Brücke in Cividale del Friuli
Brücke in Cividale del Friuli

Eine Erlebnis-Wanderreise entlang der Soca/Slowenien und Isonzo/Italien Teil 2

Beitrag von wize.life-Nutzer

Nach diesen drei herrlichen Tagen mit wunderschönen Eindrücken von den Julischen Alpen, vom Triglav-Nationalpark, vom Trenta-Tal und von der Soca verließsen wir Slowenien und fuhren mit unserem Bus hinüber ins Friaul in die Isonzo-Ebene. Dort verbriachten wir in Cevidale, der Hauptstadt des lang vergangenen Langobardenreiches den Nachmittag. Nach einer kulturhistorischen kurzen Einführung in die Geschichte Cevidales betrachteten wir in den nächsten Stunden diese alte romantische Stadt, besichtigten den Dom "Santa Maria Assunta", den Tempel "Tempieto Longobardo", stiegen über eine steile Treppe hinunter ins "Keltische HypoÄuc", bewunderten die Brücke "Ponte del Diavola" aus dem Jahre 1442 und vernahmen schmunzelnd die Legende über die tatkräftige Mithilfe des Teufels beim Bau dieser wundervoll auf einem Felsen ruhenden Bogenbrücke..
Danach ging es weiter nach Grado, einer Inselstadt an der Adriaküste. In einem in einer Seitenstraße gelegenen Hotel bezogen wir unsere Zimmer und machten uns sogleich auf die erste Entdeckungstour durch die Straßen dieser kulturhistorischen Stadt zum Strand und in die Altstadt.
Am nächsten Tag brachte uns unser Bus zu einer Wanderung an den Felsabbrüchen des Karsts zur Adria.
Tief unter uns lag die Lagune der Adria mit dem Blick auf die Isonzo-Mündung, auf Grado und die gesamte Küste. Die Wanderung selbst führte uns wieder durch die wunderschöne Blumenwelt des Karsts. Immer wieder konnten wir prächtige Blumen und Gewürzpflanzen bewundern. Auch Schmetterlinge konnten wir auf diesen farbenprächtigen Blumen bewundern. Inmitten dieser schönen Natur legten wir eine "Brotzeitpause" ein, bevor es am Ende unserer Wanderung weiterging mit dem Abstieg hinunter zur Straße, wo uns der Bus wieder aufnahm. Mit Recht kann gesagt werden, dass wir uns im Vergleich zur Berglandschaft des Trenta-Tales in einer anderen Stimmung mit anderen Düften und in einer anderen Atmosphäre befanden. Seinen Abschluß fand der Tag durch eine kulturhistorische Führung durch die Altstadt von Grado mit der Besichtigung der Basilika "St. Eufemia" und der Basilika "Santa Maria del Grazie". Beschlossen wurde der Tag durch den Besuch eines typischen italienischen Fischrestaurants der Fischereigenossenschaft unmittelbar am Kanal, wo wir fangfrischen Fisch genießen durften.
Der nächste Morgen rief uns schon sehr früh zu unserem nächsten Programmpunkt. Nach einem schnellen Frühstück brachte uns unser Bus an die Mündung des Isonzos in ein Naturschutzgebiet. Hier konnten wir aus geschickt angelegten Verstecken aus kürzester Entfernung nicht nur seltene Vögel, z.B. den Bienenfresser sehen, auch Wasserschildkröten und unterschiedliche Arten von Fröschen, Schwänen, Enten, Komoranen usw. bekamen wir in der absoluten Stille des Morgens zu Gesicht. Dazwischen immer wieder friedlich grasende Camarque-Pferde.
