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Wo bleibt der Aufschrei?

Beitrag von wize.life-Nutzer

Wo bleibt der gesellschaftliche Aufschrei?

„3.677 minderjährige Opfer; 5,1 Prozent der Priester aktenkundig Beschuldigte; nur gegen ein gutes Drittel gab es eine Strafanzeige, meistens von den Betroffenen, kaum von Kirchenvertretern. Innerkirchliche Strafen waren selten, bei zwei Drittel der Beschuldigten wurde nicht einmal ein Verfahren eingeleitet. Viele Leidensgeschichten wurden erst bekannt, weil sich nach den Aufrufen der Forscher Opfer meldeten. In den Akten fand sich davon keine Spur.“ (aus: https://www.deutschlandfunk.de/struk...e_id=428812)

„Wenn ich mir anschaue, dass 40 Prozent dieser kirchlichen Täter Serientäter waren, also ab zwei Opfern bis über 100 Opfer hatten, dann kann ich nur sagen, diejenigen, die diese Täter versetzt haben, sind beteiligt an Verbrechen.“ (Erika Kerstner, Gründerin der „Initiative Gewaltüberlebender Christinnen“ – dazu sollte ihre Webseite einmal angeschaut werden, die viele Hintergründe, gründlich recherchiert liefert: https://www.gottes-suche.de/recherchen/)
Aber: Keiner der Wissenschaftler hat in den kirchlichen Archiven je Akten in der Hand gehabt. Deshalb ist die Studie nicht wirklich unabhängig. Die aufzuklärende Institution hat die Aufklärung kontrolliert.

Deshalb ist in der Studie selbst auch folgender Satz zu finden:
„Angaben über Anzahl und Quote geben das sich aus den herangezogenen Akten darstellende Hellfeld sexuellen Missbrauchs Minderjähriger wieder. Das Ausmaß von Taten im Dunkelfeld blieb naturgemäß unbekannt. Aus der empirischen Delinquenzforschung ist bekannt, dass das tatsächliche Ausmaß von Straftaten deutlich höher ist, als sich im Hellfeld abzeichnet. Dies gilt insbesondere für Straftaten des sexuellen Missbrauchs von Kindern und Jugendli-chen. In der vorliegenden Studie ergaben sich keine Hinweise, dass diese empirisch gut gesi-cherte Erkenntnis für die untersuchte Stichprobe nicht ebenfalls zutrifft. Die ermittelte Quote ist somit als untere Schätzgröße des tatsächlich stattgefundenen sexuellen Missbrauchs durch Priester, Diakone und männliche Ordensangehörige im Bereich der Deutschen Bi-schofskonferenz anzusehen. Die aus den Akten gezogenen Informationen geben somit nur einen Teil des tatsächlichen Missbrauchsgeschehens im Verantwortungsbereich der Deutschen Bischofskonferenz wieder.“ (Harald Dreßing et. al „Sexueller Missbrauch an Minderjährigen durch katholische Priester, Diakone und männliche Ordensangehörige im Bereich der Deutschen Bischofskonferenz“, Mannheim, Heidelberg, Gießen, 24. September 2018, S. 253 ff.)

Wo bleibt also der Aufschrei? Weil die Straftaten nicht von Muslimen ausgingen wie in der Kölner Silvesternacht?
Weil das einfache Feindbild von Muslimen, Fremden, Migranten und Asylanten aufrechterhalten werden muss um den eigenen Selbstzuschreibungsformeln immer die genügende Aufwertung und den „Sündenbockeffekt“ für alle Probleme und Konflikte ausreichend "Nahrung" geben zu wollen?
Wenn man mir wegen der letzten Sätze Polemik vorwerfen möchte, nur zu. Aber „man“ wird ja noch fragen dürfen als „besorgter Bürger“.


30 Kommentare

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Arbeitgeber die tatsächliche oder vermutete sexuelle Straftaten im Tätigkeitsbereich ihrer Mitarbeiter nicht anzeigen gehören selbst vor Gericht. Sie sollten wie die Täter bestraft werden.
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Wegen jedem Kleinkram wird prozessiert, aber die geilen Priester, die unschuldige Kinder sexuell verführen und mißbrauchen kommen sehr oft mit einem blauen Auge davon. Ich verstehe einfach nicht, warum die Staatsanwaltschaft diese Verbrecher nicht verfolgt und anklagt. Papst Franziskus hält Sex für eine himmlische Gabe. "Die Sexualität, der Sex, ist ein Geschenk Gottes". Damit hat er bestimmt nicht den Sex gemeint, den seine Priester mit Kindern erzwingen!
Die Staatsanwaltschaft kann nicht auf Grund von statistischen Zahlen tätig werden. Sie braucht Namen von Täter und Opfer und den Ablauf des Tatgeschehens. Nur wenn sich die Opfer melden oder die Kirche die Staatsanwaltschaft informiert kann diese tätig werden.

