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Paralympics: Vom Ski-Langlauf bis zum Schlitten-Eishockey

Paralympics: Vom Ski-Langlauf bis zum Schlitten-Eishockey

Sozialverband VdK Bayern e.V.
07.03.2014, 17:08 Uhr

Bei den Paralympischen Winterspielen in Sotschi feiert Snowboard Premiere – Rollstuhl-Curling ist zum dritten Mal dabei


Die Paralympics, die Spiele der Menschen mit Behinderung, werden immer beliebter. Nachdem die Sommerspiele 2012 in London für Furore sorgten, werden auch die bevorstehenden Winterspiele – trotz der Diskussionen um den russischen Austragungsort Sotschi – Bestmarken setzen. ARD und ZDF rechnen mit Zuschauerrekorden. In den folgenden fünf Sportarten werden Medaillen vergeben.

Langlauf

Ski-Langlauf gehört seit 1976 zu den paralympischen Sportarten. Während die Sportler in früheren Zeiten in vielen verschiedenen Schadensklassen antraten, sind es seit den Spielen 2006 in Turin nur noch drei Startfelder: stehend, sitzend und sehbehindert. Der Grad der Behinderung wird bei der Zeitnahme berücksichtigt (Crack-System). Ein besonders stark eingeschränkter Athlet bekommt mehr Zeit gutgeschrieben als einer mit einem geringeren Handicap. Derjenige, der mit der besten Zeit im Ziel ist, gewinnt. Bei den sehbehinderten Läufern fährt jeweils ein Begleitläufer voraus, der per Zuruf seinem Partner den Weg weist.

Biathlon

1998 traten bei den Winterspielen in Innsbruck erstmals Athleten mit Handicaps in dem kombinierten Wettbewerb aus Langlaufen und Schießen an. Vier Jahre später hatten sehbehinderte Biathleten ihre Premiere. Die Einteilung in die Klassen und die Zeitnahme entspricht der beim Langlauf. Im Gegensatz zu den Biathleten ohne Handicap schießen die Paralympics-Teilnehmer nur im Liegen beziehungsweise Sitzen. Die sehbehinderten Athleten werden von ihren Begleitläufern jeweils bis zum Schießstand geführt. Dort legen sie sich auf die Matte, greifen zu den bereitliegenden Gewehren und schießen mit Hilfe von Tönen auf die zehn Meter entfernten Zielscheiben. Beim Sprint und bei der Verfolgung gibt es je Fehlschuss eine Strafrunde und bei der langen Distanz eine Strafminute.

Ski Alpin

Bei den Winterspielen 1984 in Innsbruck war Monoskifahren (Sitzend-Skifahren) noch Demonstrationswettbewerb. 1998 bei den Paralympics in Nagano fuhren die Athleten mit Handicap dann erstmals um Medaillen. Die Einteilung in Klassen ist genauso wie beim Langlauf. Das heißt, je schwerer das Handicap, desto langsamer läuft die Uhr. So kann der Zuschauer sofort sehen, auf welchem Platz sich ein Starter gerade befindet. Die Disziplinen sind dieselben wie bei den Olympischen Winterspielen: Slalom, Riesenslalom, Super G, Abfahrt und Super Kombination (Abfahrt und Slalom). Premiere feiert in Sotschi Snowboard. Es gibt allerdings nur eine Klasse (stehend), in der Männer und Frauen die Medaillengewinner ausfahren. Sie bestreiten jeweils drei Rennen. Die zwei schnellsten Zeiten davon werden gewertet.

Rollstuhl-Curling

Seit 2006 werden bei den Paralympics auch Medaillen im Rollstuhl-Curling ausgespielt. In Sotschi treten acht gemischte Mannschaften (Frauen und Männer spielen zusammen) jeweils in Duellen gegeneinander an. Die Teams verwenden dieselben knapp 20 Kilogramm schweren Spielsteine wie die Teilnehmer der Olympischen Spiele. Angeschoben werden diese entweder mit der Hand oder einem Stab. In jeweils acht Versuchen geht es darum, den Stein möglichst im Zentrum des sogenannten Hauses (großer blauer und kleiner roter Kreis) am Ende der Eisbahn zu platzieren. Im Gegensatz zu den nichtbehinderten Curlern fällt das Fegen mit dem Besen weg. Titelverteidiger ist Kanada, Deutschland scheiterte in der Qualifikation.

Schlitten-Eishockey

In Lillehammer 1994 feierte Schlitten-Eishockey seine paralympische Premiere. Innerhalb kurzer Zeit wurde die Sportart zum Zuschauermagneten. Die Athleten sitzen auf Schlitten und bewegen sich mit zwei kurzen Schlägern fort, die am Ende mit Spikes besetzt sind. Ansonsten gleichen die Regeln denen des Eishockeys für Nichtbehinderte. Die deutsche Mannschaft hat sich leider nicht für Sotschi qualifizieren können. (Sebastian Heise)

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