Danach war "Kultur" angesagt, denn nur wenige Kilometer entfernt liegt das Städtchen Aquileia. Unsere Reiseleiterin informierte uns sehr lebendig über die Geschichte und die frühere Bedeutung der Stadt. Unter den Römern zählte sie als Flusshafen und Handelsknotenpunkt zu den wichtigsten Städten der damaligen Zeit. Nach dem Mittelalter jedoch erlosch ihre Bedeutung nahezu. Wir besichtigten das römische Forum, wanderten durch eine Allee und bewunderten die alten Hafenanlagen mit ihren Anlegestellen für die Handelsschiffe. Kaum vorstellbar, dass es sich dabei um eine Flußhafenanlage handelte, deren Fluß mit der Zeit verschwunden ist. Danach führte uns der Weg zu dem weitläufigen und wunderbar proportionierten Bau der Basilika, in der sich Mosaike der spätrömischen Kirche nahezu komplett erhalten haben. Diese Mosaike sind ein weltberühmter Schatz an Farbigkeit, Feinheit und lebensnahen Motiven, ein wirklicher Höhepunkt der Mosaikkunst.
Danach lernten wir noch ein typisches kleines Städtchen kennen: Marano Lagunare. Neben einem Bummel durch die Altstadt besuchten wir das Naturschutzgebiet "Valle Canal Nuovo", das einen sehr schönen Einblick in die ursprüngliche Lagunenlandschaft der oberen Adria gibt. Nach dem Rundgang durch dieses Naturschutzgebiet mit erneuter Möglichkeit, Wasserschildkröten, Stelzenläufer, Enten, Schwäne u.v.a.m. zu beobachten bummelten wir noch durch die historische Alstadt mit ihren prächtigen Bauten. Auf uns warteten "Taxiboote", die uns auf einer ruhigen und abwechslungsreichen Fahrt durch die Lagune von Grado brachten und durch die uns die charakteristische Wasserlandschaft mit ihren Inselchen und den kleinen Fischerhäuschen, den "Casoni" nahe gebracht wurde. Auf einer der Inselchen legten wir eine Rast ein und nahmen die Gelegenheit wahr zu einem köstlichen Fisch-Abendessen. In dem traditionellen Fisch-Restaurant genossen wir die ruhige Stimmung und fütterten am Schluß die hungrigen Möven. Danach brachten uns die Taxi-Boote bei einem herrlichen Sonnenuntergang durch die gekennzeichnete Schifffahrtsstraße zurück nach Grado. Dabei hatten wir Gelegenheit, auf dem "Bootsnavi" nicht nur die Route zu verfolgen, sondern auch die sich stets ändernden Tiefen der für die Schifffahrt festgelegten Fahrstraße.
Am letzten Tag unserer Erlebnis-Wanderreise fuhren wir mit dem Bus zurück ins Karstgebiet. Auf einer letzten kleinen Wanderung bestiegen wir den Monte Matajur (1641 m), einen leichten Gipfel der Julischen Voralpen, von dem aus wir einen wunderbaren Blick vom Triglav bis nach Triest, über das ganze Umfeld unserer Wanderungen anfangs entlang der Soca und jetzt im Gebiet des Isonzo genossen. Dieser Berg "Monte Matajur" bildete eine Schlüsselrolle in der 12. und heftigsten Isonzo-Schlacht des 1. Weltkrieges. Als strategisch wichtiger Punkt wurde er 1917 von deutschen Infanterieeinheiten unter der Führung von Erwin Rommel erobert. Eine kleine Kapelle am Gipfel erinnert an die Gefallenen der Schlacht. Das war der letzte Excursionspunkt unserer Natur-Wanderreise entlang der Soca in Slowenien und des Isonzos im Friaul. Zum Abschluß kehrten wir noch in eine Hütte am Monte Matajur zu einem letzten gemeinsamen Essen ein. Danach ging es zügig mit dem Bus zurück in unseren herrlichen Chiemgau, voll von wunderschönen Erlebnissen und nachhaltigen Eindrücken über die slowenische und auch italienische Vielfalt der Landschaft, der Natur und der Kultur. Unseren überaus kompetenten Reiseführern, aber auch unserem Busfahrer, der uns sicher über acht Tage durch eine wundervolle und abwechslungsreiche Landschaft kutschierte, gehörte unser aller Dank.

Oberpirach 1, 83119 Obing auf der Karte anzeigen:
Hier klicken um Karte zu öffnen