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Die Wertegemeinschaft auf dem Prüfstand

31.07.2018, 14:37 Uhr
Beitrag von wize.life-Nutzer

Schon länger habe ich mich nicht mehr berufen gefühlt einen eigenen Beitrag zu verfassen, aber nachdem ich heute wieder etwas über unsere "Wertegemeinschaft" gelesen habe, drängt es mich meine Gedanken zu ordnen und mitzuteilen.
Die "Wertegemeinschaft", die anscheinend nicht mal in Auszügen das Grundgesetz kennt, sich aber berufen fühlt auf diesem Forum zu behaupten es wird geändert wie die Politiker das möchten, weiß anscheinend nicht, das es dazu einer 2/3 Mehrheit bedarf. Aber das nur am Rande.
Wir, als so genannte Christen, sind schon lange nicht mehr berechtigt etwas zu diesem Thema beizutragen. Wir sind Handlanger und Ausführende des Kapitalismus geworden. Die egozentrische Gesellschaft des 21 Jahrhunderts mit einem beängstigenden Werteverfall macht natürlich auch nicht vor Humanismus, Moral und Toleranz halt. Warum sollte sie? Wir sind uns die Nächsten. Uns und unseren Nachkommen soll die Welt gehören und was sich außerhalb unseres Wahrnehmungsfeldes abspielt interessiert uns nicht. Hauptsache uns geht es gut. Dazu sind wir bereit alle unsere Werte wofür unsere Eltern und Großeltern in der Nachkriegsgeneration gekämpft haben, auch in Gewerkschaften und politischen Strömungen, einfach aufzugeben. Man könnte meinen, das der Patriotismus wieder etwas edles sei, etwas was man ehren und pflegen sollte?
Das Patriotismus die Vorstufe von Nationalismus und damit zur Diktatur ist haben wir beinahe vergessen. Wir scheinen nach einer starken Hand zu rufen, die uns rettet aus unserem Elend. Die uns sichert vor den "Schwarzen" den "Ungläubigen" den "Muselmanen". Die unsere Töchter vergewaltigen, die unsere Wohnungen besetzen, die uns die Arbeitsplätze wegnehmen und unser deutsches Kulturgut zerstören und dann auch noch unsere Sozialkassen plündern und die Rentner in die Armut treiben. Unabhängig davon sind sie natürlich Schuld an meiner eigenen Unzufriedenheit, an meinem Ungeschick einer vernünftige Arbeit nachzugehen und das bei Vollbeschäftigung.
Was für Heuchler. Was für gefährliche Menschen. Die sozialen Unfrieden stiften, die Fakten im Sinne des heutigen Neoliberalismus schaffen. Oder Neu-amerikanisch "Fake-News".
Die tatsächlich der Meinung sind, dass die Medienwelt untergraben und gelenkt wird von einem nicht näher greifbaren Machtapparat der die westlichen Medien beherrscht und eine so genannte Medienzensur vornimmt um die Menschen künstlich dumm zu halten. Will heißen: Zigtausende Beschäftigte in diesem Bereich sind quasi fremdgesteuerte Arbeitnehmer, die nur schreiben, drehen, filmen, veröffentlichen dürfen, was vorher einem Gremium der öffentlichen Gralshüter vorgelegt wurde und welches diese dann zensiert und frei gegeben haben.
Was für eine verquerte Meinung von Aluhut Trägern, die seit Herrn Trump prominente Unterstützung erfahren haben.
https://www.welt.de/politik/ausland/...aempft.html
Das Problem ist, diese Menschen sind gefährlich, denn eine Einschränkung der Presse- und Meinungsfreiheit ist der Anfang einer Diktatur. Die Ermächtigungsgesetze von 1933 waren nichts anderes. Die türkischen Mitarbeiter der freien Presse die jetzt im Gefängnis schmoren, können ein Lied davon singen. Diejenigen die uns normalen Bürger "Gutmenschen" schimpfen, wären bei einem Rechtsruck in der Politik, diejenigen, die uns in die Gefängnisse stecken würden. Und dies ohne Nachzudenken. Sofern sie bei dieser Entwicklung eine Rolle spielen würden. Denn dies ist der nächste Irrglaube dem diese Menschen erliegen. Sie machen andere verantwortlich für ihre eigenen Versäumnisse. Abgehängt ist so ein Modewort. Das werden sie bleiben, denn auch die nächste Regierung wird ihnen kein monatliches Salär von 3000 Euro ohne Bedingungen zukommen lassen. Auch hier werden sie zu den Verlierern zählen. Denn Eigenverantwortung muss gelernt werden. Und Verantwortung für sein Tun und sein Leben zu übernehmen das ist nicht ganz so einfach.
Die Wertegesellschaft hat Werte zu Dogmen stilisiert die wir als Christen nicht gut heißen dürfen. Toleranz, Mitleid, Respekt, Nächstenliebe, abgeben/teilen gehört nicht mehr zum alltäglichen Vokabular. Wir sind uns selbst die nächsten, wir haben Angst unseren Lebensstandard zu verlieren, Angst zu verarmen, Angst das andere mir etwas wegnehmen, Angst vor fremden Menschen und und und. Natürlich begründen unsere rechtslastigen Mitbürger das mit allen lauteren und unlauteren Mitteln. Dabei sind gefälschte Statistiken zur Arbeitslosigkeit und Kriminalstatistiken von Flüchtlingen fast noch harmlos. Schlimmer ist die Panikmache der Senioren. Altersarmut wird auf allen Kanälen gerufen. Wie sieht es denn wirklich, also in der Realität aus?
https://www.welt.de/wirtschaft/artic...sarmut.html
Panikmache und sozialen Unfrieden stiften, das ist das Ziel dieser Menschen und sie schrecken vor nichts zurück.
Die Demokratie ist ein wertvolles Gut, wir sind begünstigt, wir wurden in eine Welt hineingeboren die seit über 70 Jahren ohne Krieg auskommt. Wo Bildung und Ausbildung groß geschrieben wird. Wo die medizinische Versorgung gewährleistet ist und die sozialen Versicherungen uns einen gewissen Schutz bietet. Wir dürfen sagen was wir möchten, wir dürfen die Religion praktizieren der wir uns nahe fühlen und wir dürfen sogar an freien Wahlen teil nehmen. Wir leben in einer Demokratie. Was für ein hohes Gut. Unsere Eltern und Großeltern haben dafür gekämpft, dass es Dinge wie Sozialversicherungen, Arbeitsschutzgesetze, Urlaub und vieles mehr für alle gibt. Dafür mussten wir nichts tun. Wir haben einfach das Glück gehabt hier geboren zu sein.Das ist ein Privileg und kein Grund sich als "Herrenmensch" aufzuführen.
Ich werde diese Demokratie verteidigen, überall und jederzeit. Nicht weil ich Deutscher bin oder gar stolz darauf bin Deutscher zu sein, das ist nur eine Laune des Schicksals, sondern weil ich Mensch bin und der Meinung das alle Menschen ein Leben in Würde und Anstand verdient haben.
Noch sind die Demokraten in diesem Land in der Mehrheit und das ist gut so!!

