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Ein Urlaubstag in Kanada

28.04.2014, 16:55 Uhr
Beitrag von wize.life-Nutzer

Es war ein wunderschöner Urlaub bei einer kombinierten Bus- und Flugrundreise durch Kanada.im Juni im Jahr 2000. Vom Sankt Lorenzstrom, in der Provinz Quebec ,im Osten bis Vancouver im Westen am Pazifik. Dabei wurde die Strecke von Toronto bis nach Calgary in Alberta mit dem Flugzeug bewältigt. Von da aus wieder mit dem Bus über Banff , Kamloops und Whistler nach Vancouver.
Die Tage in Vancouver werden uns immer und ewig unvergesslich bleiben. Vor allem der letzte Urlaubstag wurde uns zum Verhängnis und zum Schicksalstag für uns überhaupt.
Dieser letzte Tag war tagsüber nochmal so richtig ein schönes und bleibendes Erlebnis. Von British Columbia spricht man ja fast nur in Superlativen, denn hier herrscht das feuchteste und mildeste Klima Kanadas. Auch gibt es hier die höchsten Berge und dichtesten Wälder, in denen die größten und dicksten Bäume stehen.
An diesem letzten Urlaubstag haben wir nochmal so richtig gebummelt um Abschied von Vancouver zu nehmen, der wunderschönen Stadt am Pazifik und der westlichsten Provinz Kanadas. Vom Zentrum der Stadt mit seinen Straßencafés und zahlreichen Shopping Geschäften ging es zum Hafen und in die Altstadt Vancouvers , in die beliebteste Touristengegend bekannt auch als "Gastown." mit der einzigsten dampfangetriebenen Uhr der Welt. Daneben ist dann noch Chinatown es soll das größte Chinesenviertel in ganz Nordamerika sein. Am Nachmittag sind wir dann über Lions Gate Bridge , eine Hängebrücke von 1508 m gegangen, die Vancouver und den Stanley Park verbindet und führt über den geschäftigen Hafen Vancouvers .Im Stanley Park konnten wir auch die herrlichen Totem Säulen der Indianer bewundern. Diese tollen Eindrücke des Tages haben uns dann auch dazu bewogen, unser Abendessen etwas exklusiver vor zunehmen und sind ins King Fortune Seaford Restaurant zum Lachs essen gegangen. Das Restaurant war auch von unserem Hotel, dem Century Plaza Hotel, nicht weit entfernt Meist waren wir auch in einer kleinen Gruppe zusammen, die sich während der Reise zusammen gefunden hatte. Allen hat es wunderbar geschmeckt und wir waren in guter Stimmung, als es zu vorgerückter Stunde zum Hotel zurück ging. Es wurden noch paar Witze gerissen und paar Worte gewechselt, da es ja am Morgen zeitig zum Rückflug nach Deutschland gehen sollte. So wurde schnell verabschiedet und jeder begab sich auf die Zimmer.
Wir mußten die Koffer noch fertig packen, und als ich sie vom Tisch gehoben habe, merkte ich ein klopfen im Kopf und mir wurde etwas schwindelig. Ich dachte , naja der Tag war insgesamt doch ganz schön anstrengend und ging zum tuschen ins Bad. Mittlerweile verspürte ich, dass der Schmerz immer heftiger und stärker wurde. Meine Frau und ich fanden erstmal keine Erklärung, wenig später mußte ich erbrechen . Ich konnte einfach nicht mehr klar denken, der Schmerz war so stark und hämmerte erbarmungslos im Kopf und war nicht mehr zum Aushalten. Mein Zustand war für meine Frau so schlimm, dass sie beschloß die Reiseleitung zu verständigen, da es ja früh zur Abreise gehen sollte. Der Reiseleiter verlangte über die Rezeption sofort einen Notarzt, was auch unmittelbar geschah, da eine medizinische christliche Einrichtung gleich neben dem Hotel war. Der Notarzt erkannte , nach den Auskünften meiner Frau und der Merkmale meines Zustandes, sofort was geschehen sein könnte, und veranlaßte eine sofortige Einweisung in ein spezielles Krankenhaus in Vancouver. Völlig fassungslos nahm meine Frau das Geschehen war, und konnte es einfach nicht glauben, dass sie plötzlich allein war. Der Krankentransport war so schnell da ,dass ich im Schlafanzug transportiert wurde, das wurde ihr aber erst bewußt nachdem ich fort war. Zum Glück hatte der Notarzt mitgeteilt in welches Krankenhaus es geht, da sofort eine CT gemacht werden mußte, da es vermutlich ein Aneurysma sein kann.
Schnell packten sie von mir ein paar Sachen und die Papiere zusammen, und das wichtigste war die Auslandskrankenversicherung. und fuhren mit dem Taxi ins Krankenhaus hinterher.
Meine Frau war einem Nervenzusammenbruch sehr nahe, und der Reiseleiter versuchte sein möglichtes sie zu beruhigen. Nach einer kurzen Wartezeit wurden sie informiert, das die CT die Annahme des Notarztes bestätigte. Es war eine Blutung , eine schwache Stelle einer Arterie war geplatzt hat sich aber sofort wieder geschlossen, und etwas Blut ist ins Gehirn geflossen. Eine sofortige OP war eventuell nicht akut, sie wollten mit Infusionen das Blutgerinsel auflösen. Der Patient ist nicht Transport fähig und muß stationär behandelt werden.
Meine Frau war völlig kopflos und wußte nicht wie es weiter gehen sollte. Sie spricht kein Wort englisch und allein in dieser großen und fremden Stadt total hilflos. Sie konnte sowieso nicht helfen und der Reiseleiter konnte sie überzeugen den Rückflug mit zu machen. Mit der Versicherung bestand die Möglichkeit nach einer Woche .eventuell wieder zum Besuch nach Vancouver zu reisen. Die Freunde der Gruppe hatten das Gepäck von uns mit zum Flugplatz genommen , da meine Frau und der Reiseleiter sofort mit dem Taxi vom Krankenhaus zum Flugplatz mußten, da die Zeit des Abfluges gekommen war.
Mit zu fliegen war das Vernüftigste was meine Frau tun konnte, wenn es auch noch so weh tat, mich in Vancouver zurück zulassen. Was es echt für sie bedeutete kann ich hier einfach nicht schildern., so schwer und erbarmungslos das Schicksal zugeschlagen hatte.

