Gauland und die Sozialisierung von Angst und Hass

Beitrag von wize.life-Nutzer

In seiner heutigen Rede zur Bundestagsdebatte um den UN-Migrationspakt benutzte der AfD Abgeordnete Gauland folgende Wortfolgen: „…Preisgabe der Souveränität unseres Landes“ und die Verwandlung „..eines Nationalstaates in ein Siedlungsgebiet! In der Tat sind dies Suggestivsätze die Angst und Affekte (wie Hass) geradezu gerieren. Wer solche Worte zusammenfügt der spielt nicht nur mit bloßen Vorurteilen, nein er betreibt die Propaganda gegen die ärmsten unseres Planeten.

Hier ist der gesamte Text der UN-Migrationsvereinbarung nachzulesen http://www.un.org/depts/german/migra...F.231.3.pdf
Und nirgends davon ist die Rede das Migration ungebremst und ungehindert stattfinden soll, im Gegenteil, es geht um Kontrolle, um Regulierung und auhc um die Bekämpfung von Migrationsursachen. Da Herr Gauland dieses Papier gelesen hat, wird ihm ein offener, zügelloser und unverschämter Angriff auf die Menschlichkeit nicht abzusprechen sein. Diese Rede ist ein Generalangriff auf die Würde jedes Menschen, da es Migranten per se unterstellt sie wären Wirtschaftskriminelle die darauf aus sind die Grundsicherungssysteme der Länder ausplündern zu wollen.
Was soll ich als Bürger dieses Landes nun Eberhardt Alexander Gauland per se unterstellen? Eine maligne Persönlichkeits- und Charakterverwachsung über die Lebensspanne? Natürlich kann ich das nicht, aber seine Rede wirft Fragen über die Person Gauland und dessen Motive auf und zwar ernsthafte Fragen.
In diesen und anderen Gaulandreden wird aber auch ein „Geist aus der Flasche“ gelassen, der höchst gefährlich, der vergiftend und spaltend für eine Gesellschaft sich manifestiert, der niederste und amodale Affekte sozialisiert und die Potenz, eine Art Mastermind schafft, der in der Lage ist solche Verfestigungen in furchtbarste Handlungen über zuführen, die das Nadelöhr der Zivilisatorität und Moral durchbrechen, wo am Ende die Pogrome und Lager stehen.
Hier wird ein politisches Format sichtbar, das als Abort für Hass, Wut und jeder Art von Aggressivität steht – abgelassen in einen Klärschlamm der sich immer mehr auftut und dagegen sollte die Zivilgesellschaft so stehen, wie in Dresden jedes Jahr am 13. Februar.

Ein letztes Wort: Nein Herr Gauland, was sie auf der politischen Bühne betreiben ist nicht nur ein Populismus es ist ein Extremismus der eine böse Saat aufgehen lässt.

Übrigens am 08. November 1937 eröffnet Joseph Goebbels in der Bibliothek des Deutschen Museums in München die Schau Der ewige Jude. Die Wanderausstellung soll die Bevölkerung im Rahmen der antisemitischen Rassismusideologie der Nationalsozialisten gegen ihre jüdischen Mitbürger aufhetzen.

In der Folge dieser politisch gebahnten Hassideologie und Propaganda wurde der jüdische Teil meiner Vorfahren bis auf eine Person ausgelöscht – vielleicht versteht man so meine Sensibilität für solche gesellschaftlichen Prozesse besser.