wize.life
Neu hier? Jetzt kostenlos registrieren und mitmachen! Warum eigentlich?
Anna Schaffelhuber, deutsche Monoskifahrerin, beim Training in Hintertux, Ös ...
Anna Schaffelhuber, deutsche Monoskifahrerin, beim Training in Hintertux, ÖsterreichFoto-Quelle: Anna Schaffelhuber unter https://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/de/

Anna Schaffelhuber krönt ihre herausragende Saison

Sozialverband VdK Bayern e.V.

VdK-Mitglied wird Behindertensportlerin des Jahres 2014


Die Monoskifahrerin Anna Schaffelhuber ist zum dritten Mal Behindertensportlerin des Jahres geworden. Nach ihren fünf Goldmedaillen bei den Paralympischen Winterspielen in Sotschi setzte sich das VdK-Mitglied in der Wahl gegen starke Konkurrentinnen durch. Rad-Weltmeister Michael Teuber und Tischtennis-Team-Weltmeister Tom Schmidberger, ebenfalls Mitglieder des Sozialverbands VdK Bayern, kamen unter die ersten drei.

Anna Schaffelhuber war die herausragende Athletin bei den Paralympics in Sotschi: In jedem Rennen, in dem sie an den Start ging, siegte sie. Mit fünf Goldmedaillen kehrte die 21-jährige Niederbayerin aus Russland zurück. Nun wurde Schaffelhuber zur Behindertensportlerin des Jahres 2014 gewählt. Nach 2011 und 2013 setzte sie sich damit zum dritten Mal durch. "Ich freue mich wahnsinnig darüber", sagte die Jura-Studentin nach der Ehrung im Deutschen Sport & Olympia Museum in Köln. "Ich möchte mich bei allen Fans bedanken, die mich gewählt haben." Bei der entscheidenden Internet-Wahl verwies Schaffelhuber die beiden anderen Paralympics-Gewinnerinnen Andrea Eskau und Anja Wicker auf die Plätze zwei und drei. Eskau errang bei den Paralympics in Sotschi zwei Goldmedaillen im Biathlon-Sprint sowie im Langlauf-Sprint. Wicker gewann in Sotschi Gold und Silber im Biathlon.

Schaffelhuber kam mit einer inkompletten Querschnittslähmung zur Welt und sitzt deswegen im Rollstuhl. Da ihre Brüder und ihre Eltern Ski fuhren, wollte sie das auch. Ihr Vater erfuhr dann von den Monoskikursen des VdK und meldete die damals fünfjährige Anna dafür an. Es machte ihr so viel Spaß, dass sie dabei blieb. "Seit ich klein bin, will und mache ich alles irgendwie genauso wie meine Mitmenschen – nur hin und wieder auf andere Art. Wie das Skifahren", erklärt Anna Schaffelhuber. „Auf dem Ski fühle ich mich unabhängig und beflügelt, und dieses Gefühl möchte ich mir noch lange bewahren.“

Bei den Paralympics 2010 in Vancouver gewann sie bereits als 17-Jährige Bronze im Super G. Ein Jahr später wurde sie in Sestriere dreifache Weltmeisterin. Im Jahr 2013 holte die 20-Jährige bei der Weltmeisterschaft im spanischen La Molina Gold im Slalom sowie zwei Silber- und zwei Bronzemedaillen. Sotschi mit fünf Goldmedaillen war nun der Höhepunkt ihrer jungen Karriere. Obwohl sie als Skifahrerin alles erreicht hat, ist ihre Motivation ungebrochen. „Für mich ist eine Medaille auch immer ein Ansporn“, sagte Schaffelhuber im Interview mit VdK-TV. Und so will sie auch bei den Weltmeisterschaften vom 28. Februar bis 10. März im kanadischen Panorama wieder fünfmal antreten und fünfmal gewinnen.

Zu den besten drei männlichen Sportlern gehört VdK-Mitglied Michael Teuber. Der Radsportler, der schon lange Jahre dem Sozialverband VdK angehört, wurde bei den diesjährigen Paracycling-Weltmeisterschaften im US-amerikanischen Greenville zum siebten Mal Zeitfahr-Weltmeister. Der 46-Jährige aus dem oberbayerischen Odelzhausen holte damit sein insgesamt 17. WM-Gold. Kurz nach seinen WM-Erfolgen ist Teuber beim Training in Österreich schwer gestürzt. Er erlitt einen komplizierten Trümmerbruch im rechten Oberschenkel und musste operiert werden. Inzwischen geht es ihm wieder besser. Teuber hatte sich 1987 bei einem Autounfall den zweiten und dritten Lendenwirbel gebrochen mit der Folge einer inkompletten Querschnittslähmung.

Behindertensportler des Jahres wurde der Ausnahme-Weitspringer Markus Rehm. Rehm siegte in diesem Jahr nicht nur bei den Leichtathletik-Europameisterschaften der Menschen mit Behinderung. Für noch größeres Aufsehen sorgte der unterschenkelamputierte Rehm, als er im Sommer als erster Behindertensportler Deutscher Meister im Weitsprung wurde und alle Sportler ohne Behinderung hinter sich ließ. Neben Teuber und Rehm gehörte Mathias Mester zu den ersten drei. Der kleinwüchsige Mester gewann bei den Leichtathletik-Europameisterschaften im walisischen Swansea Gold im Speerwerfen.

Bei den Mannschaften des Jahres kam Rollstuhlfahrer Tom Schmidberger unter die besten Drei. Gemeinsam mit seinem Partner Thomas Brüchle gewann das VdK-Mitglied aus dem niederbayerischen Viechtach bei den diesjährigen Para-Tischtennis-Weltmeisterschaften die Goldmedaille im Herren-Team. Im Finale siegten die beiden mit 3:2 gegen die favorisierten Gastgeber aus China. Im Einzel hatte der 23-jährige Schmidberger die Silbermedaille gewonnen. Schmidberger hatte sich als Vierjähriger bei einem Autounfall so schwer verletzt, dass er seitdem querschnittsgelähmt ist. Die meisten Stimmen bei der Internet-Wahl bekam die Nationalmannschaft Rollstuhlbasketball Damen, die in diesem Jahr Vize-Weltmeister geworden ist. Unter die ersten drei kam außerdem noch die Nationalmannschaft Rollstuhlbasketball Herren U 22. (Sebastian Heise)

Weitere Artikel vom Sozialverband VdK Bayern: www.vdk-bayern.de


Kommentare

Melden Sie sich jetzt mit Ihrem Nutzerkonto an, um Kommentare zu hinterlassen.

wize.life News per Push Benachrichtigung in Ihrem Browser aktivieren

Benachrichtigungen aktivieren