). Und das von Menschen die sich Christen nennen. Von anscheinend aufgeklärten Bürgern im 21 Jahrhundert in Mitteleuropa. Mit Hilfe der Presse die Feindbilder viel einfacher verkaufen kann, als demokratische Koalitionen die zwar etwas wackelig sind, aber dem Staat ein Stück Stabilität geben.

Für mich war und sind das Anzeichen dafür, das wir als Gesellschaft zwar gerne den Moralfinger erheben und für Solidarität und Menschenrechte, für Gleichheit und Umweltschutz werben, aber gleichzeitig aufbegehren und zurück fallen in Verhaltensweisen die meilenweit weg sind von diesen heeren Zielen, sobald wir nur im Ansatz die Gefahr erkennen das uns etwas weg genommen werden soll, werden wir zu Bestien. Da kommt der Neandertaler mit voller Breitseite hervor. Das was uns zum Menschen macht ist nicht die Moral, sondern das Mitleid das uns längst abhanden gekommen ist. Aus einem sicheren Land mit einem sicheren Einkommen und sozialen Errungenschaften, wie Sozialversicherungen, Jahresurlaub, Kindergeld, Rente und vieles mehr brauchen wir uns um nicht viel zu sorgen. Man kann also hier getrost auf Moral machen. In Ländern die weder eine stabile Regierung haben, noch die politische und religiöse Freiheit für ihre Bürger garantiert und in Sachen sanitäre Mindeststandards und Trinkwasserversorgung nicht mal ansatzweise sich auf unserem Niveau bewegen spricht niemand von Moral und sozialer Gerechtigkeit.

Deshalb haben wir Zeit diejenigen zu beschimpfen die uns vermeintlich ins Verderben führen und uns nicht den Status erhalten den wir gerne weiter haben möchten. Wir haben zeit den "Judas" den Schuldigen auszumachen, der für unsere Misslage verantwortlich gemacht wird. Denn Eigenverantwortung ist zum Fremdwort geworden, wir sind satt. Und es ist immer einfacher einen Schuldigen zu benennen als sich selbstkritisch zu hinterfragen. Im Osten der Republik war das ja über 40 Jahre nicht erforderlich. Da sorgte der Staat für seine Bürger.

Armes Deutschland kommt mir in den Sinn. Auch hier im Land der Träume wächst die Zahl der Unzufriedenen, aber nicht weil sie nichts haben, sondern weil sie Angst haben dass das was sie haben weniger werden könnte. Irgendjemand sagte mal es ist nicht mehr lange und wir haben den Bürgerkrieg im Lande. So langsam glaube ich das, aber nicht wegen der vielen Flüchtlinge, sondern weil wir die Bedürfnisse der Leute die glauben sie wären das "Volk" nicht mehr befriedigen können.

Wenn Christus heute noch mal leben könnte, er würde genauso ans Kreuz genagelt werden. Nicht weil er nicht gütig wäre, nicht weil er die Hungernden nicht nähren und die Kranken nicht heilen könnte, sondern weil er denen nicht mehr verschafft die schon genug haben und, weil er die anderen, die nicht mithelfen beim satt und gesund werden, einfach nur enttäuscht.
Wir haben nicht viel gelernt. Leider!!

45 Kommentare

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Ich gebe dir recht, ... die Menschen würden wohl auch heute Christus nicht erkennen und eventuell auch wieder töten.

Woher weißt du, wie sich die Neandertaler verhalten haben?

Ansonsten ist mir der Beitrag zu pauschal und auch zu naiv.
Zum Beispiel die Trinkwasserversorgung: Dafür bezahlen wir als Verbraucher viel Geld und ich danke den Ingenieuren, Handwerkern und Bauarbeitern, die ihren harten Job machen und dafür sorgen, daß wir sauberes Trinkwasser haben!
