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Vorsicht bei Reisen mit Gewinnversprechen

Vorsicht bei Reisen mit Gewinnversprechen

Von Sozialverband VdK Bayern e.V. - Freitag, 29.05.2015 - 16:31 Uhr

Günstige Tagesausflüge sind oft der Rahmen für Werbeveranstaltungen – Verbraucher können sich wehren

„Sie haben gewonnen!“: So oder ähnlich lauten die Einladungen zu sogenannten Kaffeefahrten. Doch hinter dem günstigen Tagesausflug steckt oft eine Verkaufsveranstaltung, bei der den Teilnehmern Magnetfeldmatten oder Gesundheitspillen aufgeschwatzt werden. VdK-TV zeigt, wie sich Verbraucher gegen die meist unseriösen Anbieter wehren können.

Nach wie vor fallen viele Menschen auf die raffinierten Tricks der Kaffeefahrten-Branche herein. Das liegt oftmals an der Gutgläubigkeit der meist älteren Teilnehmer, aber auch daran, dass gezielt Produkte verkauft werden, die eine angeblich gesundheitsfördernde Wirkung haben. Die Ware ist fast immer völlig überteuert. Der Lahn-Dill-Kreis in Hessen, der als einzige deutsche Behörde im Internet eine Warnliste für Kaffeefahrten und Verkaufsveranstaltungen betreibt, berichtet von einem Fall, bei dem eine Teilnehmerin sogar 1800 Euro für eine Magnetfeldmatte bezahlt hatte, die lediglich 30 Euro wert war.

Frank Schuster vom Fachdienst Ordnungs- und Gewerberecht des Landkreises Lahn-Dill beschäftigt sich schon seit vielen Jahren mit dem Thema. Er warnt vor Firmen, die lediglich eine Postfachadresse angeben oder ihren Sitz im Ausland haben. „Immer, wenn die Kombination aus Busfahrt, Gewinnversprechen und Postfachadresse auftritt, kann es nur unseriös bis betrügerisch zugehen“, betont er. Thomas Nitz vom Deutschen Verbraucherschutzverein e.V. kennt die psychologischen Tricks der Verkäufer. Sie seien meist sehr gut geschult. „Damit gelingt es ihnen, den Käufern den Eindruck zu vermitteln, dass die angebotenen Waren sehr nützlich und nur exklusiv auf dieser Kaffeefahrt erhältlich sind oder aber sonst jedenfalls viel teurer sind.“

Zuweilen werde auch Druck aufgebaut, damit sich die Teilnehmer für die kostenlose Fahrt durch einen Kauf erkenntlich zeigen sollten. Rein rechtlich ist kein Teilnehmer gezwungen, etwas zu kaufen. Auch an der Verkaufsveranstaltung, die viele Stunden dauern kann, muss niemand teilnehmen. Selbst wenn man doch gekauft hat und hinterher Zweifel bekommt, hat man bei einem Produkt, das mehr als 40 Euro gekostet hat, ein 14-tägiges Widerrufsrecht. Allerdings seien viele Firmen wegen der fehlenden Adresse kaum zu ermitteln. „Hier driften ,Recht haben‘ und ,Recht bekommen‘ weit auseinander“, so Nitz, zumal nur in den wenigsten Fällen eine Quittung ausgestellt wird.

Besonders perfide ist die Masche, einen interessierten Käufer aus der Veranstaltung zu nehmen und zur Bezahlung zu nötigen – sei es durch die Begleitung nach Hause oder zum nächsten Geldautomaten. „Der Teilnehmer soll bewusst überrumpelt werden“, sagt Schuster. Sowohl er als auch Nitz raten dazu, niemals bar oder mit Kreditkarte zu bezahlen. „Lassen Sie sich eine Rechnung nach Hause schicken, dann können Sie hinterher in Ruhe überlegen, ob Sie an dem Kauf festhalten oder lieber widerrufen wollen“, empfiehlt Nitz. Am besten sei es allerdings, erst gar nicht an einer Kaffeefahrt teilzunehmen. (ali)

Ab 26. Mai wird auf www.vdktv.de ein Video zum Thema Kaffeefahrten online gestellt. Die Tricks der Verkäufer auf einer Kaffeefahrt und bei Haustürgeschäften – und wie man sich dagegen wehrt.

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