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Mit Rückenwind zu den Paralympics

Mit Rückenwind zu den Paralympics

Sozialverband VdK Bayern e.V.
09.02.2014, 09:17 Uhr

Weltmeisterin Anna Schaffelhuber fährt als Mitfavoritin nach Sotschi


Nach der Auszeichnung zur „Behindertensportlerin des Jahres“ erhielt VdK-Mitglied Anna Schaffelhuber als erste deutsche Athletin den Paralympic-Pass für die bevorstehenden Winterspiele im russischen Sotschi. Als fünffache Medaillengewinnerin der vergangenen Weltmeisterschaften gehört die 20-Jährige zu den Favoritinnen.

Ihr Ziel bei den Paralympischen Winterspielen in Sotschi (7. bis 16. März) „ist auf jeden Fall Gold“, sagt die Skirennläuferin Anna Schaffelhuber. Nachdem sie 2013 Weltmeisterin wurde, will sie auch in Russland mindestens in einer Disziplin die Schnellste sein. Ihre größten Chancen rechnet sie sich in den technischen Disziplinen Riesenslalom, Kombination und Slalom aus.

Die Regensburgerin richtet in dieser Saison alles auf die Winterspiele aus, die Höhe- und Schlusspunkt der Saison sein sollen. So verzichtete sie auf die Weltcuprennen im Spätsommer in Australien und Neuseeland und bereitete sich mit dem deutschen Team lieber in Europa vor.

„Unabhängig und beflügelt“

Anna Schaffelhuber, die mit einer inkompletten Querschnittslähmung auf die Welt kam, fährt seit dem fünften Lebensjahr die Skipisten hinunter. Ihre Eltern und ihre zwei Brüder sind auch gefahren – und sie wollte gerne dabei sein. „Seit ich klein bin, will und mache ich alles irgendwie genauso wie meine Mitmenschen – nur hin und wieder auf andere Art. Wie das Skifahren“, erklärt die Jura-Studentin. „Auf dem Ski fühle ich mich unabhängig und beflügelt, und dieses Gefühl möchte ich mir noch lange bewahren.“

Die für den TSV Bayerbach startende Anna Schaffelhuber gehört schon seit einigen Jahren zu den Besten ihres Metiers. Zwischen 2010 und 2013 holte sie dreimal hintereinander den Sieg im Gesamtweltcup. 2011 gewann sie zudem drei Goldmedaillen bei den Weltmeisterschaften. Im gleichen Jahr wurde sie dann auch zum ersten Mal „Behindertensportlerin des Jahres“. Dass sie diesen Titel Ende 2013 zum zweiten Mal gewann, motiviert sie im Hinblick auf die Winterspiele in Sotschi.

Zum zweiten Mal nimmt Anna Schaffelhuber an Paralympics teil: 2010 im kanadischen Vancouver gewann sie bereits Bronze. Jetzt will sie noch einiges drauflegen. Etwas schade findet sie, dass das deutsche Team viel kleiner ist als vor vier Jahren. „Nach Vancouver gab es einen Umbruch“, erzählt sie. Viele Spitzenathleten beendeten ihre Karriere, Nachwuchskräfte blieben aus. „Man müsste mehr tun im Behindertensport“, sagt Anna Schaffelhuber. Vielleicht helfen ja ihre Erfolge, junge Menschen mit Behinderung für den Spitzensport zu begeistern. (Sebastian Heise)

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1 Kommentar

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"Man müßte mehr tun für den Behindertensport". Dies und die Information, dass das deutsche Team viel kleiner ist als vor vier Jahren stimmt nachdenklich. Im vergangenen Jahr wurde viel über Inklusion, die Einbindung von gehandikapten Menschen im Sport durch die Sportvereine geschrieben. Dach- und Fachverbände haben viel über diese Absicht gesprochen, doch wie sieht es in der Praxis aus?
Wird genügend getan, dass diese "anderen" Kinder, Jugendlichen und Erwachsenen auch wirklich eingebunden werden in den Alltag des Vereinssports? Könnte noch mehr getan werden als nur diese edle Absicht kund zu tun? Ich habe versucht, mehr über dieses Thema in Erfahrung zu bringen, bin ab er nicht sehr weit gekommen und das finde ich bedauerlich. Reichen diese Absichtserklärungen der Dachverbände und Sportvereine wirklich aus oder sollte mehr getan werden? Ich denke: Ja
  • 08.02.2014, 21:40 Uhr
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