Aus Sand gebaut - Kreatives mit Kindern!
Aus Sand gebaut - Kreatives mit Kindern!Foto-Quelle: Edelgard Lengert

Aus Sand gebaut - Kreatives mit Kindern!

Beitrag von wize.life-Nutzer

Immer wieder suchen Großeltern kreative Ideen um sich mit ihren Enkeln zu beschäftigen. Das gilt natürlich auch für Eltern oder andere Erwachsene, die etwas mit Kindern unternehmen möchten.
Sommer, Ferien und Urlaubszeit ist oft mit einer Reise ans Meer und Strand verbunden und da kommt man zwangsläufig mit Sand in Berührung.



Sand ist faszinierend!

Es gibt kein Kind, was nicht gerne im Sand buddelt und wühlt, ihn rieseln lässt, ihn mit Wasser versetzt und matscht, stundenlang und selbstvergessend. Aber auch viele Erwachsene können da nicht gut wiederstehen. Sie spüren selbst die Anziehungskraft des Sandes, und den immensen Reiz für alle Sinne sich damit zu beschäftigen.
Warum ist Sand so interessant und faszinierend? Vielleicht weil er so gegensätzliche Eigenschaft in sich vereint: Als einzelnes Sandkorn doch nichtssagend, doch in der Masse kann er heiß sein, aber auch kalt, sehr trocken und extrem nass, weich, nachgiebig, matschig, formbar aber auch knallhart, fest und steinig.
Man kann mit ihm bauen oder er rieselt einfach so, Korn für Korn dir durch Hand.

Schon Joachim Ringelnatz schrieb:
Das Schönste für Kinder ist Sand.
Ihn gibt’s immer reichlich.
Er rinnt unvergleichlich
Zärtlich durch die Hand.



Weil man seine Nase behält,
Wenn man auf ihn fällt,
Ist er so weich.
Kinderfinger fühlen,
Wenn sie in ihm wühlen,
Nichts und das Himmelreich.

Kreatives mit Sand

Egal, ob das Kind nun im Strandurlaub war, oder zu Hause geblieben ist, gibt es viele Ideen um mit Sand zu spielen und zu basteln, egal wie alt das Kind ist. Es lässt sich auf dem Balkon oder Terasse durchführen, aber auch in der heimischen Küche oder Wohnzimmer, wenn man das anschließende Aufräumen nicht scheut. Die Spiele mit Sand regen alle Sinne und die Kreativität an, das ganzheitliche Lernen wird gefördert, Neugierde und Experimentierfreude können ausgelebt werden. Wenn zum Schluss sogar noch was Vorzeigbares oder Verschenkbares rum kommt, um so besser. Und das alles nur mit Sand! Es ist auch fast egal, woher man den Sand nimmt, mitgebrachten aus dem Urlaub, aus dem Baumarkt, aus dem Spielzeughandel oder Vogelsand aus dem Tierbedarf. Bei größeren Kindern nimmt man den aus dem Baumarkt, bei kleineren Kindern empfehle ich den Vogelsand. Der ist desinfiziert, garantiert keine Keime! Wenn also mal eine Portion im Mund landet, muss man sich absolut keine Gedanken machen. Außerdem ist er sehr fein und sehr rieselfähig. Keinen Sand nehmen aus dem Sandkasten vom Spielplatz um die Ecke. Da weiß man nie was drin sein könnte.

Muschelbilder

Material:

  • Schüssel oder Ähnliches
  • Sand
  • Kleister
  • Wasser
  • Muscheln, z. B. aus dem Urlaub mit gebracht
  • anstatt Muscheln gehen auch Steine und Ähnliches
  • Deckel eines Schuhkarton

Den Sand in eine Schüssel schütten. Je Kind sollte schon 500 bis 1000 g Sand zur Verfügung stehen. Kleister für ca. 1-2 Liter Wasser nach Anweisung anrühren. Die Stehzeit des Kleistern dazu nutzen, die Kinder einfach nur mit dem trockenen Sand spielen zu lassen, ansonsten den Kleister schon vorher anrühren.
Jetzt Sand und Kleister miteinander verrühren, nein eher mit den Händen vermatschen, bis eine schöne Masse entstanden ist. Nun den Deckel des Schuhkarton damit füllen. Anschließend die Muscheln hineindrücken (oder was man halt dafür da hat). Das Ganze nun zum Trocknen weg stellen. Das dauert schon eine Weile, viele Stunden, eventuell 2 Tage, je nachdem wie nass der Sand war und wie dick die Sandmasse. Das Trocknen fördern kann man, indem man es in die Sonne stellt oder in den Heizungskeller.
So kann dann das Ergebnis aussehen: Sand-Muschelbild

Flaschen-Sand-Bilder

Material:

  • eine Schüssel oder Ähnliches
  • Sand
  • mehrere kleinere Behältnisse
  • Wasser
  • Fingerfarben oder Ostereierfärbetabletten
  • kleine schöne, verschließbare Flaschen
  • kleiner Trichter

Sowie Zeit und Geduld.
... zuerst das Färben
Die Flaschen-Sand-Bilder brauchen Zeit und sind eine Arbeit für 2 Nachmittage im Abstand von mindestens 4 Tagen. Die Fortsetzung am 2. Tag , kann aber auch erst Wochen später sein.
Werden Färbetabletten für Ostereier verwendet, löst man diese zunächst in ein bisschen Wasser auf, getrennt nach Farben. Die Fingerfarben können direkt verwendet werden. Wassermalfarben sind übrigens nicht geeignet.
Zunächst wird ein Teil des Sandes in die Schüssel gegeben, soviel Wasser dazu, dass es eine Pampe wird, dann eine Fingerfarbe dazu und schön durchmischen, am besten natürlich mit den Händen durchmatschen. Bei den Ostereierfarben einfach das gefärbte Wasser dazu geben und noch soviel Wasser dazu, dass es eine Pampe wird. Den gefärbten Sand in eine kleine Schale oder Schüsselchen geben. Dann mit weiterem Sand und anderer Farbe in der großen Schüssel weitermachen. Immer wieder wiederholen, bis man alle Farben verbraucht hat. Man kann natürlich auch Farben mischen und schauen, welche Farben noch so zusätzlich entstehen. Das wird die Kinder auch in Staunen versetzen und sie werden beginnen damit zu experimentieren. Es wäre schön, dass dann die Zeit dafür da wäre und natürlich genug Farbmaterial.
So, der 1. Teil ist fertig und man kann dem Kind mitteilen, dass man in [Zeitraum nennen] mit dem gefärbten Sand noch was Schönes macht.
... dann das Gestalten
So, jetzt gibt es zusätzliche Arbeit. Der Sand muss trocknen und zwar knochentrocken werden. Das kann im Heizungskeller sein, oder auf dem Heizkörper oder in der Sonne oder in Kombination davon. Es geht natürlich auch nur so in einem Raum ohne zusätzliche Wärme, dauert dadurch aber länger. Zusätzlich jeden Tag einmal den Sand durchmischen, das verkürzt nicht nur die Trocknungsdauer, sondern so entdeckt man auch Restfeuchte. Der Sand darf am Ende keine Restfeuchte haben, das ist wichtig, er muss vollkommen trocken sein.
Ist er dann getrocknet, den Sand dann zerbröseln, streufähig machen. Man kann ihn auch sieben. Wenn dann der Tag gekommen ist allen gefärbten Sand in kleinen Schüsseln auf den Tisch stellen, dazu einen Trichter und die Flaschen.
... leise rieselt der Sand
Jetzt mit Hilfe des Trichters eine Schicht Sand in die Flasche reinrieseln lassen, max. 1 bis 2 cm dick. Dann eine andere Farbe nehmen. Die Flasche kann auch zwischendurch schief gehalten werden. So, Schicht für Schicht einfüllen, bis ganz zum Rand. Wirklich randvoll und dann verschließen. Am besten werden die Flaschen auch später nicht gekippt oder geschüttelt.
Für die Kinder ist dies auch eine gute Übung für die Feinmotorik, die Hand-Augen-Koordination, sowie Geduld und Achtsamkeit..
Sie werden zum Schluss stolz auf ihr Werk sein!
Und geht mal was schief, die Flasche kippt um, oder sie wird trotz Warnung geschüttelt, dann lernen sie, mit Frustrationen umgehen und, dass es nicht mehr zu reparieren ist, denn, den durchmischten Sand bekommt man farblich nie wieder getrennt. Es ist dann sozusagen "Sand im Getriebe".

Papier-Sand-Bilder

Hier für kann man nun Reste aus den beiden obigen Gestaltungsmöglichkeiten verwenden, dazu noch ein Blatt Papier.

Papier mit dem Kleister einreiben oder einpinseln, ruhig großzügig. Dann mit den Fingern den Sand, farbig oder nicht, drauf streuen. Solange, bis alles bedeckt ist. Sand der nicht klebt, abschütten. Trocknen lassen. Sieht toll aus.

So, ich hoffe, ich habe euch jetzt keinen Sand in die Augen gestreut und hoffe auch, ihr steckt euren Kopf nicht in denselbigen.

Habt Spaß mit euren Kindern und Enkeln und beim Umsetzen der sandigen Ideen. Ihr setzt damit nichts in den Sand.
Es gibt noch viel, viel mehr Spielmöglichkeiten und kreative Gestaltungsmöglichkeiten mit Sand. Lasst es nicht im Sande verlaufen...

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