  • 28.12.2017, 12:24 Uhr
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Ich glaube,dass ein Grossteil der Älteren und dazu zähle ich uns,ziemlich genau einschätzen kann,wohin uns die gegenwärtige Politik führt.Und viele von uns haben grosses Unbehagen,was auf unsere Kinder und Enkel zukommt.Und dieses Unbehagen hat knallharte Zahlen im Hintergrund.Nur in einem Punkt gebe ich dir Recht,man sollte in jeder Diskussion um Mässigung in der Wortwahl bemüht sein.
  • 22.11.2017, 12:42 Uhr
Nein nicht nur in Diskussionen sondern mal sollte überhaupt überlegen wie man jemand bezeichnet. Das hat etwas mit Anstand und Respekt zu tun. der scheint uns abhanden gekommen zu sein.
  • 22.11.2017, 12:48 Uhr
Halo Siegi,
Anstand ergibt sich aus der Erziehung im Elternhaus, Respekt muß man sich erarbeiten. Vor einem Faulenzer hat kein Mensch Respekt. Aber der Anstand gebietet es mir, Ihn zu grüßen und anständig zu behandeln.
  • 22.11.2017, 13:16 Uhr
Mit Respekt meine ich die Tatsache das wir alle Menschen sind und diese sollten respektvoll (zuerstmal) behandelt werden. Denn genauso möchte auch ich behandelt werden.
  • 22.11.2017, 13:20 Uhr
Kann ich zustimmen, denn es gebietet der Anstand.
  • 22.11.2017, 13:31 Uhr
Hallo Herbert,
in meiner Jugend habe ich gelernt Arbeit adelt und wer arbeitet, gleichgültig was, liegt nicht in der sozialen Hängematte und fällt damit der Allgemeinheit nicht zur Last. Respekt muß man sich erarbeiten, auch das habe ich so gelernt und erfahren. Hier wird Respekt mit Anstand immer wieder verwechselt. Deine Thesen lieber Herbert sind irrig. Wenn ein Akademiker einen Raum voller Menschen betritt und nicht grüßt, so hat er keinen Anstand. Aber weil er etwas geleistet hat, denn einen akademischen Grad bekommst Du ja nicht geschenkt, wird er respektiert - auch wenn er keinen Anstand hat.
  • 22.11.2017, 20:06 Uhr
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Zitat: "Wenn Christus heute noch mal leben könnte, er würde genauso ans Kreuz genagelt werden......."
Ja, da bin ich mir auch völlig sicher
  • 22.11.2017, 11:52 Uhr
Danke Edelgard
  • 22.11.2017, 12:48 Uhr
Das kommt davon, wenn Menschen ungerecht behandelt werden und des Volkes Zorn ausbricht. In den Jahren vor 2015 hieß es immer von Seiten Schäubles "Es ist kein Geld vorhanden - wir brauchen die schwarze Null!" Ab der zweiten Jahreshälfte 2015 bis dato sind Milliarden vorhanden für Flüchtlinge, nicht für die deutschen Mitbürger. Da soll einem nicht die Zornesröte ins Gesicht steigen? Ist das Gerechtigkeit und wie war das mit der Würde des Menschen? Die schlechte Politik Merkels und der GroKo haben zu diesem Verdruß geführt, dafür haben die beiden Parteien eine Wahlklatsche erhalten. Die SPD hat es zum Teil begriffen, die CDU/CSU benötigt nochmals eine kräftigere Klatsche bis sie es begreift. Jeder der in einem Betrieb soviel Mist baut, würde umgehend seine Freistellung bekommen. Aber was sagte Frau Merkel: sie kann keinen Fehler erkennen? Diese Frau lebt auf einem anderen Planeten und träumt immer noch.
  • 22.11.2017, 13:29 Uhr
Wenn eine Partei 32 % der Wählerstimmen bekommt und die andere über 20 % dann heißt das im Umkehrschluß für Sie, dass diese Mehrheit der Bürger auf einem anderen Planeten leben und nur Sie die Wahrheit kennen und wissen was zu tun ist?
Dann glauben Sie an ihr eigenes Märchen weiter, aber nicht auf meinem Blog.
Das Thema ist ein anderes und ich lasse mir dieses nicht von Ihnen auf die Flüchtlingsebene und ihren persönlichen Merkelhass ziehen.
