Rathaus Templin
Rathaus TemplinFoto-Quelle: Foto: Klaus Tolkmitt

Templin, eine Perle in der Uckermark

Beitrag von wize.life-Nutzer

Wer dem staatlich anerkannten Erholungsort einen Besuch abstattet, wird erst einmal auf eine große Mauer stoßen. Die 1700 Meter lange Stadtmauer in Templin, eine der Perlen in der Uckermark, ist bis zu sieben Meter hoch und hält den mittelalterlichen Stadtkern fest umschlungen.

„Templyn“ wurde im 13. Jahrhundert am Schnittpunkt wichtiger Handelsstraßen gegründet und besitzt drei weithin sichtbare gotische Backsteintore, die die umfassend sanierte Wehranlage durchlässig macht. Entlang dieser Touristenattraktion führt ein sehr schöner Spaziergang, der alle markanten Punkte der Stadt erreichbar macht.

Wir beginnen unseren etwa drei Kilometer langen Rundgang am Bahnhof Templin-Stadt. Am Krankenhaus vorbei, erreicht man das Prenzlauer Tor. Es ist das jüngste und vollendetste Backsteintor Templins. Die Besonderheit ist ein Vortor und ein Zwinger. Vortore waren Schutzschilde vor den Tortürmen. Im Prenzlauer Tor befindet sich auch das Museum der Stadt.
Gehen wir im Uhrzeigersinn weiter erreichen wir das Berliner Tor, ein dreigeschossiges Bauwerk aus dem 14. Jahrhundert. Das Tor hat eine der schönsten Fassade der norddeutschen Backsteingotik. 1860 wurde es erneuert und als Kornspeicher umgebaut. Das Tor ist als Bestandteil der Wehranlage denkmalgeschützt, spiegelt in seiner heutigen Erscheinungsform jedoch seinen Zustand in der ersten Hälfte des 14. Jahrhunderts wider.

Nahe dem Tor kann man einen Blick in das älteste Gebäude Templins werfen. Die kleine Kapelle aus dem 14. Jahrhundert, in backsteingotischer Bauweise gebaut, wurde niemals völlig zerstört. In der Kapelle befindet sich eine prächtige Holzplastik aus dem 16. Jahrhundert, die den Schutzpatron Georg zu Pferd und in voller Rüstung im Kampf mit dem Drachen darstellt.

Das kleinste Stadttor – das Mühlentor – ist der älteste Torbau. Über der Durchfahrt erhebt sich ein zweigeschossiger Backsteinturm.

Macht man nun einen kleinen Abstecher an den Templiner Kanal, fällt der Blick auf die neue Pionierbrücke, eine überdachte Fachwerkkonstruktion. Sie wird als Rad- und Fußgängerbrücke genutzt und entstand in den Jahren 2003/04. Die Brücke ist die Verbindung zwischen dem Ost- und Westteil der Stadt und gehört zum ersten Bauabschnitt des Uckermärkischen Radrundweges. Bleiben wir am Wasser, so erreichen wir die Anlegestelle am Stadtsee und genießen den Ausblick.

Nach dem Rundgang warten im Inneren der Stadtmauer der historische Stadtkern, die Kirche St. Maria-Magdalena, der quadratische Marktplatz mit dem klassizistischen Rathaus und mehrere liebevoll restaurierte Fachwerkhäuser.

Der Templiner Marktplatz wurde im 13. Jahrhundert als wichtiger Handelsplatz angelegt. Hier konzentrierte sich das gesamte Stadtleben. Seine heutige Anlage erhielt er nach dem letzten großen Stadtbrand von 1735. Der quadratische Marktplatz ist mit einer Lindenallee umgeben. Mitten auf dem Platz wurde die Friedenseiche im Oktober 1871 zum Gedenken an den Sieg über die Franzosen gepflanzt. An die Gefallenen aus den Feldzügen von 1864, 1866 und 1870/71 erinnert das Kriegerdenkmal.

Die Neugestaltung des Marktplatzes, mit historischer Pflasterung, erfolgte in den Jahren 1998/99. Es entstanden der Marktbrunnen und die Beleuchtung des Rathauses und des Marktplatzes. Fanden früher auf dem Platz Jahr- oder Viehmärkte statt, so wird er heute durch Wochenmärkte und Stadtfeste belebt.

Kellergewölbe weisen auf das Vorhandensein früherer Rathäuser an diesem Platz hin. Mehrere Stadtbrände im Mittelalter zerstörten das Rathaus, letztmalig 1735.
Nach Plänen von Karl Samuel Schmidt und dem königlichen Hofbaumeister Johann Gottfried Kemmeter wurde es in der Zeit von 1746 bis 1748 wieder aufgebaut und erhielt sein heutiges Aussehen. Es entstand ein dreigeschossiger massiver Barockbau mit aufwendiger Putzfassade, Walmdach und einem Turm mit preußischem Adler auf der Spitze. Der Bombenangriff vom März 1944 zerstörte die rechte Hälfte des Rathauses. In den Jahren 1963 bis 1966 erhielt es seine historische Gestalt zurück. 1991 bis 1998 wurde es umfassend modernisiert. Als Rathaus wird es heute jedoch nicht mehr genutzt. Im Erdgeschoss befindet sich die Tourist-Information. Mit dem Festsaal und dem Foyer sind im ersten Obergeschoss beste räumliche Voraussetzungen für eine Eheschließung gegeben.

Die Maria-Magdalenenkirche ist die Hauptkirche der evangelischen Gemeinde in Templin. Sie steht auf den Fundamenten ihrer mittelalterlichen Vorgängerin von 1492 und somit auf dem ursprünglichen Begräbnisplatz der Stadt. 1735 brannte sie bis auf den Turmsockel und die Sakristei nieder. 14 Jahre dauerte der Wiederaufbau. König Friedrich II. setzte durch, dass die Kirche 1749 wieder eingeweiht werden konnte. Daran erinnert ein Spruch am Seitenportal. Im Innern der Kirche ist der ursprünglich dreischiffige gotische Hallenbau auch heute noch sichtbar. Das Kreuzrippengewölbe ist durch flache Balkendecken ersetzt. Fotos: Klaus Tolkmitt

Am Markt, 17268 Templin auf der Karte anzeigen:
Hier klicken um Karte zu öffnen