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Das Thema 2014: Reise ins Welterbeland Thüringen

Das Thema 2014: Reise ins Welterbeland Thüringen

Hans-Herbert Holzamer
18.03.2014, 14:41 Uhr
Beitrag von Hans-Herbert Holzamer

Reisen zu den Welterbe-Stätten der UNESCO sind beliebt. Es gibt in Amerika und Asien spezielle Reiseangebote, es gibt im Netz die Möglichkeit, sich von einer Destination zur nächsten zu klicken, sich die Informationen zu besorgen und die Reise zu buchen. Und manchmal hilft der Weg über das internationale Renommee dabei, auch national bekannter zu werden. In diesem Jahr will Thüringen diesen Weg gehen und setzt auf die Kultur- und Naturstätten, die das Adelsprädikat der Weltgemeinschaft bereits verliehen bekommen haben.

Groß und frei in Ettersburg

Ettersburg zum Beispiel. "Hier fühlt man sich groß und frei wie die große Natur, die man vor Augen hat, und wie man eigentlich immer sein sollte." Das sagte Johann Wolfgang von Goethe, und trotzdem ist dieses Schloss in der Nähe von Weimar kaum bekannt. Dabei ist der frühere Musenhof Anna Amalias, Goethes genialischer Ort, Schillers Schreibstätte, das Jagdschloss, das Refugium freier Geister heute wieder ein Stätte der Kultur, für die der Direktor des Schlosses, Peter Krause feine Veranstaltungen entwirft. Und zurecht ist Schloss Ettersburg Teil des Weltkulturerbes Klassisches Weimar, steht in einer stolzen Reihe mit der Wartburg, den Bauhausstätten in Weimar und Dessau und dem Weltnaturerbe Hainich.

Alle deutsche Welterbe-Stätten wollen in diesem Jahr bei dem Streben um die Gunst der Touristen punkten, aber keinem Bundesland dürfte dies so leicht fallen wie Thüringen, liegen doch hier "Hochkultur und Natur auf engstem Raum", wie Bärbel Grönegres, Geschäftsführerin der Thüringer Tourismus GmbH sagt. "Schließlich hat eine aktuelle Studie der Tourismusmarketing-Organisationen aller Bundesländer (LMO) unter ausländischen Touristen ergeben, dass 40 Prozent der Befragten im Rahmen ihres Urlaubs den Besuch einer Welterbe-Stätte als sehr interessant oder interessant bewerten."

Route von Suhl nach Weimar

Eine den umworbenen Gästen angebotene Route führt von Suhl über Eisenach nach Craula und Mühlhausen, weiter nach Weimar und zurück nach Suhl.
Suhl ist schon seit dem 15. Jahrhundert die Stadt der Büchsenmacher in Deutschland und zugleich eine Stadt des Wintersports, dem nahen Thüringer Wald gedankt. Auf der Wartburg in Eisenach schrieben Luther die Bibelübersetzung, mit Sicherheit, Richard Wagner den Tannhäuser, vielleicht, und viele andere an der deutschen Geschichte, unter ihnen die Heilige Elisabeth. Craula dürfte für viele eine Überraschung sein. Es liegt im Hainich, dem größten Mischwald in Europa, und lockt mit seinem Nationalparkzentrum, dem Wildkatzendorf in Hütscheroda, dem Baumkronenpfad, mit dessen Hilfe man sich den Wald auf Wipfelhöhe erwandern kann, und einem leibhaftigen Buchen-Urwald mitten in Deutschland. Die ausgeschilderten Wälder haben eine Länge von mehr als 100 Kilometer, hier findet man leicht auch eine Wegstrecke für sich alleine.
Mühlhausen ist weit mehr wert als die vorgesehene Übernachtung. Hier trifft man auf Thomas Müntzer, den Reformator, und auf die Bauernkriege, die ein eigenes, sehenswertes Museum haben. Für den nächsten Tag bietet die Tour einen Besuch im Japanischen Garten der Stadt Bad Langensalza an, bevor es weiter nach Weimar geht. In der Klassikerstadt werden bei einer Sonderführung die 13 Objekte, die Teil des Weltkulturerbes ausmachen, vorgestellt: Bauhaus, die Bibliothek der Herzogin Anna Amalia, das Goethe Nationalmuseum, das Schillerhaus, das Wittumspalais, der Friedhof mit der Fürstengruft und Weimars Schlösser, Belvedere, Ettersburg und Tiefurt, mit ihren wunderschönen Parkanlagen.

