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ZLATNE PRAHA das goldene prag und die KARLSBRÜCKE

14.02.2014, 22:49 Uhr
Beitrag von wize.life-Nutzer

von angelus-curator Pro @ 2014-01-17 – 02:44:10

ZLATNE PRAHA das goldene Prag und die KARLSBRÜCKE

auf tschechisch Karluv Most, ein einzigartiges Monument reicher kultureller Vergangenheit
voller heutigen Lebens.

Das reiche, das prächtige, das goldene Prag? Was soll das, wo kommt der Begriff her,
von wem stammt er.

Er stammt von einem Jungen von der Mosel, dessen Vater Luxemburger war, (Johann von Luxemburg),
und dessen Mutter böhmische Prinzessen, (Libuse), der, der die Rhein-Mosel Reben mit in die Böhmischen Lande brachte, der später als König von Böhmen und Deutscher Kaiser Karl IV in die Geschichte einging, der Herr des Hradschin.

Er war es, der Prag auf- und ausbaute wie kein anderer vor oder nach ihm, - ein Fürst der fortschrittlich und modern dachte.

Schon als Junge war er oft, so wie in unseren Zeiten ich als jungen Student, den alten Königsweg zu Fuß abgeschritten, von der Altstadt, über die Straße, die heute nach ihm Karlova, d.h. Karlsstraße heißt, vorbei rechter Hand am großen am großen Klementinum, dem Jesuitenkolleg, das er der von ihm gegründeten Universität eingliederte, auf der alten, hölzernen Judith-Brücke, hier, zwischen der Altstadt der Bürger auf der einen und der Kleinseite, dem Adels-Viertel unterhalb der Burg auf der anderen, da musste seine Brücke entstehen, das einende Symbol seiner Macht und seines Erfolges, für alle sichtbar erstehen.

So holte er sich, wie später noch oft, als er König geworden war, einen gottbegnadeten Architekten, Peter Parler, und beauftragte ihn eine Brücke besonderer Schönheit zu erschaffen.

Den Grundstein legte der geschichtsbewusste Fürst am 9. Juli 1357, morgens um 5 Uhr 31, so die Sage und wohl auch die Wahrheit, - einem einzigartigen Datum in jener Zeit, vor und rück gleich zu lesen, ähnlich dem Jahrtausenddatum 02.02.02., - 135797531, von beiden Enden gelesen das gleiche Ergebnis. Sich selbst setzte der Kaiser ebenfalls das, wie ich glaube schönste Denkmal seiner Person, auf der Altstädter Seite, ihn verewigend als den Gründer und Mäzen der ersten Universität deutscher Zunge, der (heiligen) Karls-Universität zu Prag; (das Gründungspatent hält er noch heute für alle weithin sichtbar in der Hand) wie man zu sagen pflegte und pflegt, nur eine seiner vielen kulturellen Großtaten.

Geht man durch den kleineren Altstädter Brückenturm, so kommt man auf die über 500 m lange und knapp unter 10 m breite steinerne Brücke, an dieser Stelle seit 900, aber erst so befestigt und sicher vor den Fluten der Moldau, da im Schnitt 13 m über dem Gewässer, ausgestattet mit 16 Bogen zwischen 16m und 24 m Spannweite und insgesamt 26 Heiligenstatuen, aus der Ursprungszeit hin bis zum Jahre 1938 als die letzte errichtet wurde, - das Alter der einzelnen Figuren schön zu erkennen an der unterschiedlich geschwärzten Verfärbung des verarbeiteten Gesteins.

Ach ja, da würden wir doch fast vergessen, die Sagenumwobenste Figur ist nicht aus Stein, sondern aus Metall, es ist der Christus, der eine Hebräische Inschrift trägt.

Und der Überlieferung nach hatte das folgende Bewandtnis: Die reichen katholischen Bürger Prags trugen dazu bei die Ausstattung der Burg durch Spenden und Unterstützung noch prächtiger zu gestalten, so wurden einige der Figuren der Heiligen von reichen Patrizierhäusern finanziert. Da Prag jedoch eine prächtige gut florierende jüdische Gemeinde hatte, die ebenfalls nicht als arm Angesehen werden konnte, wollte diese beider ehrenvollen Ausstattung ihrer Heimatstadt nicht zurückstehen, und sich mit einer eigenen, symbolischen und wertvollen Spende beteiligen, - dem Jüdischen Christus, - und die Katholische Stadtverwaltung der Altstadt wollte dies nicht zulassen, es verbieten.

Der Streit kam vor den weisen Kaiser, und er gab den jüdischen Kaufleuten recht, wer Gott ehren und seine Stadt und ihren Kaiser würdig beschenken will, der soll dies auch dürften, und so steht, seit dem Machtwort des Kaisers, für immer und ewig hier der jüdische Christus, zum Gedenken des großen Opfers der jüdischen Bürger für ihre Vaterstadt, die sie genau so liebten wie die Deutschen und die Tschechischen Bürger.

Die einzelnen Statuen und Gruppen von Heiligen kann sich jeder selbst ansehen, mein liebster Punkt, außer zu Füßen des genannten Christus, ist etwas weiter, wohl etwa in der Mitte der Brücke.

