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GartenZeitReise

In Schmalkalden hat die GartenZeitReise eröffnet

Von wize.life-Nutzer - Montag, 11.05.2015 - 18:20 Uhr

Adersleber, Kalvill, Berlepsch, Gravensteiner, Krampusapfel, Rote von Simonffi. Mit Fragen, was das denn sei, könnte man beim Quizzduell punkten oder im Gespräch mit Marina Heldt, die mit uns durch Thüringens 3. Landesgartenschau geht und uns im wieder hergestellten Garten des Schlosses Wilhelmsburg zeigt, welche Pflanzen auf den einzelnen Terrassen eine neue, alte Heimat fanden. Denn nur was zu Renaissance-Zeiten dort wuchs, findet dort einen Platz. Da sind viele Tulpen dabei, deren Zwiebel mal für einen fulminanten Börsencrash sorgte, und die Obstsorten dieser Zeit mit Namen, die heute längst vergessen oder durch globales Marketing marginalisiert wurden.

Der Ort, der Weltgeschichte machte

Wir sind an einem Ort, der Weltgeschichte machte, in Schmalkalden, und zumindest den Schmalkalder Bund, den Zusammenschluss der protestantischen Gebiete im Europa des 16. Jahrhunderts, kennt man. Und nachdem Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow und Schmalkadens Bürgermeister Thomas Kaminski am 24. April mit Funkenfontänen die GartenZeitReise eröffnet haben, bietet sich allen Besuchern der Südthüringer Stadt bis zum 4. Oktober der Weg in drei neu angelegte Landschaftsparks und zu den Terrassengarten des Schlosses.

Mehr als 32 Millionen Euro wurden investiert, das Ergebnis wird nun 163 Tage lang mit weit über 500 Veranstaltungen gefeiert. Und: Es ist keine Show in Zwiebeln, Blumen, Sträuchern und Bäumen, die vorüber ist, wenn alles verblüht ist. Die Gärten bleiben der Stadt und der Region erhalten und werden nach einem klugen Konzept mit geringem Mehraufwand auf Dauer gepflegt und betrieben. Während der GartenZeitReise selbst werden eine halbe Millionen Menschen erwartet.

Eine Besonderheit für die Besucher der Gartenschau in Schmalkalden ist die Einbeziehung der historischen Innenstadt. Sie bildet den „steinernen“ Kontrast zu den grünen Gartenschauarealen und führt als verbindendes Element bis zu den Terrassengärten von Schloss Wilhelmsburg.

Natürlich, Schmalkalden, die 1000 jährige Stadt, die als Villa Smalcalta zum ersten Mal die Welt der öffentlichen Erwähnung betrat, hat endlos viel mehr zu bieten als Blumen, und Kai Lehmann, Direktor der Museen im Zweckverband Kultur des Landkreises Schmalkalden-Meiningen und insofern Herr auf Schloss Wilhelmsburg, hat endlos viel zu erzählen. Er schwärmt von diesem "Juwel unter den Residenzschlössern Deutschlands", das es dem Zufall verdankt, dass es noch so erhalten ist wie zu seinen besten Zeiten in der Spätrenaissance. Die hessischen Herren verloren nach dem Bau von Schloss Wilhelmshöhe in Kassel das Interesse, und die Wilhelmsburg fiel in einen "Dornröschenschlaf", aus dem es Kai Lehmann langsam wachküsst. Er ist spezialisiert auf Kirchenbücher und die Alltagsgeschichte des einfachen Volkes und bereitet sein Wissen und die Ergebnisse seiner Forschung in beeindruckenden Ausstellungen aus. Platz hat er genug. "Leben und Sterben im 30 jährigen Krieg", "der Schmalkaldische Bund, der politische Arm der Reformation" zum Lutherjahr 2017 und - in Vorbereitung - die Hexenverfolgung, eine Ausstellung, "nach deren Besuch keiner mehr zu Halloween oder zum Karneval mehr mit Hexenkostümen herumläuft", verspricht Kai Lehmann.

Das freundliche Heute

In die Straßen und Gassen des mittelalterlichen Schmalkalden führte uns kein Geringerer als der Nachtwächter Thomas selbst, im bürgerlichen Beruf Bankangestellter, und erwähnt werden muss der Hessische Hof, der älteste Profanbau nördlich der Alpen, in dem sich die Heilige Elisabeth aufhielt, um ihren Mann in den Kreuzzug zu verabschieden, und in dem 42 Theologen versuchten, einen Kompromiss mit der Katholischen Kirche und dem Kaiser zu finden. Vergeblich, wie man heute weiß.

Das Heute zeigt sich freundlicher als das Mittelalter - und grüner. Im "grünen Schauprogramm" der GartenZeitReise werden Thüringens Gärtner demonstrieren, was sie drauf haben. Floristen zaubern mit Form und Farbe. Alte Industriehallen überraschen mit märchenhaften Blumenschauen. Rund 600 Veranstaltungen beleben die Gartenschautage und beweisen die kulturelle Vielfalt der Region, die mitten in Deutschland, im Länderdreieck von Thüringen, Hessen und Bayern liegt, umgeben von Thüringer Wald, Werratal und Rhön - und die doch so wenige kennen. Noch, muss man sagen.

Ein Stöckche Gefolltes

Ob es neben alten Äpfel noch etwas Ortstypisches zu essen gibt, wollen wir von Marina Heldt wissen, die uns durch die Landesgartenschau führt. "Aber ja", sagt sie "Brönnesoppe, Knöllersuppe, imarnärte Häring, ein Stöckche Gefolltes ", je nach Jahreszeit, und dazu "Osterwasser". „Das ist Brunnenwasser, „könnte ausnahmsweise aber auch Schnaps sein.“ Ist erst nach dem Ende der GartenZeitReise erlaubt."

Information:
http://www.landesgartenschau-schmalkalden.de

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