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Der Osterhase - eine wahre Begebenheit

15.04.2014, 21:38 Uhr
Beitrag von wize.life-Nutzer

Christina war pleite. Bis auf die Knochen.
Sie sah zwar blendend aus. Jedoch hat Tina gelogen wie gedruckt. Kein Wort aus ihrem zauberhaften Mund war je wahr gewesen.

Trotzdem bot ich ihr Unterschlupf.
Sie ist bei mir eingezogen mit Hund und Katz.

Die Katze verliebte sich in mich. Tina eher nicht.
Schon vor Sonnenaufgang hüpfte sie, die Katz, auf das Kopfende meines Bettes und lauerte darauf, einem allmorgentlichen Ritual gleich, dass ich mein rechtes Augenlid hob – ich bin Linksschläfer - .
Passierte es dann endlich, geschah, was geschah, wenn ein harmloser Käfer über die Dielen krabbelte oder der Wind eine Feder ihr vor die Pfoten trieb. Sie setzte zum Sprung an und landete ihre sanften Pfötchen auf meinem Auge.

Weniger sanft ging Tina mit mir um.
Die Spannung zwischen Tina und mir wuchs unangenehm und zu Ostern packte ich die Schöne mit samt ihren Hut- ,Kleider- und Schuhschachteln ins Auto und bugsierte sie zu ihren Eltern ins Gelderner Land.
Hund und Katz fuhren natürlich mit.
Am Spätnachmittag erreichten wir Christinas Elternhaus. Wir wurden begrüßt und luden aus. Auch Hund und Katz, die gleich den weiträumige Schlosshof erkundeten .

Man bot mir an, zu übernachten.
Unter der Dachschräge bekam ich ein Zimmerchen zugewiesen.

Ich öffnete das Gaubenfenster und blickte in den Burggraben hinab. Ein Baum breitete seine Kronenäste bis in die Dachrinne aus. Die frische Luft tat mir gut. Ich fühlte mich wohl und legte mich nieder.
In fremden Betten fiel ich selten sofort in Tiefschlaf. Stets gewärtig, von einem Kätzchen angesprungen zu werden, versagte ich mir instinktiv die lähmende Bewusstlosigkeit.

Und so kam es dann auch.

Ich erwachte von einem Geräusch: Plopp, Plopp.
Wohl hatte ich einen angenehmen Traum geträumt, den ich dann auch fortgesetzt hatte, bis ich wieder geweckt wurde. Diesmal piepste es unter meinem Bett.
Ich knipste das Licht an und wer stand vor mir? Meine geliebte Katz.
Sie hatte sicher mein, ihr vertrautes, Schnarchen vernommen. Über Baum und Dach war sie dann mit "Plopp Plopp" in der Kammer gelandet.
Wer aber piepste unterm Bett?
Ich legte mich auf den Bauch, konnte jedoch unter´m Bett nichts erkennen.
Ich Kleiderschrank fand ich einen Besen, mit dem ich nach dem Piepmatz angelte.

Ich traute meinen Augen nicht.

Der Besen förderte ein Wollknäul , so groß, wie ein Osterei zu Tage.
Behutsam fasste ich das warme, jetzt beruhigte Etwas in die Hand und staunte.
Was denkt Ihr, was es war?
Es war ein Osterhasenkind.

Die Katze hatte es wohl aufgestöbert und über Baum, Dach, durch´s Fenster mir unter´s Bett gelegt.
Das ist eine wahre Begebenheit – kein Ostermärchen.

Ich habe das Häschen dann in einen nahen Kartoffelacker gesetzt und mich wieder, um einige Erfahrungen reicher, auf den Weg nach Süden gemacht.

2 Kommentare

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Deshalb kommt der Osterhase dieses Jahr auch zu dir. Das Knäuel ist ja inzwischen erwachsen geworden.
  • 15.04.2014, 23:59 Uhr
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Sehr schöne Geschichte.
  • 15.04.2014, 21:56 Uhr
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