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Wanderung Stuttgart - Offenburg

Wanderung Stuttgart - Offenburg

25.03.2014, 18:03 Uhr
Beitrag von wize.life-Nutzer

Heimkehr oder wie immer man die Wanderung nennen will...

Neunzehn (19) Jahre war ich in einem Verlagsaußendienstbüro eines großen Medienhauses in Stuttgart beruflich aktiv. Dreizehn (13) Jahre davon pendelte ich von Offenburg nach Stuttgart. Nein, nicht jeden Tag, dafür ist der Weg zu weit.
In Stuttgart hatte ich in Bad Cannstatt einen Zweitwohnsitz. Meistens ging es Montags nach Stuttgart und am Freitag wieder zurück.
Im Laufe der Zeit wuchs die Idee, am letzten Arbeitstag des Berufslebens so organisiert zu sein, dass ich das Büro Mittags verlasse um mich auf eine Wanderung nach Offenburg zu begeben. Sozusagen als meditative Zeit und als Denkphase beim Übergang vom aktiven Berufsleben zum aktiven Privatleben.
Dann kam alles anders. Das Büro wurde neu organisiert und ich hatte bereits drei Jahre meinen Schreibtisch in Offenburg. Die Idee war damit erst einmal „gestorben“.

Irgendwann wuchs die Idee wieder und als ich mit einem Kunden, Wolfgang Lange von Midro, über die Idee sprach, war er so begeistert, dass er sich um eine Mitwanderschaft „beworben“ hat. Warum nicht, dachte ich mir.
Jetzt galt es die Tour zu planen. Schließlich gibt es von Stuttgart-Degerloch bis Offenburg keine ausgeschilderten Wanderwege bzw. keine ausgeschilderte Route.
Das Landkartenhaus in Freiburg ist gut bestückt und schnell hatte ich zwei Karten im Maßstab von 1:50.000 mit denen die Route erarbeitet werden konnte.
Da ich so etwas vorher noch nie gemacht habe, zog ich eine Linie von Stuttgart nach Offenburg, die sogenannte Luftlinie. Nun galt es, einen Weg möglichst nahe an dieser Luftlinie zu finden.
Am 01.03. begann meine passive Phase der Altersteilzeit und die Wanderung sollte möglichst zeitnah erfolgen, wenn das Wetter mitspielt. Der 17.03. war als Starttermin auserkoren.
Eine Problematik tat sich aber noch auf. Schaffe ich das, denn am 18.12. ereilte mich auf einer Berufsfahrt ein Herzinfarkt und ich soll das Herz nur bis max. 120 Pulsschläge belasten.
In der Reha bin ich gut vorangekommen und habe anschließend durch Rad fahren und Nordic Walking etwas Kondition aufbauen können. Wie sich später herausstellen sollte, habe ich aber wohl mehr von der über 25-jährigen Erfahrung als Langstreckenläufer mit div. Marathons profitiert.
Die Wetterprognosen waren positiv, als fuhren wir am 17.3. um 7:30 mit dem IC von Offenburg nach Stuttgart. Vom Bahnhof ging es in die Albstraße zur Werbeagentur Schmittgall, wo wir langjährige Nachbarn waren.
Bei einem Kaffee, Butterbrezel und einem Gespräch mit Bernd Schmittgall haben wir uns nochmals mental auf die Tour eingestimmt und um 10:30 Uhr ging es dann los.
Über die Felder bis Vaihingen, weiter über Stuttgart-Rohr, Böblingen bis nach Dagersheim.

Es wurde richtig warm und in Rohr mussten wir über einen „Berg“. Die Stuttgarter würden Hügel sagen. Als Norddeutscher ist man fast geneigt Steigeisen anzulegen. Der Puls stieg schnell. Klar, dass ich die Wanderung nur mit Pulsmesser einer Polar-Uhr und Brustgurt in Angriff genommen habe.
Nach Rohr ging es auf einer alten Panzerstraße durch den Wald nach Böblingen.
Dort kam dann die nächste Hürde. Ein Nerv drohte sich im Lendenbereich einzuklemmen. Nicht lustig mit 10 kg Gepäck auf dem Rücken. Die Schritte wurden kürzer und der Schmerz immer stärker. So sind wir die letzten zwei Kilometer von Böglingen nach Dagersheim mit dem Bus gefahren, denn weit und breit war keine Apotheke in Sicht. Ibuprofen 400 war mein Hilfsmittel. Somit waren die Schmerzen weg und die Muskulatur hat den Nerv durch die schmerzfreie Bewegung nicht mehr belastet.