Hier, in der Mitte der Brücke, seiner Brücke stehend, schaute der große Kaiser eines Mittags rund herum sich sein Prag an, und siehe da, auf den Spitzen der Dächer aller größeren öffentlichen Gebäude hatte er goldene oder vergoldete Kuppeln und Kappen anbringen lassen, - schaute man also um sich, so blinkte und blitzte es rundum gülden (wie man damals zu sagen pflegte), dies in sich aufnehmen und genießend stellte er stolz fest, dass sein Prag, seine Hauptstadt das Güldene Prag sei, die Stadt die als einzige der Welt überall weithin sichtbar nur so von Gold und Reichtum blitze.

In den 70-ern hätte das nicht geklappt, in den 80-ern jedoch konnte ich feststellen, dass es wieder klappen kann, das kaiserliche Prag hat sich wieder prächtig herausgeputzt, und zur Mittagszeit, von der Mitte der Brücke blickend, klappt es wieder prächtig, rund um und sehen wir ein einziges blitzen und funkeln, Prag hat seinen warmen, strahlenden, güldenen Schein zurückbekommen, der stolze Kaiser würde sich königlich freuen und wäre sehr, sehr glücklich.

Glücklich sind auch Aberhunderte und Zigtausende tagtäglich, fast das ganze Jahr lang hier vorbeilaufende und verweilende jüngere wie ältere Touristen, Böhmische und Auswärtige, die auf dieser Brücke voller Leben und Buntem Treiben ein Stück immer noch lebendig gebliebenen Treibens finden, wie sonst kaum irgendwo. Da sitzt der Portraitmaler neben dem Straßenmusiker, der Andenkenhändler neben dem Schmuckhändler der gediegenen Silberschmuck anbietet, da tanzt eine ranke Tänzerin zu einer Flöte, wie wäre es mit einer hübschen Zeichnung der Brücke oder des Hradschin? Ich weiß nicht was ich alles noch nennen sollte, - hier gibt es alles und jedes, und das mitten auf der Moldau, auf dem Königsweg von der bürgerlichen Altstadt zu der königlichen Hofburg auf der Kleinstädter Seite, wo die Brücke durch den Kleinseitner Brückenturm, wie in London das House of Lords höher ist als das House of Commons der Bürger, so ist auch hier der Torturm auf der Adelsseite höher und etwas prächtiger als sein bürgerlicher Bruder am anderen Ende.

Mein konkreter Tipp wäre hier auf jeden Fall entlang zu gehen, beginnend beim Altstädter Rathausplatz, von wo man unmittelbar über den Male Namesti, d.h. den Kleinen Platz direkt auf die Karlova und damit die richtige Einflugschneise des Königsweges kommt. Jenseits der Brücke könnte man seinen Rundgang durch die Kleinseite Mala Strana über die Mostecka (Brückenstraße) fortsetzen um den Kleinseitner Dom über die Nerudova (Nerudastraße) aufwärts zur Hofburg, oder auch seitlich rechts Richtung Wallenstein-Palais (vgl. Bericht) und alte Schlossstiege (Stare Zamecke Schody) die andere, üblichere Aufstiegsweise zum Hradschin. Beide Wege kann man auch rückwärts marschieren, jeder wie er es mag.

Wer noch Fragen haben sollte, der kann sich gern melden, Prag ist zu einmalig, um es zu vernachlässigen.

Und die stolze Karlsbrücke ist nun einmal eines der wertvollsten Prunkstücke dieser meiner östlichen äh ... zentraleuropäischen Lieblingsstadt (merken und nicht vergessen, Ihr Bildungsbürger, mit der ältesten
Universität deutscher Zunge).

Da mache ich gern schon einmal etwas (unerlaubte?) Werbung, jedenfalls mehr als sonst bei mir üblich.

Wer sich entschließen sollte dorthin zu fahren, dem wünsche ich recht viel Freude und den meistmöglichen Spaß, in Prag kann man sich, wenn man es richtig macht, und an die richtigen Stellen geht, wirklich sehr, sehr wohl fühlen. War selbst über Jahre immer wieder Wochen und Monate da, erst vor der samtenen Revolution und dann noch mehr danach, sollte es also wirklich beurteilen können.

3 Kommentare

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Vor mehreren Jahren war ich mit einer Freundin in Prag, leider nur für wenige Tage. Eine herrliche Stadt ! Unvergessen !!
  • 21.02.2014, 13:05 Uhr
dann kann man dir nur wünschen dass es dich vielleichz noch einmal dorthin verschlägt!
  • 21.02.2014, 13:31 Uhr
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für alle, die die tschechische Hauptstadt Prag und deren Herzstück, die Karlsbrücke, noch nicht kennen, ein erster Geschmack wie gut es einem bewußten Besucher dort gefallen kann.

Der Tipp ist klar, wer da war, oder noch nicht, jeder sollte, von Zeit zu Zeit sich mal ein paar Tage gönnen! das meint jedenfalls euer Angelus, der, der Prag ganz ausserordentlich liebt. Prag ist zu jeder Jahreszeit eine Reise wert!

(das gibt 5 AC-engel)
  • 14.02.2014, 22:42 Uhr
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