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Sizilien – ein Reisetraum – Palermo – Teil 2

Sizilien – ein Reisetraum – Palermo – Teil 2

onlineweg.de Touristik GmbH
03.02.2014, 12:58 Uhr

Ein paar Wochen vor dem Urlaub sah ich im TV eine Reportage über die 800 Mumien in „Le Catacombe dei Cappuccini“, den Katakomben von Palermo. Die älteste Mumie dieser einzigartigen Grablegungen ist die des Paters „Fra Silvestro da Gubbio“, der im Jahre 1599 starb.
Ursprünglich war die Grabstätte nur den Mönchen des Kapuzinerklosters vorbehalten, doch ab 1670 wollte die Oberschicht von Palermo Ihre Toten hier ebenfalls bestatten, oder besser gesagt aufbewahrt haben. Le Catacombe ist ein Gewölbe aus Tuffstein, was zu der Art der Mumifizierung entscheidend beigetragen hat. Die Toten wurden zunächst in kleinen Kammern auf steinerne Wannen gelegt, wo sie in acht bis zehn Monaten völlig austrockneten, weil der vulkanische Tuffstein sämtliche Flüssigkeit aufsaugte. Nach diesem Prozess wusch man die ausgedörrten Körper mit Essig und ließ sie dann noch mal ca. zwei Wochen in der Sonne trocknen. Neben dieser Methode gab es auch weitere Verfahren mit Kalkmilch oder mit Arsenik, in dem die Leichen gewaschen wurden. Mumien die auf diese Weise behandelt wurden sind besonders gut erhalten.
Die spektakulärste Mumie ist jedoch das kleine Mädchen „Rosalia Lombardo“, das im Alter von zwei Jahren an der Spanischen Grippe im Jahr 1920 starb. Der Arzt Alfredo Salafia hat bei Rosalia eine bis heute nicht bekannte Methode angewandt, sodass dieser kleine Leichnam nach mehr als 90 Jahren den Eindruck eines kleinen schlafenden Mädchens vermittelt. Man steht vor dem mit einer Glasscheibe bedeckten Sarg und kann nicht glauben was man mit eigenen Augen sieht. Wissenschaftler vermuten, dass Alfredo Salafia dem Leichnam eine Mischung aus Glyzerin, Formalin und Zinksulfat eingespritzt hat, doch er hat sein ganzes Geheimnis selbst mit ins Grab genommen. Irgendwie ahnt man, dass die Le Catacombe dei Cappuccini einzig zur Stadt Palermo gehören kann und dass diese skurrile Grabstätte in jeder anderen Stadt ein Fremdkörper wäre.
Natürlich darf auch für Palermo ein kulinarischer Tipp nicht fehlen. Einzigartig ist der tägliche Fischmarkt (außer Sonntag) „La Vucciria“ auf der Piazza San Domenico in Palermo. In einer alles übertönenden Lautstärke bieten hier die Fischhändler ihre Ware feil. In der Mitte des kleinen Marktes steht ein mobiler Imbissstand mit einer Spezialität aufwartend, die es nur auf Sizilien gibt. Eine „Focaccia Maritata“ ist ein Sesambrötchen, welches mit dünn geschnittenen Scheiben aus gekochter Kalbsmilz und Kalbslunge gefüllt wird. Darüber streut der Imbissbetreiber mit sizilianischer Grandezza eine kräftige Prise grobkörniges Meersalz und rundet das Ganze mit dem Saft einer halben Zitrone ab. Allein die Zubereitung dieser Spezialität ist eine filmreife Zeremonie. Die Focaccia Maritata gibt es zusätzlich mit feinen Streifen vgon Ricotta Käse belegt auch im Traditionsrestaurant „Antica Focacceria S. Francesco“ (gegründet 1834) zum Mitnehmen. Die Brüder Vincenzo und Fabio der Familie Conticello, Inhaber des Restaurants in fünfter Generation, haben sich schon 2001 mit einigen anderen Geschäftsleuten der ersten Stunde in Palermo gegen die Pizzo (Schutzgeld) der Mafia zur Wehr gesetzt. Schon aus Solidarität zu den mutigen Wirtsleuten haben wir hier auf der kleinen Piazza der Via Alessandro Paternosto zu Abend gegessen. Ab und zu präsentierte sich auch immer wieder ein Streifenwagen der Carabinieri.
Rein zufällig, während eines Stadtbummels, stießen wir zur Mittagszeit auf die Trattoria „Ferro di Cavallo“ in der Via Sperlinga 23/35 (kleine Seitenstraße der Via Roma). Diese Entdeckung stellte sich zugleich als eine Offenbarung heraus, denn die Küche dieses kleinen Lokals ist ausgezeichnet und die Preise den Verhältnissen der Einheimischen angepasst. Die Trattoria „Ferro di Cavallo“ gibt es seit 1944 und typischer kann man in Palermo nicht essen. Ich habe hier die „Pasta al nero di Seppia“ (Pasta in scharzer Sauce vom Tintenfisch) in einer ausgezeichneten Qualität gegessen und wurde vom jungen Wirt so leger und locker bedient, als sei ich ein Stammgast in seiner Trattoria. Einfach toll und ganz weit weg von den oft so üblichen Touristenlokalen. Gerne wäre ich dort noch einmal zum Abendessen hingegangen, doch leider reichte dafür die Zeit nicht mehr. Deshalb gibt es beim nächsten Besuch in Palermo ein Dinner in der Trattoria „Ferro di Cavallo“. Nach erlebnisreichen Tagen in Palermo ging es dann auf der Autostrada A 20 entlang der Küste nach Cefalu.
-Fortsetzung folgt-

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