Schönen Mittag noch
  • 22.11.2017, 13:34 Uhr
Hallo Siegi,
hier handelt es sich um zwei verschiedene, ungleiche Parteien CDU 26,8 % und CSU mit 5,6 %. Das sahn man auch in den Vorgeprächen, in denen sie eniges miteinander ausgeklüngelt haben. Das war der erste Fehler der bei dem Bestreben zu einer Koalition zu kommen, gemacht wurde und zum ersten Mißtrauen führte. Noch etwas Siegi, wenn Sie glauben, daß meine Ausführungen nichts mit dem Thema zu tun haben, dann dürfen Sie es nicht unter der Rubrik "Politik" einstellen.
  • 22.11.2017, 13:43 Uhr
Ich kann hier tun was ich will. Und wenn ich das Gefühl habe das Sie mit ihrem Kommentar am Beitrag vorbei sind, dann kann ich das für mich so machen.
Wenn Sie Ihren eigenen Beitrag schreiben möchten, nur zu. Es gibt keinen Hindernisgrund.
Auf Wiedersehen
  • 22.11.2017, 14:05 Uhr
Hier wurde ein Kommentar durch den Eigentümer des Inhalts entfernt.
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Auch ich finde den Beitrag sehr wichtig und notwendig.
Was mich stört sind die "WIR". Es gibt sie nämlich noch, diejenigen die sich für Demokratie und Verständigung einsetzen, - und das sind sehr viele, wohl die Meisten - aber die können oder wollen nicht so laut schreien wie der Mob, der in Zeiten der "sozialen" Medien (warum heisst das so?) alle Hemmungen fallen ließ und seinem Hass freien Lauf lassen kann.
  • 22.11.2017, 11:40 Uhr
Man muss ein wenig übertreiben um aufzurütteln.
Du hast natürlich recht und ich weiß auch das es genügend gibt die hinter unserer Demokratie stehen
  • 22.11.2017, 12:49 Uhr
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Ein wichtiger und notwendiger Beitrag Siegi. Gelassene Diskussionen sind selten geworden. Oft kommt blanker Hass zum Vorschein, obwohl es doch "nur" um Politik geht.
Vielleicht bin ich zu alt um diese Auswüchse zu verstehen. Ob Pegida, Nazis oder einzelne Politiker der AfD, sie kommen mit den Veränderungen der globalisierten Welt nicht zurecht. Manchmal glaube ich, dass sie sich nach der Idylle der abgeschotteten DDR zurück sehnen. Dort war die Politik und die Wirtschaft überschaubar, wenn auch unfrei, aber man konnte sein Leben ohne große Veränderungen gestalten.
Deshalb sind diese Leute für mich arme Teufel, die aber leider auch gefährlich werden können.
  • 22.11.2017, 11:15 Uhr
Danke für diesen Beitrag
  • 22.11.2017, 11:33 Uhr
Aber die unzufriedenen ewig Gestrigen gibt es eben nicht nur in der ehemaligen DDR!
  • 22.11.2017, 11:42 Uhr
Natürlich nicht, aber gemessen an der Einwohnerzahl der östlichen Bundesländer sind sie dort wesentlich stärker vertreten.
  • 22.11.2017, 15:02 Uhr
Digger, im tiefsten konservativen katholischen Franken gab es einen Kreis, in dem die Prozentzahlen für die AfD fast genau so hoch waren wie in Sachsen.
  • 22.11.2017, 20:06 Uhr
Heidi, auch im Bayerischen Wald gab es eine Menge Stimmen für die AfD.
  • 22.11.2017, 21:08 Uhr
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Der Unterschied zwischen den Verhältnissen von vor 2000 Jahren und den heutigen ist nur ein gradueller. Die Gier der Menschen nach 'mehr' ist noch die gleiche. Verändert haben sich die Ansprüche. Sie sind im gleichen Maße gewachsen wie der technische Fortschritt, der einem Großteil der Menschheit einen höheren Lebensstandard möglich gemacht hat.
