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Der DWD erklärt, weshalb der Himmel plötzlich gelblich trüb ist

News Team
Beitrag von News Team

Ein Wetterwechsel hat Deutschland eiskalt erwischt. Nach einem grandiosen Sommer packte uns auf einmal das Frösteln. Der Deutsche Wetterdienst (DWD) erklärt das Phänomen, und wie es nun weitergeht.


++++ Der DWD erklärt: Deshalb ist der Himmel zurzeit gelblich trüb ++++


Es sieht stellenweise aus, als hätte Petrus Wasser gelassen: Der Himmel zeigt sich gelblich trüb. Der DWD erklärt: "Am frühen Samstagmorgen, 25.08.2018, zeigten sich im sichtbaren Satellitenbild sehr deutlich dünne gelb-grüne bis ins Braune gehende Schlieren."

Ein gut sichtbarer Bogen von etwa 80 km Breite erstreckte sich von der Mitte Deutschlands über Frankreich bis nach Großbritannien. Von dort aus konnte man den Weg weiter verfolgen bis nach Island und Grönland. Anschließend verschwammen die Signale zu stark um einen weiteren Weg auszumachen. In den europäischen Webcams unter dem Wolkenband konnte man milchigen Sonnenschein und eine gelblich-braune Trübung des Himmels erkennen. Dieses Bild gab es schon häufiger in den letzten Tagen. Nun könnte man meinen es sei Saharastaub, schließlich sorgt der ja immer mal wieder für eine Trübung unserer Luft, aber die Strömung passt nicht ganz ins Bild und auch die Ausbreitungsrechnung der Universität von Athen entkräftete diese Theorie ganz schnell.

Amtliche WARNUNG vor STURMBÖEN der Stufe ORANGE in diesen Kreisen


Mo, 27. Aug, 10:00 – 16:00 Uhr

Im Norden ist es sehr stürmisch
DWDIm Norden ist es sehr stürmisch
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Der massive Temperatursturz sei durch eine sich grundlegend ändernde Großwetterlage herbeigeführt worden, erklärt DWD-Meteorologe Simon Trippler. Noch am Donnerstag flossen auf der Vorderseite eines Tiefs über den Britischen Inseln sehr warme bis heiße Luftmassen vom Mittelmeer bzw. aus Nordafrika.

Der DWD erklärt: Ein Tief, zwei Wetterlagen
DWDDer DWD erklärt: Ein Tief, zwei Wetterlagen

Und schon am Freitag zogen dann zwei Kaltfronten des Tiefs über uns hinweg, wobei die Strömung dahinter auf Nordwest drehte. Damit wurde der Weg frei für kältere Luft polaren Ursprungs, die zwar über der noch recht warmen Nordsee (Wassertemperaturen an der Küste bei 19 bis 20 Grad) etwas erwärmt wurde, dennoch aber die Temperaturen bei uns bis zum Sonntag immer weiter sinken ließ", heißt es beim DWD.


Wie krass der Temperatursturz war erklärt der DWD am Beispiel Ostheim vor der Rhön im Norden Bayerns.

Am Donnerstag, 23. August 2018, herrschte dort gegen 16.30 Uhr Temperaturen etwas über 32 Grad. Am Sonntag, 26. August 2018, waren es gegen 6.30 Uhr morgens nur noch 2 Grad in 2 Metern Höhe. "Es stellte sich sogar die Frage des ersten Luftfrosts in der zweiten Jahreshälfte 2018. Und das Ende August!"

Die Aussichten sind aber einigermaßen gut: "In den nächsten Tagen nun macht sich wieder wärmere Luft aus dem Süden zu uns auf den Weg, sodass vielerorts Höchsttemperaturen im sommerlichen Bereich von 25 bis 30 Grad zu erwarten sind. In den Nächten kühlt es zwar erneut ordentlich ab und mancherorts gibt es einstellige Tiefsttemperaturen, so groß wie in den letzten Tagen dürften die Temperatursprünge dann allerdings nicht mehr werden."

+++ Noch immer extrem hohe Waldbrandgefahr +++


Die Waldbrandgefahrenindex des DWD zeigt, dass in weiten Teilen Deutschlands noch immer extrem hohe Feuergefahr herrscht.

Der DWD warnt vor hoher Waldbrandgefahr
DWDDer DWD warnt vor hoher Waldbrandgefahr

Video: Menschen fliehen vor Flächenbrand in Deutschland

+++ Hitze-Sommer lässt Gletscher noch schneller schmelzen +++


„Es gibt schon Anzeichen, dass der Sommer sehr schmelzintensiv war“, sagte der Schweizer Glaziologe Andreas Bauder der Deutschen Presse-Agentur. „Viele Gletscher sind in den vergangenen Monaten bereits komplett ausgeapert.“ Das bedeutet, dass der Winterschnee auf der gesamten Gletscherfläche wegtaute.

