Rechter Hass und Rassismus im Netz - und wie sieht es in wize.life aus?

Beitrag von wize.life-Nutzer

Die Affektausgabe von Hass und Einschüchterung anders denkender und handelnder User ist Teil einer perfiden und ekelhaften Strategie. Rechte Gruppierungen verabreden sich im Netz und machen andersdenkende (sog. linksgrünversifften) Menschen mundtot. Dabei gehen sie streng organisiert vor: Oft verfügt ein Mitglied über mehrere Netzidentitäten, um so so zeitnah und gezielt mehrere Kommentare abzugeben.

Die vermeintlichen Gegner werden mit Hass, persönlichen Beleidigungen, Herabwürdigungen oder Argumentationslinien aus rechten Foren geradezu bombardiert. So wirkt es, als seien sie die überwältigende Mehrheit – was oft nicht stimmt. Ihre Opfer: Alle, die sich für Toleranz oder Gleichberechtigung einsetzen.
Ob die politischen Einheiten wie die AfD, Identitäre Bewegung oder andere Gruppierungen auch außerhalb des Wahlkampfes gezielt sog. „Whips“ einsetzen entzieht sich meiner Kenntnis.

Hierbei stütze ich mich u.a. auf folgende Studie : Philip Kreißel / Julia Ebner /Alexander Urban/Jakob Guhl „Hass auf Knopfdruck. Rechtsextreme Trollfabriken und das Ökosystem koordinierter Hasskampagnen im Netz“ (Institute for Strategic Dialogue, London, Washington DC. Et. Al, 2018)
Dort ist u.a. zu lesen: „Im Zuge dieser Datenauswertung hat sich gezeigt, dass viele Kommentarspalten von Accounts dominiert werden, die einen rechten bis rechtsextremen Hintergrund haben. (ebd.: S. 7 )
„Den Forschenden zufolge wird durch koordinierte rechtsextreme Aktionen ein Meinungsbild suggeriert, welches die Realität nicht abbildet (ebd.: S. 24). Durch die gezielten und überdurchschnittlich hohen Aktivitäten der rechtsextremen Plattformmitglieder sind rechte Botschaften demnach stärker verbreitet und finden mehr Zustimmung (z.B. durch „Gefällt-mir“-Angaben), als dies in der allgemeinen Bevölkerung der Fall ist. Dahinter steht das Ziel, rechtsextreme Positionen und Themen öffentlich so zu verbreiten, dass bei Mitlesenden der Eindruck entsteht, rechtsextreme Positionen seien tatsächlich die Meinung der Durchschnittsnutzer/innen. Das Meinungsbild wird verzerrt und die öffentliche Meinung manipuliert (ebd.: S. 25).“
Inwieweit diese Ergebnisse in Gänze auf wize.life übertragbar sind, kann zunächst nicht gründlich beantwortet werden. Allerdings sind nach meinen Erfahrungen hier starke rechtsextreme Einzelpositionen klar erkennbar. Ob sich dahinter gruppendynamische oder/und konkrete politische Lenkungen und Whip-Stellungen (eingesetzte „Einpeitscher“) und in welchen Organisationsgrad, verbergen, entzieht sich einer befriedigenden Antwort.

Zudem stellt sich in diesem Zusammenhang die Frage nach rassistischen Tendenzen in wize.life:
„Modernere Rassisten gehen davon aus, das bestimmte Kulturkreise dazu tendieren zu bestimmten Handlungen, zu bestimmten Verhaltensweisen, zu bestimmten Fähigkeiten usw. Das ist die modernste Form des Rassismus das Leute aus muslimischen Kulturen einfach intrinsisch von sich aus gesehen gewalttätig sein müssen oder Frauenfeindlich usw. – das ist einfach Kulturrassismus.“ [1]
Ausgehend dieser Definition ist eine solcher „Kulturrassismus“ in wize.life bei einer nicht unerheblichen Zahl von Usern/Userinnen fest verankert und macht betroffen angesichts dieser Undifferenziertheit bei gleichzeitiger Diskriminierung und Stigmatisierung von Menschen.

[1] Rebecca Pates, Politologin, auf einer Podiumsdiskussion im Dresdner Hygiene-Museum über
Rassismus in Sachsen am 30.05.2018)