Faschistische Verirrungen einer erbärmlichen Minderheit
Faschistische Verirrungen einer erbärmlichen MinderheitFoto-Quelle: Martin Stauder

Faschistische Verirrungen einer erbärmlichen Minderheit

Beitrag von wize.life-Nutzer

Der deutsche Politikwissenschaftler Jan Werner Müller, Professor an der Princeton University, USA, definiert Populismus folgendermaßen:

"Populismus, so meine These, ist eine ganz bestimmte Politikvorstellung, laut der einem moralisch reinen, homogenen Volk stets unmoralische, korrupte und parasitäre Eliten gegenüberstehen."
https://www.deutschlandfunk.de/essay...e_id=355574

Genau deswegen ist die AFD populistisch. So braucht man sich nicht wundern, dass der AFD-Politiker André Poggenburg einen bei der NPD beliebten Ausspruch zitierte, der genau das besagt, wofür auch die AFD steht: »Deutschland den Deutschen.«
https://www.welt.de/politik/deutschl...tschen.html

In diesen drei Worten zentriert sich der Hass auf alles Fremde. In dem Zitat von Jan Werner Müller wird von einem reinen homogenen Volk geredet. Wenn AFD‘ler von einem Volk reden, meinen sie nur sich selbst. Alle anderen, auch nicht das von ihnen verhasste politische Etablissement, gehört dazu.
Müller erklärt das so:

»Populisten behaupten: 'Wir sind das Volk!' Sie meinen jedoch - und dies ist stets eine moralische, keine empirische Aussage (...): 'Wir - und nur wir - repräsentieren das Volk.'«

Populisten leben von einer vereinfachten Zweiteilung der Welt, die besagt, wir sind die Guten, alle anderen sind die Schlechten. Nur die Guten haben eine Berechtigung, überhaupt da zu sein, alles andere gehöre auf einen Misthaufen. Darum ist ihnen das jetzige politische System verhasst, welches sie gnadenlos abschaffen wollen. Das jetzige System vergleichen sie krampfhaft mit der DDR-Diktatur (vgl. Gauland, https://www.mittelbayerische.de/poli...665418.html

Wenn eine Partei daherkommt, um ein politisches System abzuschaffen, weckt das böse Erinnerungen an ein Zitat Mussolinis:

Mussolini antwortete auf die Frage nach seinem Programm:

"Es besteht darin, diesen Demokraten die Knochen zu brechen. Und zwar je eher, desto besser."
https://www.deutschlandfunkkultur.de...e_id=153683

In diesem Sinne ist die AFD eine faschistische Partei, denn Gauland fantasiert, das System Merkel durch eine friedliche Revolution abzuschaffen. Von einer Säuberung will Gauland selbstverständlich nicht sprechen, dann wäre er mit Recht ein Vollnazi. Darum verwendet er ein Vokabular, dass man in Deutschland noch sagen darf, ohne dass man seine Partei vielleicht verbieten könnte. Zwischen den Zeilen ist aber deutlich zu lesen, dass Gauland zumindest von seinem Faschismus träumt. Björn Höcke spricht sogar von einer "Neuen Weltordnung."
https://www.huffingtonpost.de/entry/...db2aa523a81

Aber auch in andere Angelegenheit ist die AFD Faschismus in Reinform. In seinem Buch »Politische Gefahr Faschismus« definiert der amerikanische Historiker Robert O. Paxton den Faschismus wie folgt:

»Der Faschismus beruht eben nicht explizit auf einem elaborierten philosophischen System, sondern eher auf populären Gefühlen, Ansichten über ‚Herrenrasse’, deren ungerechtes Schicksal und gerechtfertigte Prädominanz über minderwertige Völker.«
https://www.deutschlandfunkkultur.de...e_id=153683

Das Weltbild der AFD konzentiert sich insbesondere darauf, eine bestimmte Minderheit in Deutschland nicht haben zu wollen. Nur ihr Volk habe Berechtigung in Deutschland zu leben. Vom Volk zur Herrenrasse ist nur ein kleiner Schritt. Daraus ergibt sich die »Prädominanz über minderwertige Völker.

Der Faschismus hat unmissverständlich auch auf WL Einzug gefunden. Jeden Tag lesen wir Notizen, in dem unser politisches System verdammt wird, in dem eine Minderheit diffarmiert wird und aus Deutschland herausgeworfen werden sollte. Die Faschisten reden von einer Kanzlerdiktatur, obwohl unsere Demokratie die beste ist, die wir jemals hatten. Das sog. Volk der AFD will unsere freiheitliche Art zu Leben vernichten.

Gerade in diesen Tagen wird wieder über das sog. Angebliche Versagen unseres politischen Sytsems fantasiert. Solange aber ein politisches System eigene Fehler erkennt und korrigiert, kann von einem Versagen nicht gesprochen werden. Frau Nahles hat gerade deswegen die Notbremse gezogen, weil viele Genossen den Beschluss vom Dienstag, der Beförderung von Hans-Georg Maaßen, nicht nachvollziehen konnten. Wie soll man es auch jemanden erklären, dass ein Beamter, der als Präsident des Verfassungsschutzes versagt hatte, künftig 2500€ mehr verdienen soll. Übrigens war deswegen der Aufruhr selbst in der CDU auch ziemlich groß. Insofern muss hier unbedingt ausgebessert werden, d.h. Herr Maaßen darf nicht befördert werden. Man muss sich das bitte vor Augen führen, CDU/CSU und SPD handeln im Sinne vieler ihrer Wähler und das ist gut.

Ich kann nun weiß Gott nicht nachvollziehen, dass Rechtspopulisten, Rechtsextremisten, Faschisten Altparteien scharf kritisiert werden. Das wird von denen argumentativ ziemlich schlecht begründet, sie verweigern sogar eine sachliche Diskussion. Ihr Verhalten liegt nur in dem unsäglichen Populismus begründet, der da heißt, die AFD ist das Volk, alle anderen Parteien müssen weg. Hört ihr AFD-Sympatisanten eigentlich mal genau hin, was ihr sagt? Die AFD wurde demokratisch gewählt, ihr fordert aber, alle anderen Parteien müssen weg. Das verträgt sich überhaupt nicht und ist undemokratisch. Darum schätze ich Martin Schulz, der im Bundestag auf euren Scheißfaschismus hinwies. Er hatte recht, auch wenn er, wie alle anderen, bei euch verteufelt wird. Ich sage nur #wirsindmehr. Ihr werdet in Deutschland keine Diktatur aufbauen.