Griechenland im August 2014: Von Krise kaum eine Spur
Griechenland im August 2014: Von Krise kaum eine Spur

Griechenland im August 2014: Von Krise kaum eine Spur

Thomas Bily
Beitrag von Thomas Bily

Mit 16 war ich zuletzt in Griechenland. Damals auf Interrail mit zwei Holländern, die ich in Salzburg am Bahnhof kennengelernt hatte. Wir haben uns am Athener Stadtstrand am ersten Tag einen Sonnenbrand zugezogen, der uns zwei Tage ins verdunkelte Zimmer zwang; nur mit Coca Cola und sonst nix. 32 Jahre später war das Wiedersehen mit Griechenland einfach wunderbar.

Wie aus dem Bilderbuch...

...und das gilt nicht nur für das Haus, das mein Freund Russell in der Nähe von Kardamili vor kurzem gekauft hat. Er rief mich vor zwei Wochen an, ob ich ihn nicht begleiten wollte zur Übernahme des Hauses.
Griechenland? Da war ich doch schon lang nicht mehr. Also hab ich kurzerhand zugesagt. Später fiel mir auf, dass ich Russell genauso lang kenne wie ich vorher nicht in Griechenland war: nämlich 32 Jahre. Man muss sich ja seine Gründe nur zusammensuchen heutzutage

Kein Spur (mehr) von Krise

In letzter Zeit hat man ja nicht viel Gutes über Griechenland gelesen: Krise, Arbeitslosigkeit, Unruhen, Chaos. Wir haben genau das Gegenteil erlebt. Alles war picobello organisiert und in Schuß: egal ob Flughafen, Autobahnen, Einkaufsstraßen oder Banken = per Erlebnis aus erster Hand, als wir ein Konto eröffneten.
Insgesamt gewannen wir den Eindruck, dass alle sehr bemüht sind um sich und ihr Land. Dass sie Dinge besser machen wollen und stolz sind auf das, was sie haben. Die Leute wirken sehr wach und bei der Sache und gar nicht niedergeschlagen oder gar gestresst.
Die einzigen Schwachstellen waren vielleicht der Musikhändler, der sich gar nicht aufgerufen fühlte, uns irgendwas zu verkaufen, obwohl wir ein Klavier und eine Gitarre fest im Visier hatten. Und der andere war der Sanitärhändler, der partout nicht auf unsere gebrochene Klobrille eingehen wollte. Schlechte Verkäufer gibt´s halt überall.

sigá, sigá - langsam, langsam

Schnell sollte man eh nichts machen, weil es dafür einfach zu heiß ist; vor allem im August. Passender Weise gibt es viele schöne Anlässe, um mal so richtig auszuspannen: Meer, Strand, gutes (und günstiges) Essen, Musik oder einfach der Blick übers Land. Die Küste der Mani ist ein kleines Stück Paradies, das die Band STS beseelt haben muss zu ihrem Erfolg:

Ich kann zumindest ab sofort jederzeit wieder hin und wenn´s mir ausgeht, werd ich das einplanen. Griechenland hat es mir ein bißchen angetan, darf ich zugeben. Ich denke, dass ich mich mit Griechisch näher befassen werde die nächsten Monate.

Jassas!

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