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Jan Ullrichs emotionaler Brief an die Öffentlichkeit: "Mir ist nun bewusst, dass ich erkrankt bin"

News Team
07.10.2018, 15:46 Uhr
Beitrag von News Team

Ist es der endgültige Wendepunkt im Leben von Jan Ullrich? Es wäre ihm zu wünschen.

Seit Monaten beherrscht die Alkohol- und Drogensucht des gefallenen Radstars die Schlagzeilen. Polizeieinsätze, ein halbherziger Entzug in der Betty Ford Klinik Bad Brückenau, der Rückfall auf Mallorca. Vor einer Woche begab sich Ullrich schließlich nach Miami, um einen erneuten Entzug zu starten. Nach nur einer Woche Entgiftung kehrt der vierfache Familienvater nach Europa zurück.

Im Gepäck eine wichtige Erkenntnis. "Mir ist nun bewusst, dass ich aus Gründen, auf die ich heute nicht eingehen möchte, erkrankt bin", schreibt der 44-Jährige in einem ausführlichen öffentlichen Statement, das der Bild vorliegt.

Sechs Wochen Therapie in Europa, dann zurück in die USA


„Ich habe mit der Entgiftung das Fundament für mein neues Leben gebaut. Wenn man so will, habe ich die ersten Etappen meiner persönlichen Tour de France bewältigt. Nun folgen sechs Wochen Behandlung in Europa, bevor ich in die USA für die weitere Behandlungsphase zurückkehren werde“, so Ullrich weiter.

Menschen, die ihn zuletzt mit falschen Absichten manipuliert hätten, hätten in seinem Leben nichts mehr verloren. „Meine Familie und Freunde, die es ehrlich meinen, bitte ich um Mitgefühl und etwas Geduld und Zuversicht. Denn ich werde der alte, neue Jan – der alles daran setzen und kämpfen wird, seine Dämonen zu besiegen und zurück ans Licht mit neuer Energie und Lebensfreude zu finden.“

Ullrich entschuldigt sich und dankt Armstrong


Ullrich entschuldigt sich in dem Statement bei allen, die er in jüngster Vergangenheit nicht mit dem nötigen Respekt behandelt habe, kündigte aber auch an, sich gegen diejenigen zu wehren, die „mich zu Unrecht wegen Handlungen bezichtigen wollen, die ich nie begangen habe“.

Seinen Dank richtet Ullrich auch seinen einstigen Rivalen, Lance Armstrong. Der Amerikaner hatte Ullrich in Bad Brückenau besucht und zu einer Entziehungskur in Amerika überreden wollen. „Dafür bin ich sehr dankbar. Ich musste allerdings meinen Weg selbst finden.
Und dieser Weg begann mit der Einsicht das ich Hilfe brauche.“

Dass Ullrich seine Behandlung im deutschsprachigen Raum fortsetzt, ist eine Empfehlung der US-Ärzte, „weil es in der Therapie viele Details geben wird, die ich genau verstehen muss.“

Leidensgenossen motivieren


Der Tour de France Sieger von 1997 will außerdem Mitmenschen motivieren, die ebenfalls erkrankt sind. „Ich bitte, Mitmenschen niemals nach Symptomen wertend zu verurteilen sondern Betroffenen mit Verständnis und Mitgefühl zu begegnen. Wir haben alle nur dieses eine Leben. Fehler zu machen ist Teil Mensch zu sein."

Und: "Entscheidend ist, ob der, der fällt, bereit ist, wieder aufzustehen und um die 2. Chance im Leben zu kämpfen. Das werde ich versuchen. Und ich werde mich nicht mehr verstecken. Trotzdem bitte ich Euch, mir in den nächsten Wochen die notwendige Ruhe zu gewähren und meine Privatsphäre zu respektieren."

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