Urlaub....endlich Urlaub
Urlaub....endlich Urlaub

Urlaub....endlich Urlaub

Beitrag von wize.life-Nutzer

Mich räkelnd erwache ich aus dem Schlaf. Da war doch etwas. Ach ja das sanfte Schaukeln


Urlaub….endlich Urlaub…

Es ist hell, jedoch begleitet mich das sichere Gefühl, dass es gerade erst hell geworden ist. Ich versuche mal einen Blick nach draußen. Es scheint noch sehr früh am Tag, denn ringsum Stille, nur das sanfte Plätschern des Wassers und die morgendliche Unterhaltung der Vögel ist zu hören. Der erste Urlaubstag beginnt nach der inneren Uhr meiner Arbeitstage morgens gegen 4 Uhr 30.
Schnell ist ein duftende Tasse Kaffee aufgebrüht und ich in warme Sachen geschlüpft. So sitze ich einige Minuten später mit meiner Tasse Morgenkaffee und schaue dem morgendlichen Erwachen zu. Ich genieße einfach das Gefühl Urlaub, nichts muss, alles kann.
Nach einem ausgiebigen Frühstück, so einem richtig guten und langen mit Kaffee, Eiern mit Speck und frischen Brötchen ist es an der Zeit die Betten zu verstauen, in der Kombüse für klar Schiff zu sorgen und uns auf das Auslaufen vor zu bereiten.
Es ist ein sonniger Morgen durch den ein lauer Wind weht, beste Voraussetzungen für den ersten Urlaubstag und um die kleine Charteryacht kennen zu lernen.
Wir brauchen nur einen ganz kleinen Moment den Motor um das Boot aus dem Hafen herausfahren zu lassen und können schon sehr bald die Fock setzen.

Urlaub……endlich Urlaub

Mit sanftem Druck übernimmt der Wind unser Boot und wir gleiten hinaus auf den großen und freien See. Als wir kurze Zeit später dann auch das „Groß“ setzen wird unser Boot schneller und ein sanfter Wind ist zu spüren. Ich schließe die Augen und genieße die ersten Minuten der Fahrt ganz intensiv. Es scheint mit wenig Anstrengung verbunden zu sein hinüber ans andere Ufer zu gelangen, denn der Wind treibt uns gemächlich vor sich her und weht konstant von hinten. Noch ist das gegenüberliegende Ufer, unser Ziel nicht zu sehen, jedoch wissen wir sehr genau wohin wir wollen. Zu Mittag ans Ostufer, um zu kochen, zu baden, Mittagsschlaf zu halten…….Bis dahin wird es noch gut zwei bis drei Stunden dauern. Zwei bis drei Stunden in denen jeder von uns seinen Gedanken nachhängt, die ersehnten Urlaubsstunden genießt und einfach nur so vor sich hinträumt. Wir sind fast allein auf dem großen See und nur in den Hafeneinfahrten zeigt sich hin und wieder ein weißes Segel. Ganz selten tuckert ein Motorboot vorüber und winkend grüßen sich die Skipper. Kaum mehr als eine nette Geste und ein schöner Gruß in den Tag.

Kurz vor dem Mittag erreichen wir den Uferbereich und suchen uns einen Platz zum Ankern. Wir haben es dank des gleichmäßigen Windes am Vormittag pünktlich vor dem Einsetzen der mittäglichen Flaute geschafft. Hier in diesem Revier schläft oft der Wind über Mittag für ein bis zwei Stunden ganz ein. Nichts regt sich dann mehr und aus dem Wasser werden die „Flautefliegen“ geboren. Wir haben sie so getauft, weil sie immer dann, wenn über Mittag die Luft still steht aus dem Wasser emporsteigen, sich überall hin setzen und mit dem ersten Windhauch langsam wieder verschwinden.

Urlaub….endlich Urlaub

Heute können wir so richtig aus den vollen Vorratskisten schöpfen und dank der Flaute ist das Kochen an Bord auch gar keine Kunst, denn das Boot schaukelt nur ganz sanft. Die erste Runde schwimmen, ooooooh das Wasser ist kalt. Aber die Sonne scheint und aus dem Wasser heraus ist es warm, herrlich. Nach einem Stündchen Mittagsschlaf gibt es noch einen Kaffee aus der Bordküche. Danach heißt es wieder alles verstauen, die Segel setzen und auf geht es in einen kleinen Hafen am Ende des Sees um dort die Nacht zu verbringen. Der Rückweg ist etwas „arbeitsintensiver“. Zum einen weil der Wind zugelegt hat und zum Anderen, weil wir jetzt gegen den Wind kreuzen müssen. Auch sind jetzt am Nachmittag mehrere Segler unterwegs. Und da (so glaube ich) es die Hauptaufgabe bei uns an Bord ist die anderen Boote, ein zu holen, zu überholen und zu „versägen“, werde ich mit Aufgaben versehen. Mir wird nicht langweilig.

Urlaub….endlich Urlaub

Am Horizont sehe ich schon von Ferne die Kirchturmspitze des kleinen Fischerdorfes in dem unser Hafen liegt. Dort werden wir übernachten. Es wird noch eine ganze Zeit dauern bis wir in den Hafen einlaufen werden. Mit Sicherheit wird es nicht langweilig, da von meinem Skipper ja immer wieder auch Kommandos und Anweisungen kommen, so dass unser Boot gut in Fahrt bleibt. Geschafft, die Hafeneinfahrt liegt im glitzernden Sonnenschein vor uns. Hier gibt es eine wunderbare Ecke gegenüber den Anlegern. Dort machen wir halt , machen klar Schiff und sitzen im Sonnenschein bei einer Flasche Bier. Ich mag diese frühen Abendstunden, in denen die Sonne tausende von funkelnden Sternen auf dem Wasser verteilt.

Urlaub…..endlich Urlaub

Unter Motor tuckern wir hinüber an den Anleger. Ich lächle still in mich hinein und denke an meine ersten Segelurlaube in denen ich total fasziniert war von der Freundlichkeit der Segler untereinander. Heute weiß ich längst, nein sie springen nicht von ihrem bequemen Lehnstuhl an Bord auf, um Dir beim Anlegen behilflich zu sein. Ja sie tun genau das, sie helfen Dir anlegen, damit Du nicht an Ihr Boot schrammst. Aber egal warum sie es tun, was zählt ist doch, dass Sie es tun. Wir haben einen Platz gefunden und melden uns ordentlich beim Hafenmeister an. Das ist dann schon fast wieder Urlaubsalltag…..die Anmeldungen beim Hafenmeister, das Boot an den Strom anschließen, Duschmarken erstehen, duschen. Landgang. Das erste Abendbrot, wie in jedem Jahr in der kleinen vertrauten Hafenkneipe. Gebratener Fisch mit selbstgebackenem Brot und ein Duckstein, ein kleines dunkles Bier, dass nur hier und nur im Urlaub zu schmecken scheint. Wie immer ist die kleine Kneipe voll von Menschen, Menschen, die genau wie wir einen Urlaubstag hinter sich haben. Genau wie immer ein paar Fischer aus dem Dorf die schmunzelnd den Tagesberichten der Urlaubssegler und der Urlaubsmotorbootfahrer zuhören.

Wieder an Bord kuschele ich mich in meinem Schlafsack und lasse mich vom sanften Schaukeln des Bootes hinübertragen ins Land der Träume.

Urlaub……endlich Urlaub