Asyltourismus? Von wegen! Die traurige Geschichte der Opfer von Schleusungsk ...
Asyltourismus? Von wegen! Die traurige Geschichte der Opfer von Schleusungskriminalität

Asyltourismus? Von wegen! Die traurige Geschichte der Opfer von Schleusungskriminalität

News Team
Beitrag von News Team

Mehrere Tage lang waren sie in einem Container eingesperrt - ohne Klo, ohne Licht, nur mit Getränkeflaschen und schmutzigen Decken. Weil sie für die Verrichtung der Notdurft nicht hinaus durften und der Sauerstoff irgendwann auch nicht mehr ausreichte, bohrten sie Löcher in die Wände ihres metallenen Käfigs. Dass ihr Leben so enden könnte, hätten sie niemals gedacht. Schließlich waren sie auf dem Weg nach Europa.

Dass dies das Schicksal mancher Flüchtlinge ist, wissen nur wenige. Weil selten über die systematische Ausbeutung von geflüchteten Menschen durch kriminelle Banden in der Politik und den Medien diskutiert wird, bekommt das Thema nicht die Aufmerksamkeit, die ihm gebührt. Mit einem am Montag veröffentlichten Bericht zur Lage der Schleusungskriminalität in Deutschland zeigt die Bundespolizei eine andere Seite der „Flüchtlingskrise“.

Im Fokus der Ermittler stehen neben anderen Migrationsdelikten sogenannte „Behältnisschleusungen“. Darunter verstehen die Behörden eine Methode der Einschleusung, bei der Flüchtlinge in einen Raum eingeschlossen werden und tagelang nicht an die frische Luft dürfen. Das Beispiel am Anfang dieses Berichts stammt aus Februar 2017. Die eingesperrten Flüchtlinge waren glücklicherweise lebendig auf dem Güterbahnhof in Neuss entdeckt worden.

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Doch es gibt auch andere Formen der Behältnisschleusung, derer sich Kriminelle bedienen. Neben Güterzügen benutzen sie auch LKW und Kleintransporter als Mittel zur Einschleusung. In einem Fall aus Bayern entdeckte die Polizei 2017 sechs Menschen, die in einem Zwischenraum von nur 50 Zentimetern in einem Wagen zusammengepfercht worden waren. Für ihre Schleusung von Rumänien nach Deutschland hatten sie jeweils 4000 Euro bezahlt.

Obwohl die Zahl der Einschleusungen im Vergleich zu 2016 und insbesondere zu 2015 deutlich gesunken ist, stellt Schleusungskriminalität weiterhin ein großes Problem für die Ermittlungsbehörden dar. Denn wegen der oft lebensgefährlichen Situation, in der sich diese Menschen befinden, ist der Einsatz für die Polizei aufwendig und teuer. Außerdem werden in Zusammenhang mit dieser Form von Kriminalität andere Straftaten begangen, etwa die der Unkundenfälschung.

Um Migrationsdelikte zu bekämpfen, fordert die Bundespolizei deshalb mehr Zusammenarbeit auf internationaler Ebene. Im Rahmen eines Pilotprojekts namens „Eurocontainer“ kooperierten Behörden aus fünf verschiedenen Ländern - darunter Deutschland -, um organisierte Tätergruppierungen auf der Balkanroute zu identifizieren und zerschlagen sowie Behältnisschleusungen zu verhindern. Bis zum Ende des Projekts im Februar 2018 waren rund 50 Kriminelle festgenommen worden.

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