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Extrem-Sommer 2018 in Deutschland - Ist das schon der Klimawandel?

News Team
Beitrag von News Team

Der Sommer begann 2018 im April und hält bislang bis in den September an. Aber ist diese extreme Wetterlage bereits eine Auswirkung des Klimawandels?

Im Video: Ist der Klimawandel schuld an der Hitze- und Dürrewelle?

Diese Frage stellen sich dieses Jahr viele Menschen in Deutschland. Nicht nur, das ein Hitzerkord nach dem anderen geknackt wird, nein, es ist auch noch viel zu trocken. Durch die anhaltende Dürre sinken die Wasseroberflächen von Flüssen und Seen, dass geflutete Dörfer und sogenannte "Hungersteine" wieder auftauchen.

Ist der Klimawandel schuld?

Schuld daran ist eine sogenannte Blockade-Lade, in der sich ein Hochdruckgebiet über Europa breit gemacht hat und verhindert, dass feuchte und kühle Atlantikluft nach Deutschland kommen kann. Stattdessen ist der Sommer geprägt vom kontinentalen Klima im Osten, aus dem trockene und warme Luft zu uns kommt.

Nach einer Theorie könnte für diese blockierende Wetterlage, wie sie in den vergangenen Jahrzehnten immer wieder vorkamen, tatsächlich die Erderwärmung verantwortlich sein. Weil sich vor allem der Nordpol verhältnismäßig schnell erwärmt und das Eis abschmelzt, sind die Temperaturunterschiede zwischen Äquator und Nordpol weniger stark ausgeprägt. Dadurch ist auch das Wetter weniger dynamisch.

Jetstream-Bewegungen
gemeinfreiJetstream-Bewegungen

Bisher wanderte die warme Luft aus den Tropen in Richtung kalter Luft in der Polarregion. Durch die Rotation der Erde entsteht der sogenannte Jetstream um die Nordhalbkugel, der durch seine Bewegung für Abwechslung beim Wetter sorgt. Eine Verringerung der Temperaturunterschiede macht dieses Geschehen träger, so dass sich blockierende Wetterlagen bilden können. So weit die Theorie.

Alles nicht so einfach

So schön und einleuchtend diese Theorie auch ist, sie hat einen Haken: die Temperaturen in größerer Höhe, die für den Jetstream relevant sind, werden kaum berücksichtigt. Und dort werden die Temperaturgefälle sogar größer, wie Messdaten zeigen. Außerdem gab es auch früher schon blockierende Wetterlagen, die sogar weitaus schlimmer waren, wie etwa das berüchtigte Dürrejahr 1540. Damals war fast elf Monate lang fast kein Regen gefallen.

Die Antwort ist also nicht so einfach. Getroffen werden kann sie nur von der "attribution science", also der Wissenschaft, die Wetterphänomene auf bestimmte Ursachen zurückführen kann. Dazu braucht es eine Unmenge Messdaten und Zeit.

Gur möglich, dass wir mit einer Antwort auf den nächsten Jahrhundert-Sommer warten müssen.

Jetstream auf der Nordhalbkugel
gemeinfreiJetstream auf der Nordhalbkugel