34 Kommentare

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Chapeau! Nur diese Tatsachen die Du nennst, nennt der Kapitalismus in den Vorstandsetagen "dummes Geschwätz", weil es den Unternehmen nur um Gewinnmaximierung geht. Da wird nicht auf das soziale Umfeld, die Natur, die Gesundheit und die Zukunft geschaut, alles was zählt ist Gewinn, Gewinn, Gewinn! Um jeden Preis! Tod oder lebendig!
  • 02.08.2018, 12:14 Uhr
So lange wir als Verbraucher diesen Weg mitgehen, nirgendwo sind Lebensmittel und Klamotten so billig wie bei uns, so lange wird sich nichts ändern. Der Verbraucher hat die Macht, aber so lange die "Geiz ist geil" Mentalität in unserem Lande herrscht und die Schnäppchenjäger sich über jeden gesparten Cent freuen, freut sich der Shareholder und zählt sein Geld.
  • 02.08.2018, 12:37 Uhr
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Dabei!
  • 02.08.2018, 03:49 Uhr
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Alles gesagt !
  • 01.08.2018, 23:30 Uhr
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Ich habe eine Kritik: Nicht nur "ihr Christen" habt diese Werte gepachtet. Hättest du "Humanisten" hinzugefügt - oder sonst ein Begriff, Nicht-Christen oder auch Anhänger anderer Religionen mit einzubeziehen, wäre ich absolut zufrieden gewesen. (Gebe zu, da bin ich etwas empfindlich).
Aber abgesehen davon - ja! Uneingeschränkt.
  • 01.08.2018, 12:24 Uhr
Da kann ich gut damit leben. Mir ging es einzig und alleine darum, dass die besagten Menschen die hier alles kritisieren sich dann darauf berufen Christen zu sein.
Also alles in Butter
  • 01.08.2018, 12:42 Uhr
Stimmt - lecker in Butter.
  • 01.08.2018, 13:27 Uhr
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"weil ich Mensch bin und der Meinung das alle Menschen ein Leben in Würde und Anstand verdient haben." (ganz viele davon)
  • 01.08.2018, 12:08 Uhr
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Wertegemeinschaft …
Wer kann schon präzisieren, welche Werte davon umfasst sind?