Gleich geblieben ist auch die Neigung der Menschen, die Verantwortung für jedwedes Missgeschick und Ungemach von sich wegzuschieben, dem jeweils 'anderen' aufzulasten. Das alte und das neue Testament sind voll von Beispielen, in welchen von dem 'Sündenbock' die Rede ist.
  • 22.11.2017, 09:56 Uhr
Ja das ist wahr. Die Priester wussten schon damals warum sie den Sündenböcken eine Gestalt gaben und sie schlachten ließen.
  • 22.11.2017, 09:57 Uhr
Wen meinst Du mit wir? Die User hier, die Presse? Also ich habe einen ganz anderen Eindruck seit Montag. Hier geht es nicht um Opfer und wer sich irgendetwas selbst zuzuschreiben zu hat, sondern es geht um des Volkes Seele. Wenn man sie lassen würde wie sie gerne würden, dann wäre weder Frau Merkel noch Herr Gauck und auch nicht Herr Lindner am Leben. Darüber sollten wir uns Gedanken machen. Ob Herr Lindner seiner Verantwortung gerecht geworden ist, das ist ein anderes Kapitel und das soll er dann mit seiner Partei ausmachen. Mir ist das egal.
  • 22.11.2017, 10:22 Uhr
Auch dafür - für ' des Volkes Seele' - liefert de Bibel ein recht anschauliches Beispiel, nämlich den Ruf des wütenden Mobs: "Kreuziget ihn ! "
  • 22.11.2017, 10:29 Uhr
Ja Friedhelm ich kenne die Bibel und sie ist aktueller denn je.
@Malisa wir 3 sind nur ein ganz kleiner Ausschnitt der Gesamtheit. Natürlich ist es mir bewusst das die Mehrheit der Bevölkerung nicht zu Gewalt neigt. Aber das früher auch schon so. Es reicht immer wenn sich die richtigen zusammenfinden. Wenn die Welle losgetreten ist, ist sie schwer zu stoppen. Die Presse sollte sich ihrer Verantwortung bewusst sein. Und wir auch!!
  • 22.11.2017, 10:32 Uhr
"Es reicht immer wenn sich die richtigen zusammenfinden. Wenn die Welle losgetreten ist, ist sie schwer zu stoppen."
Man braucht nicht bis in biblische Zeiten zurückzuschauen, um Beispiele dafür zu finden. Auch wenn die Mehrheit im Grunde nicht 'gewaltbereit' ist, so ist der 'Plebs' (das Volk) doch leicht verführbar. Die Judenverfolgung und Auschwitz wären nicht möglich gewesen ohne das stillschweigende Einverständnis der Masse der 'Volksdeutschen', die den Verschwörungstheorien (Weltjudentum) der Nazis ein offenes Ohr schenkten und daher bereit waren, die Augen vor deren Verbrechen zu schließen. Deshalb von 'Kollektivschuld' zu sprechen, geht zu weit, wohl aber gibt es eine 'Kollektivverantwortung' für das, was heute und in Zukunft bei uns geschieht. 'Wehret den Anfängen' ist und bleibt die Devise.
  • 22.11.2017, 10:50 Uhr
Nein, Malisa, Du warst nur schneller als ich.
  • 22.11.2017, 10:53 Uhr
Vor vier Jahren war es fast undenkbar das eine rechte Partei mit über 10 % in den Deutschen Bundestag einzieht. Das ist schon Wirklichkeit geworden. Wir werden sehen was noch passiert. Wachsamkeit ist wichtig. Aber wir werden die "Zerstörer" und "Randalierer" nicht aufhalten.
Ich bin kein optimistischer Mensch, aber ich glaube immer noch an die Vernunft.
  • 22.11.2017, 11:02 Uhr
Also ich gehe jetzt aus dieser Diskussion, weil ich meinen Beitrag nicht in die rechte Ecke und wieder mit dem AFD Hauch gesehen habe. Mir ging es um viel viel mehr.
