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Anna Schaffelhuber ist „Königin der Paralympics“

Anna Schaffelhuber ist „Königin der Paralympics“

Sozialverband VdK Bayern e.V.
19.03.2014, 10:09 Uhr

Die kleine deutsche Mannschaft hat bei den Paralympischen Winterspielen in Sotschi Großes geleistet. Mit neun Gold-, fünf Silber- und einer Bronzemedaille war Deutschland nach Russland die erfolgreichste Nation. Überragende Athletin war VdK-Mitglied Anna Schaffelhuber. Die 21-jährige Monoskifahrerin aus dem niederbayerischen Bayerbach gewann alle fünf Wettbewerbe, in denen sie antrat.

Mit dem Ziel, Gold bei den Paralympics zu gewinnen, ist Anna Schaffelhuber zu den Paralympics nach Sotschi gereist. Als fünffache Gewinnerin und „Königin der Athleten“ kehrt die Niederbayerin zurück. „Das ist ein absoluter Traum. Ich freue mich wahnsinnig, auch wenn es alles noch nicht richtig angekommen ist“, sagte die Jurastudentin und fügte hinzu. „Aber ich bin befreit und glücklich.“

Anna Schaffelhuber hat bei ihren zweiten Paralympics eine Achterbahnfahrt der Gefühle erlebt. Als große Goldfavoritin musste sie zunächst bangen, ob das deutsche Team überhaupt an den Start geht. Wegen der politischen Krise um die Ukraine und die Krim stand ein Boykott im Raum. Als die Wettbewerbe dann begannen, überschatteten schwere Unfälle die alpinen Skiwettbewerbe. Viele Athleten kamen mit den anspruchsvollen Pisten nicht zurecht und stürzten.

Anna Schaffelhuber, die mit einer inkompletten Querschnittslähmung auf die Welt kam, behielt trotz allem die Nerven und fuhr gleich im ersten Rennen, der Abfahrt, zu Gold. Auch beim Super G war die 21-jährige Studentin die Schnellste.

Bis zu ihrem dritten Triumph jedoch gab es einige Hindernisse. In der Super-Kombination fand wegen starken Nebels zunächst nur der Slalom statt. Der zweite Teil, der Super G, musste verschoben werden. Im vorgezogenen Spezial-Slalom bewältigte die Niederbayerin den Kurs im ersten Lauf zwar wieder am schnellsten. Doch dann protestierte der österreichische Verband dagegen. Der Vorwurf: Anna Schaffelhuber habe am Start falsch angeschoben. Die Jury disqualifizierte sie daraufhin. Das deutsche Team wiederum erhob Einspruch und erreichte, dass die 21-Jährige im zweiten Lauf starten konnte. Allerdings unter unwürdigen Bedingungen: Sie musste die Startnummer umdrehen, der Lauf wurde nicht übertragen und die Zeit nicht eingeblendet. Einen Tag später musste sie als Zeugin in eigener Sache aussagen und erst dann bekam sie Gold zugesprochen. Anna Schaffelhuber ließ sich davon nicht beirren und gewann schließlich noch die Super-Kombination und den Riesenslalom.

Mit ihren fünf Goldmedaillen ist das VdK-Mitglied die erfolgreichste Athletin der Paralympics. Zwei andere Mitglieder des Sozialverbands VdK haben ihr dabei sehr geholfen: Martin Braxenthaler und Gerd Schönfelder. Die beiden vielfachen Paralympics-Gewinner gehören zum deutschen Trainerteam und untertützen sie seit Jahren. Martin Braxenthaler ist für Anna Schaffelhuber auch so etwas wie Georg Hackl für die Rodler: Als Tüftler im Team optimiert Martin Braxenthaler den Monoski von Anna Schaffelhuber.

Die anderen deutschen Medaillengewinner der Paralympischen Winterspiele haben mit der fünffachen Siegerin zwei Dinge gemein: Sie sind alle Frauen, und ihr Vorname fängt jeweils mit „A“ an. Vom „A-Team“ war deshalb in Sotschi die Rede: Eine von ihnen war Andrea Eskau. Sie gewann gleich im ersten Wettbewerb, dem Biathlon-Sprint, und siegte dann auch noch im Langlauf-Sprint. Damit holte die 42-jährige Ausnahmeathletin Gold bei Sommer- und bei Winterspielen.

Andrea Rothfuss, der seit der Geburt die linke Hand fehlt, gewann bei den alpinen Skifahrerinnen (stehende Klasse) einmal Gold und zweimal Silber. Rollstuhlfahrerin Anja Wicker wurde einmal Erste und einmal Zweite im Biathlon, und Anna-Lena Forster holte zwei Silber- und eine Bronzemedaille – jeweils hinter ihrer Teamkollegin und Zimmernachbarin Anna Schaffelhuber. Der Chef de Mission, Dr. Karl Quade, sprach von einem "herausragenden Ergebnis für unsere Mannschaft". Ein Wermutstropfen blieb allerding: Die Männer gingen leer aus. (Sebastian Heise)

Mehr vom Sozialverband VdK Bayern lesen: Rückblick Paralympics 2014

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