Erinnerung nach 100 Jahren Der erste Weltkrieg 1914/1918

Beitrag von wize.life-Nutzer

November 1918: Wilhelm II -mehr denn je fern der Realität- ist am Ende.Die Abdankung des Kaisers wird verkündet,fast zwei Wochen bevor er selbst im niederländischen Exil unterschreibt.Sein Volk hungert nach Brot und Frieden. Das Deutsche Reich hat keines seiner überspannten hegomonialen Kriegsziele erreicht.In den letzten fünf Monaten sind in Belgien und Nordfrankreich,wo seine Armee seit vier Jahren verharrt,mehr als 800000 deutsche Soldaten gefallen und fast 400000 von den Alliierten gefangen genommen worden Im Frühjahr hat die von der obersten Heeresleitung angeordnete Offensive die Deutschen bis zu einer Million Gefallene und Verwundete gekostet.
Die deutsche Armee war demoralisiert und löste sich auf. Staatsversagen und Führungsschwäche hatten das Kaiserreich in den Abgrund geführt.Noch nie hatte ein Krieg in vier Jahren unter allen Beteiligten so viele Opfer gefordert. Es waren vier grausame und zermürbende Jahre, die- zumal nach dem Kriegseintritt der USA-mit der Niederlage Deutschlands endeten, obwohl die deutschen Truppen bis zum Waffenstillstand am 11. November 1918 auf französischem und belgischem Boden standen.
Gerd Krumeich,international einer der renommiertesten Experten für die Geschichte des Ersten Weltkriegs argumentiert, Deutschland hätte den Waffenstillstand womöglich nicht bedingungslos unterschreiben müssen,wenn das deutsche Heer standgehalten,so für bessere Friedensbedingungen hätte sorgen können und nicht durch innenpolitische,revolutionäre Entwicklungen gestört worden wäre.
Die in der Weimarer Republik (1918-1933) heftig umstrittene Dolchstoßlegende besagt,"die Heimat"habe der "unbesiegten Armee " den Dolchstoß in den Rücken versetzt.. " Die deutsche Militärführung wollte damit von der eigenen Verantwortung für die Niederlage ablenken",sagt der Zeithistoriker und Friedensforscher Wolfram Wette, in einem Vortrag.
Wette sieht es ähnlich wie Fischer (Historiker) " Die deutsche Regierung wartete 1914 auf den richtigen Zeitpunkt,um den Krieg entfesseln zu können. Ich spreche nicht von Ausbruch des Krieges,weil Kriege keine Vulkane sind,sondern von Menschen gemacht werden und damit auch verhindert werden können"
Dafür und die verheerenden Folgen des Krieges wurden 1919 im" Kriegsschuldartikel"231 des Versailler Friedensvertrages, Deutschland und seine Verbündeten als Urheber für alle Verluste und Schäden verantwortlich gemacht. Damit war vor allem eine moralische Schuld gemeint.Die Deutschen empfanden diesen Vertrag als bitteres Unrecht. Lieferte er somit schon eine Ursache für den nächsten großen Krieg? Es führt kein direkter Weg von Versailles zu Hitler. Mit dem "Schandfrieden" hat sich Deutschland nie abgefunden.Diese Wunde nutze Hitler aus und stieß damit auf weit verbreitete Zustimmung.( Wette/Fischer)
Das Grauen in Zahlen
Im ersten Weltkrieg mobilisierten die vier Mittelmächte rund 25 Millionen Soldaten.
Deutschland 13,2
Das osmanische Reich :1,6, Bulgarien 1,2 Mio.Österreich- Ungarn:9 Mio.
Die insgesamt 29 alliierten Mächte stellten knapp 45 Mio.Darunter Russland:1,5 Frankreich:8,2, Großbritannien: 9,4 Italien:5,1 und die USA 3,8 Mio.
Der Krieg kostete mindestens 9 Mio.Soldaten das Leben.
Deutschland: 2 Mio. Tote/4,2 Mio. Verwundete.Österreich- Ungarn: 1,4 Mio. Tote/3,62 Mio. Verwundete. Frankreich: 1,4 Mio. Tote/4,3 Mio. Verwundete. Russland:1,8 Mio. Tote/5 Mio. Verwundete. Großbritannien:0,8 Mio.Tote./2,1 Mio. Verwundete.
Ortsangaben,Zahlen: Quelle: Wikipeda,
Zitierte wörtliche Formulierungen der Friedensforscher. Das Buch: Die großen Deutschen