Im Nachhinein ist folgendes zu berichten. Am 6.Tag nach dem Geschehen wurde von der Münchner Auslandskrankenversicherung eine Ärztin nach Vancouver eingeflogen, die mich für einen eventuellen Rücktransport nach Deutschland begleiten sollte. Nach Beratung mit den behandelten kanadischen Ärzten wurde die Überstellung in ein Deutsches Krankenhaus und der Transport vorbereitet. Am 10.tag meiner Erkrankung wurde der Rückflug durchgeführt. Mit Medikamenten wurde ich ruhig gestellt und mir der Transport erleichtert. Die gesamte Überführung klappte tadellos, von Vancouver nach Frankfurt am Main, von da nach Leipzig und von Leipzig mit dem Krankentransport nach Chemnitz ins Krankenhaus . Dort nach gut eineinhalb Tagen angekommen wurde erneut eine CT gemacht und ich auf die Intensiv Abteilung gelegt, Im Ergebnis der Anstrengungen der Überführung passierten in der Nacht einige Aussetzer und es kam zum Herzstillstand, nur durch die sofortigen Reaktionen der Schwestern und Ärzte konnte ich zurück geholt werden.
Insgesamt habe ich es dem kanadischen Notarzt zu verdanken, dass er es richtig erkannt hatte und die richtigen Maßnahmen getroffen hat, und das ich heute ohne irgendwelche gesundheitlichen Schäden noch am Leben bin.

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14 Kommentare

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Deine Reisebeschreibung hast Du so interessant geschrieben, und das dramatische Ende der Reise derart geschildert, dass ich ganz gefangen von Eurem Erlebten war! Ein Glück, dass alles am Ende noch gut ausgegangen ist!!!
Ich denke, jemand von ganz oben hat da mit geholfen
  • 10.05.2014, 00:13 Uhr
Vielen Dank Waltraud für den Kommentar, und den da " oben " mit seinen Schutzengeln.
  • 10.05.2014, 15:50 Uhr
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Eine sehr spannende Urlaubsgeschichte, wenn auch nicht gerade schön für dich. Na Gott sei Dank ist es ja noch gut ausgegangen. Alles Gute für dich weiterhin lieber Günter
  • 06.05.2014, 12:45 Uhr
Danke Brigitte ,es war hart aber ich hatte bestimmt einen Schutzengel.
  • 06.05.2014, 13:18 Uhr
Da bin ich ganz sicher !!!
  • 06.05.2014, 13:20 Uhr
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Wahnsin, bei lesen habe richtig mitgelieten.Ich war auch in Venkouver,und ich kann mir vorstellen was es für Deine Frau bedeutet hat,Dich alleine da zu lassen.
Du hast wirklich sehr viel Glück gehabt, und ich wünsche Dir alles Gute.
  • 02.05.2014, 11:46 Uhr
Danke Maria, sie wollte unbedingt bleiben, aber es war so vernüftiger.
  • 02.05.2014, 11:56 Uhr
Das stimmt.ich weiss nicht wie ich selbe reagirt hätte.Es freunt mich ,dass es Dir jetzt gut geht und Ihr beide habt auch schöne Erinnerung aus Canada mitgebracht.Es ist ein sehr schönes Land,man muss gesehen haben.War 1993 da mit meinen Mann und es war einfach schön und unvergeslich,
  • 02.05.2014, 12:10 Uhr
Du hast recht Maria, die Reise selbst bleibt unvergeßlich. Wir haben mit der Kamera gefilmt und viele Bilder gemacht, die wir uns oft anschauen.
  • 02.05.2014, 12:42 Uhr
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Oh Günter,
was für ein "Urlaubstag"! Da habt Ihr aber ganz schön was mitgemacht, glücklicherweise ging alles gut aus. Packend beschrieben, ich habe richtig mit gefiebert beim lesen!
  • 01.05.2014, 23:21 Uhr
Danke Inga , Deine Meinung bedeutet mir viel und macht Mut dabei zu bleiben.
  • 02.05.2014, 08:43 Uhr
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Guenter, ein Albtraum, den ich mit einer Lebensmittelvergiftung in Norwegen erlebt habe. Ich kann Dir sehr nachfuehlen. Deine Geschichte ist sehr gut realistisch beschrieben. Die Geschichte hat ein sehr gutes Format, weiter so LG Eva
  • 28.04.2014, 18:12 Uhr
Danke Eva, es war und ist heute noch ein Albtraum.
Ich wollte noch ein paar Bilder bringen, klappte aber nicht,. Muß das Format erst ändern.
  • 28.04.2014, 18:23 Uhr
  • 28.04.2014, 18:25 Uhr
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