+++ So wird das Wetter von Dienstag bis Sonntag +++


Am Dienstag im Norden wechselnd, teils stark bewölkt, aber kaum Regen. Von der Mitte bis in den Süden häufig sonnig und trocken. In der Nordhälfte 20 bis 25 Grad, weiter nach Süden 24 bis 29 Grad. Schwacher, zur Küste hin auch mäßiger Wind, zunächst verbreitet aus West, nachmittags im Süden aus nördlichen Richtungen. In der Nacht zum Mittwoch oft nur gering bewölkt, zum Morgen hin von Westen her hohe Wolkenfelder. Trocken. Tiefstwerte 17 bis 13 Grad auf den Nordseeinseln, sonst 13 bis 7 Grad.

Am Mittwoch in der Osthälfte sonnig und trocken. In der Westhälfte nur anfangs noch teils heiter, im weiteren Tagesverlauf von Westen aufkommende dichtere Bewölkung und nachfolgend Schauer und vor allem im Süden teils kräftige Gewitter. Am Abend sich bis zur Mitte ausbreitend. Maximal 22 Grad an der Grenze zu Dänemark, sonst 25 bis 31 Grad. Abseits von Gewittern oft nur schwacher Wind aus Süd bis West.

Kräftige Gewitter

In der Nacht zum Donnerstag über die Mitte bis in die Osthälfte Deutschlands ausgreifende Schauer und teils kräftige Gewitter. Im äußersten Osten noch länger trocken. Im Westen zum Teil wieder Auflockerungen. Abkühlung auf 17 bis 10 Grad.

Am Donnerstag wechselnd bis stark bewölkt und gebietsweise Schauer oder Gewitter, im Südosten auch kräftig. Höchstwerte 19 Grad an der See bis 26 Grad im Osten. Schwacher bis mäßiger Westwind, an der Nordsee und bei Schauern oder Gewittern starke Böen.

Wieder Temperaturrückgang

In der Nacht zum Freitag außer am Alpenrand nachlassende Schauer oder Gewitter. Gebietsweise Auflockerungen. Stellenweise Nebel. Temperaturrückgang auf 15 bis 8 Grad.

Dann wieder 27 Grad

Am Freitag vielerorts heiter. Im Südosten und an der See örtlich Schauer oder Gewitter, im Süden lokal auch kräftig. Erwärmung auf 20 bis 27 Grad. Schwacher bis mäßiger, an der See in Böen frischer Wind um West.

In der Nacht zum Samstag im Nordwesten sowie am Alpenrand örtlich etwas Regen. Sonst meist nur locker bewölkt und trocken. Tiefsttemperaturen 16 bis 8 Grad. Am Samstag zeitweise Sonnenschein, aber auch einige Wolken. Insbesondere im Nordwesten und Südosten Schauer- und Gewitterneigung. Höchstwerte 19 bis 26 Grad. Schwacher bis mäßiger West- bis Südwestwind.

Im Süden mehr Sonne

In der Nacht zum Sonntag noch vereinzelt Schauer, anfangs auch Gewitter. Vielfach jedoch trocken mit größeren Auflockerungen. Tiefstwerte 16 bis 9 Grad. Am Sonntag im Norden vereinzelt etwas Regen. Weiter nach Süden meist länger Sonnenschein und trocken. Höchsttemperaturen 20 bis 27 Grad. Schwacher bis mäßiger Südwestwind.
In der Nacht zum Montag gering bewölkt oder klar und trocken. Tiefsttemperaturen 16 bis 11 Grad.

+++ Die Wetterlage am Montagvormittag +++


Das Wetter am Montagvormittag
Das Wetter am Montagvormittag

+++ Die Warnlage am Montag, 27. August +++


Im Westen und Norden erwartet der DWD steife Windböen um 55 km/h. An der Nordsee und auf einigen Bergen stürmische Böen, auf dem Brocken Sturmböen. Im Nordosten kurze Gewitter möglich.

Die Kaltfront eines von Schottland in Richtung Südnorwegen ziehenden Tiefs überquert unter Abschwächung weite Teile Deutschlands ostwärts.

WIND:


Heute im Westen und Norden einzelne steife Böen aus Südwest, später West (7 Bft, um 55 km/h). An der Nordsee und auf einigen Gipfeln der nördlichen bzw. östlichen Mittelgebirge auch stürmische Böen (8 Bft, um 70 km/h), auf dem Brocken Sturm- oder gar schwere Sturmböen (Bft 9 bis 10, bis 100 km/h). Abends und nachts wieder abnehmender Wind, zuletzt in der zweiten Nachthälfte entlang der vorpommerschen Ostseeküste.

GEWITTER:


Im äußersten Norden und Nordosten, am ehesten in Schleswig-Holstein und in Mecklenburg-Vorpommern, ab den Mittagsstunden bis zum Abend einzelne kurze Gewitter mit stürmischen Böen.