Ein ganz normaler Tag

Beitrag von wize.life-Nutzer

Wenn ich heute diesen sonnigen und warmen Herbsttag Revue passieren lasse, so spüre ich auch in diesem Moment so etwas, wie Angst.
Ausgestattet mit meiner Kamera und einem guten Gefühl, schlenderte ich über den Elbwanderweg in Richtung Blankenese.
Schon nach wenigen Minuten, verspürte ich eine unbändige innere Unruhe, ganz in der Nähe, befand sich mein ehemaliges Elternhaus.

Aus der inneren Unruhe entstand pure Panik, kein Mensch weit und breit, mein Wille hatte keine Bedeutung mehr, die Gedanken beherrschten mich und ich spürte, das ich keinen Schritt mehr gehen konnte. Die Sonnenstrahlen um mich herum spürte ich nicht mehr, ich fühlte mich gefangen, in einem dunklen Tunnel.
Meine Gedanken gingen in eine Richtung – was war früher, was wird aus meiner Familie, schaffe ich allem gerecht zu werden.

Längst hatte ich mein Zeitgefühl verloren und fand mich irgendwann liegend auf einer Bank, Schüttelfrost brachte meinen Körper zum beben, ich war nicht mehr in der Lage, den Weg nach Hause zu schaffen.

Ich nahm mein Handy und rief meine Frau an, mit den Worten: „Geli hilf mir, ich weiss nicht was los ist“! Dieser Anruf löste einen Großeinsatz bei Polizei, Feuerwehr und Rettungsdienst aus, sie mussten mich erst finden.

Mittlerweile, befinde ich mich in einer Therapie, es wird noch lange dauern, bis ich wieder allein, diese schönen Spaziergänge unternehmen kann. Angst, die man nicht selbst kontrollieren oder beherrschen kann, ist ein unerträglicher Zustand, sie kommt aus dem Nichts.

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