Leiharbeit entzieht der Rentenkasse Millionenbeträge
Leiharbeit entzieht der Rentenkasse MillionenbeträgeFoto-Quelle: amazon

Leiharbeit entzieht der Rentenkasse Millionenbeträge

Beitrag von wize.life-Nutzer

Die Diskussion über die Rentenbeiträge ist in vollem Gange. Trotz niedriger Arbeitslosigkeit fehlen der Rentenkasse erhebliche Summen. Vielleicht denkt unsere Politik einmal über folgenden Sachverhalt nach:
In Deutschland gibt es ca. 1,2 Million Leiharbeiter, Tendenz steigend. Hinzu kommen etliche, die eine Beschäftigung durch Werksverträge haben, oft über Unternehmen aus dem EU-Ausland. In der Regel werden diese Beschäftigten mit dem Mindestlohn oder den in ihren Ländern üblichen Löhnen abgefunden.
Die entsprechenden Firmen, so weit sie ihren Sitz überhaupt in Deutschland haben, führen für diesen Lohn Sozialabgaben ab. Beispiel:
Ein Leiharbeiter verdient mtl. € 1.600, was bei 180 Stunden dem Mindestlohn von € 8,84 pro Stunde entspricht. Von diesen 180 Stunden ist er 120 Stunden bei einem Auftraggeber eingesetzt. Die Leiharbeitsfirma berechnet dem Auftraggeber € 28,50 pro Stunde, also € 3.420.
Für die Differenz werden keine Sozialabgaben entrichtet ! Dadurch entgehen den Sozialkassen Millionenbeträge ! Für meine Begriffe ist das staatlich legitimierter Sozialbetrug.
Mein Gedanke:
- Der Mindestlohn für Beschäftigte in Leiharbeit sollte abgekoppelt werden und das 1,5 fache des gesetzlichen Mindestlohns betragen. (Dafür trägt der Arbeitnehmer das Risiko der befristeten oder kurzfristigen Beschäftigung.)
- Beschäftigte von Werksverträgen in Deutschland durch ausländische Unternehmen sollten in Deutschland sozialversicherungspflichtig sein und dem deutschen Mindestlohn unterliegen.
- Die Löhne dieser Beschäftigten sollten den Löhnen der festangestellten Mitarbeiter angeglichen sein. (Gleiche Arbeit, gleicher Lohn.)
Generell:
Leiharbeit darf nicht mehr von den Jobcentern zu einer mit Sanktionen bewehrten verpflichtenden Stellenvermittlung deklariert werden ! Sondern es muss dem Arbeit suchenden überlassen bleiben, eine solche Stelle anzunehmen oder abzulehnen.

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