Von Plattform zu Plattform
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Besuch eines Seilgartens

Beitrag von wize.life-Nutzer

Es ist Ferienzeit, das Wetter ist "durchwachsen" und so kann man "altersunabhängig" und insbesondere im Rahmen seiner Familie oder mit Freunden auf eine ganz besondere Idee kommen, nämlich den Besuch eines "Seilgartens".
Diese Art von Freizeitvergnügen nimmt in letzter Zeit zu, überall werden Seilgärten eröffnet, die dazu animieren, sich in unterschiedlichsten Schwierigkeitsgraden in luftiger Höhe kletternd zu betätigen. Da die Sicherheit in diesen Seilgärten verständlicherweise einen hohen Stellenwert hat, braucht man eigentlich nicht zu befürchten, sofern man sich an die Anweisungen des Fachpersonals hält, dass etwas passiert. Außerdem gibt es ausgebildete Aufsichtskräfte, die das Tun und das Verhalten der Seilkletterer sehr genau beobachten und mahnend und helfend eingreifen, wenn etwas nicht so ist, wie es aus Sicherheitsgründen sein soll.
Der Seilgarten, den ich mit meiner Familie besucht habe, ist besonders schön und romantisch, da er einem Freizeitpark mit großem Spielgelände für Kinder und Jugendliche und vielen Tiergehegen angeschlossen ist. Nach dem Anlegen des Sicherheitsgurtes, bestehend aus Sitz- und Brustgurt und automatisch funktionierenden Karabinerhaken mit einer "Sturzbremse" sowie dem Anpassen eines Helmes erhält man eine umfassende und bis ins Detail gehende Information mit dem Schwerpunkt "Sicherheit" . Danach wird man in den eigentlichen Seilgarten geführt, in dem man die Wahl unterschiedlich schwerer farblich gekennzeichneten Parcours hat. Kinder, Jugendliche und Anfänger sollten sich erst mit den leichten Parcours, deren Höhe und Plattformen bei ca. 1,00 bis 1,50 m liegen, und der anzuwenden Technik vertraut machen. Es folgen dann Steigerungen in Höhe und Schwierigkeitsgrad mit neuen Herausforderungen durch neue spannende Übungen auf Plattformen, die eine Höhe bis 3,00 m erreichen. Hier fühlt man sich bereits durch die Höhe und durch die Anforderung dieser unterschiedlichen instabilen Hindernisse "gefordert". Gefragt ist neben dem Mut, den Parcour zu betreten besonders Geschicklichkeit, Koordination und bereits beginnend Kraft zur Bewältigung des Hindernisses.
Passieren kann eigentlich, wenn man sich an die Sicherheitsregeln hält, nichts. Zum einen funktionieren die automatischen Karabinerhaken nur, wenn beide sicher eingeklingt sind, zum anderen gibt es Seile, die einem in der Not helfen, die rettende gegenüberliegende Plattform zu erreichen. Besonders hervorzuheben ist der Teamgeist der familiären oder freundschaftlichen Gruppen, in denen sich die Mitglieder gegenseitig helfen und, sofern erforderlich, Mut zusprechen und nicht mit Lob geizen, wenn das jeweilige Hindernis erfolgreich bewältigt wurde.
Hat man dann diesen Parcour mit beginnender Schwierigkeit erfolgreich durchklettert, ist man "warm geklettert", um sich an den nächsten Parcour heranzuwagen. Bei diesem befinden sich die Plattformen in einer Höhe von ca. 3,50 bis 5,00 m Höhe. Wird auch dieser bereits anspruchsvollere Parcour erfolgreich bewältigt, kann man sich weiter fordern, in dem man in den nächsten wiederum anspruchsvolleren Parcour einsteigt, der sich in einer Höhe von 5,00 m befindet. Es liegt bei jedem selbst, ob er sich mit dem dann folgenden deutlich anstrengenderen Parcour, in dem die Hindernisse im Sinne des Wortes wirklich anspruchsvoller sind, auseinander setzen möchte. Dazu sollte man sich die Zeit nehmen, Vorauskletternde zu beobachten, um abschätzen zu können, ob man für diesen Parcour die erforderliche Eignung hat. Der Aufstieg ist bereits sehr kräfteraubend und die Hindernisse erfordern neben einem guten Blick zur Einschätzung der Situation spezielle Technik im sich Vorwärtsbewegen über wankende und wackelnde Hindernisse, im Überspringen von "Abgründen" zwischen zwei Plattformen und auch der erforderlichen Kraft bei ihrer Bewältigung in einer Höhe von bis zu 10,00 m. Stets begleitet wird man vom "Tiefblick", d.h. man hat jede Menge "Luft" unter den Sohlen.
Wer mit den bisherigen Parcours gut zurechtgekommen ist, noch über Kraftreserven verfügt und vor allem technisch so versiert ist, dass er sich an wirklich sehr anspruchsvolle Parcours heranzutrauen wagt, kann sich nach Rücksprache mit dem Aufsichtspersonal daran versuchen. Dabei kann es durchaus sein, dass die angesprochene Aufsichtsperson im Interesse des Kletterers diesem abrät, den nächsten Palcour zu besteigen. Die Hindernisse in einer Höhe von über 10 m sind sehr kraftraubend, in ihrer Bewältigung sehr anspruchsvoll und erfordern neben technischer Versiertheit und viel Geschick auch viel Mut. Die Krönung ist dann ein Parcour für "Geübte", dessen herausfordernde und schwindelerregende Übungen sich in einer Höhe bis zu 16,00 m befinden.
Wer sich mit seiner Familie (Großeltern, Eltern und Kinder) oder mit Freunden so einen Seilgarten zur sportlichen Kletterei und Überwindung unterschiedlichster Hindernisse aussucht, kann sicher sein, sehr unterhaltsame Stunden vor sich zu haben, in denen er je nach ausgewählter Schwierigkeit von "leicht" bis "sehr schwer" sowohl physisch als auch psychisch gefordert wird. Diese Seilgärten finden zunehmend Zuspruch für Gruppen zur Bildung bzw. Stärkung des Temgeistes. Ich als "Opa" und somit Ältester in meiner Gruppe beendete diesen besonders unterhaltsamen Tag im Bewußtsein, mich und meinen Körper und Geist zwar gefordert zu haben, aber dann letztlich erkannt zu haben, dass mir Grenzen aufgezeigt wurden und ich das Gefühl hatte, mich am "Limit" bewegt zu haben. Mit Sicherheit werde ich mit meiner Familie diesen Seilgarten mit besserer sportlicher Vorbereitung, was das Training von Kraftausdauer betrifft, unter Verwendung der gesammelten Erfahrung wieder besuchen.

Oberpirach 1, 83119 Obing auf der Karte anzeigen:
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