Nun braucht jedenfalls Weimar keinen besonderen Input, um Gäste zu locken. Aber mit dem Kombiticket „UNESCO 2014“ können heuer viele Ziele zu einem Preis von 20 Euro besucht werden.

Abseits der Touri-Bahnen

Und vielleicht ist es Grund genug, auch mal die ausgetretenen klassischen Touri-Bahnen zu verlassen, um beispielsweise das von Walter Gropius gegründete Bauhaus zu besuchen. Hier trifft man auf Größen wie Paul Klee, Wassily Kandinsky und Lyonel Feininger. Die Universität bietet einen besonderen "Spaziergang" zur ehemaligen Kunstgewerbeschule, in die ehemalige Kunstschule Bauhaus und die heutige Universität. Studenten zeigen original erhaltene Treppenhäuser, Wandbilder, das Gropiuszimmer oder das Musterhaus „Haus am Horn“.

Generell liegen die Welterbe-Stätten Thüringens so dicht beieinander, dass man sich seine Touren leicht selbst zusammenstellen, zumal es besondere Verkehrsverbindungen gibt, zum Beispiel zwischen Eisenach und dem Hainich den "wunderbaren Wanderbus". Es gibt einen "Welterbebus" und eine "Panorama"-Bahn, damit man sich möglichst ungebunden vom eigenen Pkw frei bewegen kann. Diese
Bahn fährt zum UNESCO Biosphärenreservat Vessertal, wo eine geführte Tour nur empfohlen werden kann. Dann beginnt der Wald mit einem zu sprechen, er erklärt, warum welcher Baum als Solitär stehen bleiben darf, wo die tiefen Rinnen auf dem Boden herkommen und was man mit einem Pilz namens Zunder alles machen kann.

Thüringen ist mit seinem Kultur- und Natur-Angebot so filigran, dass man fast befürchten muss, es mit zu viel Aufmerksamkeit zu verletzen. Und nicht alles ist leicht verzehrbar. "Thüringen hat sich mit zwei weiteren Stätten um die Aufnahme ins UNESCO - Weltkulturerbe beworben", sagt Thüringens Tourismuschefin: das ehemalige KZ Buchenwald, in unmittelbarer Nähe von Ettersburg gelegen und das mittelalterliche jüdische Erbe der Stadt Erfurt. Auf die Entscheidung muss man aber nicht warten. Mehr als empfehlenswert ist der Besuch beider.

13 Thüringer Bräuche

Und nicht zu vergessen: 13 Thüringer Bräuche wollen "immaterielles Welterbe" werden. Dazu zählen der Eisenacher Sommergewinn, das ist das Streitgespräch zwischen Sunna (Sommer) und Winter, die Palmsonntagsprozession in Heiligenstadt und das Skatspiel in Altenburg. Nicht zu vergessen das Dingelstädter Steckenpferdreiten und das Graweredersch, die Erzähltradition in der Mundart von Gräfenroda.

Das dürfte jedoch einen Touristen aus Amerika oder Asien weniger interessieren.

Fotos: Copyright hhh

Information:
Tourist Information Thüringen
Willy-Brandt-Platz 1
99084 Erfurt
Tel: 0361 / 37 420
Fax: 0361 / 37 42 388
service@thueringen-tourismus.de

1 Kommentar

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Die Menschen in Thüringen sind auch Weltkulturerbe,denn einmalig
  • 18.03.2014, 17:04 Uhr
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