Bilderbogen aus dem Sortiment der Ernst Freihoff Papierwarenvertriebsgesells ...
Bilderbogen aus dem Sortiment der Ernst Freihoff PapierwarenvertriebsgesellschaftFoto-Quelle: Christine Kammerer

Spielwarenmesse Nürnberg 2014: Spielzeug für Spielkinder ab 45 (Teil 2)

Christine Kammerer
Beitrag von Christine Kammerer

Es gibt zwei klare Trends in der Welt der Spiele: Der eine geht in Richtung High Tech und Digitalisierung, der andere in Richtung Nostalgie, Do-it-Yourself und Schlichtheit.

Technik trifft Retro

Smartphones erobern das Kinderzimmer. Gleichzeitig setzen namhafte Hersteller auf Apps, die zum Beispiel Brettspiele wie Scotland Yard in den virtuellen Raum erweitern und ihnen damit eine ganz neue Dimension geben. Auch die Steuerung von Robotern per App gehört inzwischen zum beinahe schon selbstverständlichen Repertoire.

Erfreulicherweise ist aber auch das Angebot an Materialien zum Spielen und Basteln größer geworden: Das neue Kinder-Fimo, lässt sich besser kneten, weil es weicher ist als die herkömmliche Masse, besitzt aber ansonsten ähnliche Eigenschaften. Auch die intelligente Knete, die je nach Temperatur die Farbe wechselt, zerfließt oder zersplittert wie Glas, auf Magneten reagiert u. V. m. dürfte nicht nur bei kleineren Kindern gut ankommen. Und schließlich könnten auch Erwachsene auf die Idee kommen, in ihrem Wohnzimmer eine Sandburg zu bauen – mit „lebendem Sand“: Die erstaunliche Entwicklung aus Asien besteht aus einem Substrat aus Sand- und Kalkstein- Körnchen, die aneinander haften, aber dennoch flexibel bleiben.

Kreativität neu entdeckt

Im Kreativ-Bereich überwiegen originelle Techniken, die den herkömmlichen Hobbies neues Leben einhauchen. So war es auch bisher schon möglich, zum Beispiel ein T-Shirt mit eigenen Foto-Motiven bedrucken zu lassen, doch das Verfahren war aufwändig und die Ergebnisse oft von nur mäßiger Qualität. Nun ist selber „Potchen“ angesagt: FOTO TRANSFER POTCH ist eine Art Leim aus Papierfasern, mit dem das Bild auf einem fast beliebigen Untergrund, zum Beispiel auf Glas, einem Lampenschirm oder Kissen, aufgebracht wird. Nach dem Abtrocknen wird die oberste Schicht des Auftrage-Materials wieder entfernt und es bleibt nur die wasserfeste Druckfarbe erhalten, die dann noch mit Lack versiegelt wird.

Die heile Welt der Poesie

Und es gibt Altbewährtes und Vertrautes, das ganz allmählich wieder zu neuem Leben erwacht: Die Original-Motive der Ernst Freihoff Papierwarenvertriebsgesellschaft sind zum Teil mehr als 150 Jahren alt und durften in der Gründerzeit des Unternehmens (1948) in keinem Poesie-Album fehlen. Sie zierten Ostersträuche, Weihnachtsdekorationen und Glückwunschkarten, bevor sie in einen langen Dornröschenschlaf fielen. Doch ganz plötzlich sind sie wieder schwer im Kommen. Oblaten, Glanzbilder und Lesezeichen, Dresdner Ornamente und Neuruppiner Bilderbögen. Noch vor 15 Jahren waren nur etwa 50 der alten Bögen im Sortiment, inzwischen ist ihre Anzahl wieder auf 400 geklettert - bei stetig steigender Nachfrage.

Eisenbahn-Romantik im digitalen Zeitalter

Eine Spielwarenmesse ohne Modelleisenbahnen wird vermutlich auch in 100 Jahren noch undenkbar sein. Zeitlos ruckeln die guten alten Dampf-Lokomotiven im Miniatur-Format durch unberührte Landschaften und beschauliche Dörfer. Man sieht es ihnen kaum an, doch das allgegenwärtige Hightech-Zeitalter hat längst auch die kleinen Welten der Modelleisenbahn-Liebhaber erobert. Und nirgendwo waren die Messebesucher mit größerem Eifer bei der Sache als am Rande der umfangreichen Aufbauten aus dem Hause Märklin.

Der altehrwürdige Hersteller des beliebten Miniatur-Spielzeugs hat sich nach einer dramatischen Schieflage wieder erfolgreich berappelt und macht sich seither mit zahlreichen Innovationen einen guten Namen. So werden zum Beispiel die Szenarien immer lebensechter: Dank eingebauter Displays simuliert der Dieseltriebwagen BR 648 nun auch das Ein- und Aussteigen von Fahrgästen.

Märklin macht Dampf

Der Modelleisenbahn-Tycoon darf sich heute fühlen wie ein echter Lokomotivführer anno dazumal bei voller Fahrt. Egal ob E-, Diesel- oder Dampf-Lok - er kann das Fahrzeug auf den eigenen Schienen wie das große Vorbild von seinem Cockpit aus per Digital-Decoder nach Belieben steuern und lenken. Auf dem Monitor erscheinen alle auch im Führerstand der Original-Maschine verfügbaren Geräte und der Hobby-Lokomotivführer wirtschaftet mit Diesel, Wasser, Kohle und Sand wie ein echter. Sogar der Kohlevorrat im Tender geht mit dem Verbrauch sichtbar zur Neige. High Tech sorgt auch für eine realistische Geräuschkulisse und eindrucksvolle optische Effekte: Die BR 38 ist nicht nur ein Wunderwerk an Detailtreue, sondern macht dabei auch noch richtig Dampf - natürlich auch mit dem dazugehörigen Pfeifen - und sogar radsynchrone Fahrgeräusche.

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