Am nächsten Morgen stieß noch ein Stuttgarter Freund, Norbert, hinzu und zu dritt machten wir uns auf die Wanderung. Von Dagersheim ging es über Aidlingen, Dachtel, Holzbronn nach Neubulach.
Klar, dass auch Männer nicht nur schweigend durch die Gegend laufen, sondern über dies und das quatschen. Pausen wurden eingehalten und am Haselstall gab es das erste zünftige Bier und einen ausgiebigen Plausch mti dem Bauern und seiner Frau. Noch lag aber ein Stück Wegstrecke vor uns.
Die Orientierung an der Luftlinie auf der Karte und am GPS-Gerät war einmalig und hat bestens funktioniert. Gegen den frühen Abend waren wir dann am Fuße zur Steigung nach Neubulach. Das Lokal Talmühle kam da genau richtig für eine kleine Pause.
Was dann geschah war ein Erlebnis für Wanderer. Wir kamen schnell mit ein paar Herren ins Gespräch. Einer von Ihnen, Alois Ritter, wollte mehr über unsere Route wissen und ob wir an seinem Domizil Zuflucht im Schwarzwald vorbei kommen. Unsere Route wurde besprochen und diskutiert. Die Zeit strich dahin und so war es dann auch nicht verwerflich, dass uns ein anderer Gast uns die letzten 2,5 km zum Hotel erspart hat und uns in seinem VW-Bus mitgenommen hat.
Abends stand dann noch ein Programmpunkt auf unserer Wunschliste. Das Brauhaus Rössle in Neubulach. Wirt Ingo braut sein Bier selbst und hat uns bei einer privaten Führung seine Brauanlage erklärt.
Später fiel ich dann „erschlagen“ ins Bett. Der zweite Tag war überstanden. Und das, obwohl ich am ersten Tag nicht wusste, ob ich die Wanderung durchstehen würde.

Fortsetzung folgt.

(Ordner mit diversen Fotos wurde gesondert angelegt)

77656 Offenburg auf der Karte anzeigen:
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12 Kommentare

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Schöner Bericht. Bin schon auf die Fortsetzung gespannt.

Viele Grüße nach OG.

Stefan
  • 26.03.2014, 14:21 Uhr
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Ja das ist unser Jürgen, wie er leibt und lebt und wandert
Hammer, ich freu mich auf die Fortsetzung - und bin in Gedanken bei dir - muss ja noch deine Pharmakunden bei Laune halten und hier die Stellung halten...
  • 26.03.2014, 09:41 Uhr
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Thomas Bily
Im Grunde genommen spiegelt die Wanderung dein berufliches Leben wider: es geht um 10.30 Uhr richtig los nach der ersten Butterbrezn bei einer befreundeten Agentur. Du hast elegant deine Pharma Vergangenheit eingestreut. Und dass du schnell ins Gespräch kommst mit anderen (bzw. die mit dir), ist auch irgendwo bei mir abgespeichert. Ebenso die Tatsache, dass wir nach den Abendevents immer den Bus nehmen mussten - auch diese Gewohnheit stellte sich schnell auf der Wanderung ein. Abgesehen davon, dass es anscheinend nur von Wirtshaus zu Wirtshaus geht. Klingt gut
Respekt und Freude, dass du schon wieder für sowas gut genug in Form bist - abgesehen von dem Lendenwirbelnerv; könnte aber auch die Milz gewesen sein, die angeklopft hat
  • 26.03.2014, 09:05 Uhr
Die Milz war es ganz sicher nicht Thomas. Hätte aber sein können, wenn Du mitgewandert wärest.
Danke Dir aber für die Einschätzung. Ich bin wirklich froh, dass ich so etwas wieder machen kann.
Du kennst doch mein berufliches Vorgehen. Ich habe die Kunden angerufen und gesagt, entweder die schalten Anzeigen oder ich benötige einen Termin bei ihnen. So läuft das.
  • 26.03.2014, 09:19 Uhr
Thomas Bily
Wir könnten ja mal ne Ehemaligen Wanderung machen. Quasi eine Vertriebswanderung für Vertriebene. Und Barbara macht das Catering.
  • 26.03.2014, 13:28 Uhr
Wie wär's mit einer Radtour am Niederhein? Aber auch zu Fuß kann man hier wunderbare Ecken erkunden. Auch für Leute ohne "Bergerfahrung" sehr geeignet.
  • 26.03.2014, 14:19 Uhr
Gute Idee. Hahaha, als "Bergziege" komme ich überall klar Stefan.
  • 26.03.2014, 15:34 Uhr
Thomas Bily
wenn ihr Rheinländer das organisiert, bin ich dabei. Ich seh schon das lecker Pilsken unterm Schalke04 Schal stehen...
  • 26.03.2014, 16:53 Uhr
Z.B. Eine Radtour an der Ruhr. 2/3 Tage von Hagen nach Duisburg. Ganz gemütlich. Ca. 100 km. Oder man fängt in Winterberg an: 235 km. Link: http://de.wikivoyage.org/wiki/Thema:...c915a3d663d
  • 26.03.2014, 17:35 Uhr
Thomas Bily
2-3 Tage an der Ruhr. Das wär doch was!
  • 26.03.2014, 18:18 Uhr
Nicht, dass wir die Ruhr bekommen...
Ne, finde ich gut. Wer plant? Stefan. War ja seine Idee. Hahaha.
  • 26.03.2014, 18:37 Uhr
Thomas Bily
das perlt an mir ab: ich steh meistens im Sattel (die paar km)
  • 27.03.2014, 09:08 Uhr
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