Sind es tatsächlich nur jene Werte, die Zuwanderern in einem achtstündigen ‚Wertekurs‘ vermittelt werden?
http://www.integrationsfonds.at/file...age_Web.pdf

Gehören dazu nicht ebenso humanistische Werte wie Toleranz, Mitleid, Respekt und Nächstenliebe, also Helfen und Teilen?
Gehört dazu nicht auch die persönliche Freiheit, sich nach eigenen Vorstellungen kleiden und ernähren zu dürfen?

Was nützt es, wenn wir uns auf unsere ‚Werte‘ berufen, diese aber in der Praxis selbst nicht immer umsetzen? Wie glaubwürdig sind wir dann?

Gesellschaftliche Werte unterliegen dem Wandel der Zeit und sind niemals unveränderlich in Stein gemeißelt. Es wäre wünschenswert, diese Werte im humanistischen Sinn weiterzuentwickeln.
  • 01.08.2018, 11:53 Uhr
Ich glaube es gibt Bestrebungen dazu, aber ich zweifle ob unsere Gesellschaft dafür bereit ist
  • 01.08.2018, 12:43 Uhr
Und ich fürchte, dass Teile unserer Gesellschaft sogar eine Rückentwicklung anstreben; nämlich eben jene Teile, die wegen einer Rückentwicklung infolge der angeblich bevorstehenden 'Islamisierung' besorgt sind.
  • 01.08.2018, 12:47 Uhr
Das kann sehr gut sein
  • 01.08.2018, 12:53 Uhr
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Sehr gut geschrieben..
Stimme dir in Gänze zu und bin an deiner Seite...

Etliche meinen, bei WL eine Plattform für ihren Hass gegen Menschen aus Krieg und Terror gefunden zu haben....sie irren, denn es schlägt auf sie zurück.
  • 01.08.2018, 09:52 Uhr
Merci Reni
  • 01.08.2018, 09:54 Uhr
Mir wäre nach längeren Ausführungen....aber 1. ist es schon wieder zu warm und 2. kennst du alles, was ich schreiben würde.
  • 01.08.2018, 09:55 Uhr
Ja dann, ab in den Garten, ins Freibad oder am besten in den Kühlschrank
  • 01.08.2018, 09:58 Uhr
Kühlschrank ist mit Eistee besetzt....ich geh' auf den Balkon und fahre am Abend meine Runde Rad...lieben Gruß zu dir.
  • 01.08.2018, 10:01 Uhr
Danke und viel Spaß
  • 01.08.2018, 10:17 Uhr
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solange ich noch solche artikel lesen kann,
so lange ist mir um unsere wertvolle demokratie nicht bange.
dafür von mir ein aufrichtiges
Chapeau!
  • 01.08.2018, 09:08 Uhr
Merci Peter
  • 01.08.2018, 09:53 Uhr
  • 03.08.2018, 23:33 Uhr
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Gut formuliert und geschrieben, sachlich geblieben.
  • 01.08.2018, 08:59 Uhr
Danke
  • 01.08.2018, 09:05 Uhr
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passt
  • 01.08.2018, 08:44 Uhr
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