Es gibt leider kein Gesetz, das die Nichtanzeige des Arbeitgebers unter einen Strafbestand stellt, wenn dieser die Straftaten oder möglichen Straftaten nicht zur Anzeige bringt.
Peter K. - So schlau bin ich auch. Aber warum macht man kein Gesetz gegen Nichtanzeige eines Strafbestands, genauso wie z.B. Unterlassene Hilfeleistung.
Hier die neuesten Nachrichten von heute:
Im Missbrauchsskandal in der katholischen Kirche hat eine Gruppe von Strafrechtsprofessoren einem Medienbericht zufolge Strafanzeige gegen unbekannt in allen 27 Bistümern eingereicht. "Es gibt kein Recht der Kirche, ihre Institution von strafrechtlichen Eingriffen freizuhalten", heißt es in der Anzeige, aus der das Nachrichtenmagazin "Der Spiegel" in seiner neuen Ausgabe zitiert. Die Anzeige wurde demnach bei Staatsanwaltschaften im Bezirk jeder katholischen Diözese eingereicht.
Diese Nachricht erfreut mich.
Ich kann nur hoffen, dass die Kirche endlich gezwungen wird die strafrechtlichen Geschehnisse an die Staatsanwaltschaften weiterzuleiten.
Dies gilt insbesondere bei Sexualdelikten gegenüber abhängigen Mitmenschen denen die Kirche und oder kirchlichen Organisationen besonders anvertraut wurden.
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Der Tag tägliche Wahnsinn, "Die" die keine Lobby haben.
Die Waisenhäuser und Erziehungsheime nicht zu vergessen, über diese Dunkelziffer spricht keiner.
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Tja - als besorgter Bürger gilt man aktuell als Nazi und wenn man als solcher etwas sagt, wird man beschimpft. Das is leider die Realität der aktuellen Diskussionskultur im Lande, die man auch hier bei WL extrem erleben kann.
Knight, es geht doch hier nur am Rande um Verbrechen, die Flüchtlinge begehen. Da ist der "Aufschrei" doch schon laut genug - und da ist auch genug "Aufschrei" da, selbst wenn es gar keine Verbrechen gab, sondern dem deutschen Michel die schwarzen Gesichter oder die Kopftücher nicht gefallen.
HIER geht es um die unsäglichen Verbrechen der Priester an KIndern, die nach wie vor unter den Teppich gekehrt werden, der Dreck unter dem Teppich ist inzwischen meterhoch und stinkt zum Himmel.
Nun ob der von dir erwähnte Aufschrei laut genug ist, wage ich zu bezweifeln, weil eben auch diese Art Verbrechen immer wieder verharmlost werden.
Letztlich dasselbe Phänomen - "es kann nicht sein, was nich sein soll" im Denken vieler Menschen.
wize.life-Nutzer
Du als besorgter Bürger musst natürlich das Wort Nazi wieder ins Spiel bringen. Es fehlen nur noch die Begriffe AFD und Gutmenschen dann ist es komplett.

Dein bzw. der Verfolgungswahn der Menschen die sich immer und überall mißverstanden, verfolgt und diffamiert fühlen wird langsam bizarr.
Dieses weit verbreitete bizarre Schubladendenken ist nicht meine Erfindung sondern Realität leider. wize.life-Nutzer
Vielleicht nicht der Erfinder, aber Du benutzt es ständig.
In diesem Bericht geht es um Mißbrauch in den Kirchen bzw. deren Vertreter.
Es geht um Verharmlosung von Straftaten und das betrifft eben nicht nur Kirchen. Ich denke in Zusammenhängen und logisch-abstrakt.
Rolf N. und Knight M. - Ihr habt beide natürlich Recht. Aber hier sollten wir uns auf das angesprochene Thema konzentrieren. Die ermittelten Priester und die sie deckenden Bischöfe und Kardinäle, einschl. Pabst, sind die Angeklagten. Hier muß das Strafrecht voll ausgeschöpft werden. Weiterhin muß ich sagen, ich würde mein Kind keiner katholischen Installation überlassen. Weiterhin würde ich die Kirche verlassen wenn ich als Gläubiger davon betroffen wäre.
Ein Satz zu Knight M. Eingangskommentar: Der Begriff "besorgter Bürger" steht mir auch als humanistisch denkender, fühlender und handelnder Mensch zu!
Klar steht er dir zu, wird aber aktuell oft so negativ gebraucht, wie ich es eingangs schrieb.
Knight, kein Wunder, wenn sich Randalierer selbst so nennen, was ab und zu geschieht.
Ach - tun die das?
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