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Ein ganz normaler Tag

14.02.2014, 19:40 Uhr
Beitrag von wize.life-Nutzer

Wenn ich heute diesen sonnigen und warmen Herbsttag Revue passieren lasse, so spüre ich auch in diesem Moment so etwas, wie Angst.
Ausgestattet mit meiner Kamera und einem guten Gefühl, schlenderte ich über den Elbwanderweg in Richtung Blankenese.
Schon nach wenigen Minuten, verspürte ich eine unbändige innere Unruhe, ganz in der Nähe, befand sich mein ehemaliges Elternhaus.

Aus der inneren Unruhe entstand pure Panik, kein Mensch weit und breit, mein Wille hatte keine Bedeutung mehr, die Gedanken beherrschten mich und ich spürte, das ich keinen Schritt mehr gehen konnte. Die Sonnenstrahlen um mich herum spürte ich nicht mehr, ich fühlte mich gefangen, in einem dunklen Tunnel.
Meine Gedanken gingen in eine Richtung – was war früher, was wird aus meiner Familie, schaffe ich allem gerecht zu werden.

Längst hatte ich mein Zeitgefühl verloren und fand mich irgendwann liegend auf einer Bank, Schüttelfrost brachte meinen Körper zum beben, ich war nicht mehr in der Lage, den Weg nach Hause zu schaffen.

Ich nahm mein Handy und rief meine Frau an, mit den Worten: „Geli hilf mir, ich weiss nicht was los ist“! Dieser Anruf löste einen Großeinsatz bei Polizei, Feuerwehr und Rettungsdienst aus, sie mussten mich erst finden.

Mittlerweile, befinde ich mich in einer Therapie, es wird noch lange dauern, bis ich wieder allein, diese schönen Spaziergänge unternehmen kann. Angst, die man nicht selbst kontrollieren oder beherrschen kann, ist ein unerträglicher Zustand, sie kommt aus dem Nichts.

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18 Kommentare

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Das hast Du sehr eindringlich und nachvollziehbar, wenn auch trotzdem geheimnisvoll beschrieben Peter.
Ich habe das Gefühl, das unser Körper manchmal ein sehr guter Freund und Ratgeber ist.
Am Beispiel Deines erlebten Tages: erst lies er Dich spüren, da ist ein Thema, das Dich beschäftigt, über die Jahre begleitet hat, das Du aber vielleicht nicht an Dich ran gelassen hast.
Kann es sein, dass er Dir an diesem Tag gezeigt hat, wie wichtig es ist, genau da hin zu spüren? Die Angstattacke, das Abtauchen lassen Deines bewussten Denkens, das Suchen nach Dir ... das hat Dir verdeutlichen können, dass Du jetzt in der Lage bist es anzusehen, dass Du jetzt Menschen hast, die Dir dabei helfen und wie lebendig Du bist!
Das letzte klingt vielleicht komisch ... aber ich meine damit, Du bist ein zu vielem fähiger Mensch, es arbeitet in Dir und Dein Körper macht Dich darauf aufmerksam.

Du bist einer von diesen Menschen, die einen sehr nahe heran kommen lassen, ohne dass es unangenehm wird.
  • 19.02.2014, 17:56 Uhr
Liebe Barbara, über viele Jahre, habe ich versucht, das Erlebte zu verdrängen - oder es zu vergessen. Mein Krankheitsbild und die lange Zeit, sind ein Auslöser dieser Attacken. Ein "Angsthase" war ich nie, frag mal meine Jungs Der Zwang zum funktionieren und der Familie etwas zu bieten, was ich schon längst nicht mehr kann, ist oft frustierend. Ich muss gestehen, auch meine Therapeutin, hat es nicht immer leicht mit mir, da ich alles hinterfrage. Erst gestern, bin ich diesen Weg an der Elbe noch einmal gegangen und alles war gut, keine Bilder, keine Ängst....endlich
Liebe Grüße
  • 19.02.2014, 19:32 Uhr
Ich frage mich das sehr oft: WIE perfekt kann man überhaupt sein? Was bedeutet es zu funktionieren? Was ist den Menschen in unserem Umfeld an uns wichtig? Was ist wertvoll an uns?

Und eine ebenso wichtige Frage für mich persönlich im Moment:
Warum bekommen wir die Krankheiten, die wir haben?
Ich zum Beispiel habe Rheuma. Einfach so, weil es eben so ist? Oder kann ich da was über mich heraus finden? Und damit dieser Krankheit ein Ende setzen?

Ich muss Deine Jungs nicht fragen, das merke ich, seit ich Dich kenne, dass Du kein Angsthase bist Das (unter anderem) mag ich an Dir. Ich bin dagegen mehr als oft ein "Hasenfuß". Schwer zu ändern, ich kann es allerhöchstens akzeptieren...

Und einen schönen Seufzer will ich Dir senden! Du bist den Weg noch einmal gegangen und alles war gut ... HACH ... das ist so ... wunderbar ... ich freu mich!!!
  • 19.02.2014, 19:47 Uhr
Danke dir
  • 19.02.2014, 19:56 Uhr
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Oh Peter,
sehr gut geschrieben, man spürt die lähmende Angst.
Doch aus dem Nichts kommt sie nicht, es scheint nur so?
Schreib´ weiter!
Liebe Grüße, Inga
  • 15.02.2014, 00:10 Uhr
Das werde ich Inga, danke dir...Lg Peter
  • 15.02.2014, 00:16 Uhr
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Ja Peter, genau so ist es. Sie kommt aus dem Nichts, manchmal... aber du weißt, woher sie kommt, oder?
  • 14.02.2014, 21:34 Uhr
Ja Bine, hat lange gedauert - aber jetzt weiss ich woher diese Ängste kommen, es wird noch eine Weile dauern, bis ich wieder der "Alte" bin. Danke dir
  • 14.02.2014, 22:03 Uhr
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aber irgendwann schaltet etwas ab, wenn es nicht mehr auszuhalten ist... dann gehst du wie in einem schleier...
  • 14.02.2014, 21:31 Uhr
So könnte man es ausdrücken, liebe Evelyn....umhüllt von einem Schleier, der einem die Luft zum atmen nimmt, es verfliegt so schnell, wie es gekommen ist, eine Art Selbstschutz.
  • 14.02.2014, 22:05 Uhr
das ist ein selbstschutz... mich beruhigt das...
  • 14.02.2014, 22:09 Uhr
Danke dir
  • 14.02.2014, 22:13 Uhr
Stimmt Evelyn, sonst könnte man es auch nicht aushalten...
  • 14.02.2014, 23:32 Uhr
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Peter, ich schicke Dir einen Engel, der Dich begleitet. Alles Liebe und Gute für Dich
  • 14.02.2014, 21:24 Uhr
Danke dir Lorbas, glücklicherweise sitzt mein Engel neben mir
  • 14.02.2014, 21:30 Uhr
das ist schön und freut mich ungemein, grüß Deinen Engel von der SB-Gemeinde
  • 14.02.2014, 21:32 Uhr
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Mein Gott, was Angst alles auslösen kann. Du bist noch normal und plötzlich die Panikattacke. Das ist das schlimmste, was ich mir vorstellen kann. Vor allem, wenn aus dem Nichts die Vergangenheit einen einholt. Peter sehr ueberzeugend und gut geschrieben.
  • 14.02.2014, 21:23 Uhr
Danke dir Eva
  • 14.02.2014, 21:31 Uhr
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