Aber ich freue mich wenn Du es alles gelassen siehst. Vielleicht sollte man zumindest diesem Klientel gelassener gegenüberstehen, wenn auch immer wachsam.
Schönen Mittag wünsche ich euch noch
  • 22.11.2017, 11:34 Uhr
Aber es sind doch "Nur" 14% der Wahlberechtigen, die rechts gewählt haben. Immerhin glaube ich, dass die restlichen 86 % nach wie vor hinter der Demokratie stehen.
  • 22.11.2017, 11:48 Uhr
Malisa,dir sollte bekannt sein,dass ein Grossteil der AfD Wähler eben kein " Plebs" sind.
  • 22.11.2017, 11:59 Uhr
Gegeben hat es die freilich schon immer. Aber in einem Rechtsstaat, wie es die BRD war und ist, war deren Spielraum früher begrenzt, man traute sich Hetz- und Hassparolen fast nur am Stammtisch zu äußern.
Heute, im Zeitalter der anonymen Auftrittsmöglichkeiten in den sog. "sozialen". Medien, traut sich die braune Brut aus ihren Löchern.
  • 22.11.2017, 12:37 Uhr
Allein " braune Brut" ist genauso ein Ausdruck,der hier angeprangert wird.Du führst dich selber ad adsurdum.
  • 22.11.2017, 12:44 Uhr
Das St.Martinsfest wird übrigens kaum noch gefeiert.Wir nennen es jetzt" Lichterfest"😩
  • 22.11.2017, 17:16 Uhr
Beate: ich habe lediglich von Brauner Brut gesprochen, ohne dabei die AFD zu erwähnen. Mir ist vollkommen klar, dass ein Teil der Wähler, wie viele Prozent kann man nur vermuten - KEINE braune Brut sind, sondern einfach nur schlecht informiert. Aber du wirst doch zugeben müssen, dass es "Braune Brut" gibt, ober wie willst du die Mörder der NSU, die Mordbrenner, die Flüchtlingsunterkünfte anzünden oder die, die unsere Regierungsvertreter am liebsten aufhängen würden, denn sonst nennen? Demokraten, die ihre freie Meinungsäußerung (in Form von Gewalt und Hass) wahrnehmen.
Aber anstatt MICH zu verteidigen, sollte ich dir lieber den Rat geben, nur das zu lesen und zu bewerten, was da steht, und nichts hinein zu interpretieren.
Was das alles mit dem St. Martins-Fest zu tun hat, ist mir allerdings ein Rätsel.
  • 22.11.2017, 19:40 Uhr
Dein langer Kommentar, Herbert, könnte bei unbefangenen Lesern den Eindruck hinterlassen, die dort angesprochene 'braune Brut' sei im Begriff, erneut die 'Machtergreifung' zu vollziehen. Eine solche Gefahr sehe ich nicht. Rechtsextremes bzw. faschistoides Gedankengut breitet sich bei uns - trotz AfD und Pegida, trotz Höcke und Gauland - bei weitem weniger sichtbar aus als in einigen unserer Nachbarländer. Polen, Ungarn, die Tschechei, ja Frankreich und Italien scheinen mir in dieser Hinsicht weit gefährdeter als die BRD. Und nirgends können sich bekennende Nazi-Ideologen ungehinderter bewegen und öffentlich auftreten als in dem Land, welches uns vor mehr als siebzig Jahren zu Demokraten 'umerzogen' hat: die USA.
  • 22.11.2017, 21:42 Uhr
Es ist genau die faschistische Vergangenheit Deutschlands, die uns gegen erneutes Abgleiten in nationalistisch-faschistisches Gedankengut immunisiert haben sollte. Das schließt nicht aus, dass Wachsamkeit nötig ist, um eine Neuansteckung zu verhindern.
"Der Schoß ist fruchtbar noch, aus dem dies kroch!" (Brecht)
  • 22.11.2017, 22:45 Uhr
Was das frühere Berufsverbot für Linke angelangt: ich meine, das hing mit dem Terror der RAF zusammen. Dieser war ja nicht weniger gefährlich und menschenverachtend als der rechte Terror heutzutage.
Ich werde nie verstehen, wie eine Gruppe von Menschen einer anderen Gruppe so viel Hass entgegenbringt, dass sie bereit ist, einfach so, ohne Grund und Zweck, diesen Menschen zu schaden, sie sogar umzubringen.
Und wann fängt die Straftat an: erst bei Körperverletzung oder Mord oder schon bei Hetze und Hass?
  • 22.11.2017, 22:46 Uhr
Herbert, ich lebte bis 81 in der DDR und hatte auch den Eindruck, dass man in der BRD auf den rechten Auge blind ist. Aber in der DDR haben schon die meisten (die mit den Kommunismus nicht einverstanden waren und vom Westen geschwärmt haben) nicht einsehen können, dass man sich (auch die 68-er Bewegung) kommunistische Verhältnisse herbeiwünschte. Denn der in der DDR postulierte "real existierende Sozialismus" war nun wirklich nicht erstrebenswert.
  • 23.11.2017, 09:19 Uhr
Der Aufklärung, Herbert, hätte es nicht bedurft. Ich war in Geschichte immer sehr informiert und wusste schon, wer z. B. Globke und später Filbinger waren. Aber im Gegensatz zu dir sehe ich vieles ein wenig differenzierter.
Viele meiner heutigen Freunde waren in der 68-er Bewegung aktiv - und schämen sich heute dafür.
Deinem Bild der Eltern, die Nazizeit und Krieg überstanden hatten, muss ich widersprechen: Meine Eltern und fast alle, die ich kenne, haben sehr wohl über diese dunkle Zeit gesprochen. Die wenigsten waren aktive Nazis, nicht mal Anhänger dieser Ideologie - aber sie waren auch keine Helden, genau so wenig, wie es die DDR-Bürger waren. Widerstand hätte das Leben kosten können, also hat man sich klein gemacht und gehofft, dass alles mal vorbeigeht.
Wenn das Verhalten eben jener Generation, die froh waren, dass sie das heil überstanden hatten und noch einmal Hoffnung geschöpft haben, neu anzufangen und ein besseres Leben aufbauen zu können, von deren Kindern, die schon in Sicherheit und bescheidenen Wohlstand aufgewachsen sind und sogar mit Hilfe der Eltern und des Staates studieren durften (was ihren Eltern nie möglich war) dann eben jene Eltern als "Spießer" hinstellten, so war das mehr als unverschämt.
Die wenigsten von den 68-ern waren sich darüber im Klaren, was sie eigentlich wollten: Hauptsache Protest und Krawall, Auffallen um jeden Preis. (Wobei es natürlich auch einige mit klaren politischen Zielen gab, die keine kommunistischen Traumtänzereien sondern wichtige Anliegen waren. Gegen Aufrüstung, gegen den Vietnamkrieg, gegen Apartheit. )
Eines dürfen wir nicht vergessen: Es war kalter Krieg - und der wurde genau so erbittert geführt wie ein heißer.
Kein Wunder, dass dann die Anhänger der jeweils anderen Ideologie die Bösen waren.
  • 23.11.2017, 15:28 Uhr
Herbert,die " 68"wirkt ja wohl noch heute nach.Leider!
  • 23.11.2017, 16:43 Uhr
Herbert, durch enge Kontakte zu Verwandten (darunter auch 68-er) im Westen, durch allseitige Information (bester Empfang von West-Sendern) war ich stets gut informiert.
Ich fand meine Eltern auch mal als spießig - da war ich 15 oder 16 Jahre alt. Aber die Studenten hier waren alle über 20 - und hatten noch nie Notzeiten erlebt. Auch wenn heute Dokumentationen aus dieser Zeit kommen, denke ich oft, dass ein Großteil von denen gar nicht wusste, was sie eigentlich wollten. Hauptsache gegen alles, genau so, wie es heute viele Anhänger der AFD tun.
  • 23.11.2017, 17:23 Uhr
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Jesus wird immer noch ans "Kreuz" genagelt!
  • 22.11.2017, 08:58 Uhr
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