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Unwetter und Hochwasser in Italien: Familien ertrinken im eigenen Haus - Weiter kein Ende in Sicht

News Team
Beitrag von News Team

Schwere Unwetter halten seit über eine Woche Italien in Atem. Mindestens 30 Menschen kamen bereits ums Leben. Und es ist keine Entspannung in Sicht. Auch für das Wochenende erwartet Meteorologen wieder neue Unwetter. Die Behörden sprechen von "einer der komplexesten Wetterlagen der vergangenen 60 Jahre". Alle Entwicklungen hier im Italien-Ticker.

+++ Sonntag, 4. November: Tief Xena wütet weiter - Schlammlawinen und Hochwasser erwartet +++

Es ist einfach kein Ende in Sicht. Laut "wetter.de" wütet Tief Xena auch in der Nacht zum Montag in Italien. Diesmal hauptsächlich im Nordwesten. Bis zu 250 Liter Regen pro Quadratmeter werden dort erwartet. Weil der Boden bereits völlig aufgeweicht ist, werden erneut Schlammlawinen und Überschwemmungen erwartet.

+++ Sonntag, 4. November: Hochwasser auf Sizilien - Familien ertrinken im eigenen Haus +++

Bei Überschwemmungen auf Sizilien sind am Samstag zehn Menschen ums Leben gekommen. Die meisten stammten aus zwei Familien. Drei der Opfer sind Kinder (1, 3 und 15 Jahre).


Der Rettungsdienst fand alle zehn Leichen in einem Haus in Casteldaccia in der Nähe von Palermo. Die beiden Familien hatten sich offenbar getroffen, um den Abend gemeinsam zu verbringen. Laut der italienischen Zeitung "Il Messaggero" ertranken sie in den eigenen vier Wänden.
Der Ort des Unglücks



Ein kleiner Fluss unweit des Hauses war über die Ufer getreten und ins Haus geströmt. Der Wasserpegel erreicht dabei schnell die Zimmerdecke, die Familien waren gefangen. Drei Familienmitglieder konnten sich Medienberichten zufolge retten, einer kletterte auf einen Baum. Bürgermeister Giovanni Di Giacinto sprach von einer "großen Tragödie".

Zudem wurde ein Mann tot in seinem Auto gefunden. Damit stieg die Zahl der Todesopfer der dramatischen Unwetter in Italien auf mindestens 30. Und noch immer werden zwei Menschen vermisst.

+++ Sonntag, 4. November: 50 Familien in Agrigent evakuiert +++

Die sizilianischen Stadt Agrigent wurde am Wochenende durch die anhaltenden Unwetter derart überflutet, dass Menschen auf die Dächer flüchteten. 50 Familien mussten laut "Giornale di Sicilia" evakuiert werden.


+++ Samstag, 3. November: Deutsche Touristin bei Trekking-Tour von Blitz erschlagen +++

Eine 62-jährige Deutsche ist am Freitag auf der zu Sardinien gehörenden Insel San Pietro vom Blitz erschlagen worden. Wie die Behörden der Deutschen Presse Agentur mitteilten, ereignete sich das Unglück bereits am Freitag. Die Frau, ihr Mann und ihr Sohn seien bei gutem Wetter zu einer Trekking-Tour aufgebrochen. Als ein Gewitter aufzog, machten sie sich auf den Weg zurück zum Auto. Dabei wurde die Frau vom Blitz getroffen und flog meterweit durch die Luft.


+++ Samstag, 3. November: Städte und Dörfer nach Erdrutsch abgeschnitten +++

Nach einem Erdrutsch nahe Belluno (Venetien) wurden am Freitag einige Städte und Dörfer von der Außenwelt abgeschnitten - sie sind seit Tagen ohne Strom und Trinkwasser. Die Landstraße 203 zwischen Cencenighe und Agordo wurde komplett blockiert. "Wir sind auf unseren Knien. Wir haben bereits veranlasst, dass alle Schule geschlossen werden", sagte Gouverneur Luca Zaia der italienischen Nachrichtenagentur Ansa.

Zivilschutz-Chef Angelo Borelli sprach laut der "Tiroler Tageszeitung" von einer "apokalyptischen Situation". "Ganz Italien hat unter den Unwettern gelitten, doch im Raum von Belluno ist die Lage besonders schlimm."




Katastrophen-Alarm auch auf Sizilien. In der Hafenstadt Sciacca herrscht nach einem Tornado "Land unter".



+++ Donnerstag, 1. November: Region Venetien: "Wie nach einem Erdbeben" - 160.000 Menschen ohne Strom +++

Bei einem schweren Sturm am Donnerstag in der nordöstlichen Region Venetien sind laut "Welt" Hunderte Bäume entwurzelt worden. "Es ist wie nach einem Erdbeben", wird Gouverneur der Region, Luca Zaia, zitiert. Teile der Dolomiten gleichen einer Landschaft "wie auf dem Mond". 160.000 Menschen seien derzeit ohne Strom.

+++ Mittwoch, 31. Oktober: Jahrhundert-Unwetter in Italien: Markusplatz in Venedig unter Wasser +++

Die Lagunenstadt Venedig erlebt derzeit ein fast historisches Hochwasser. Am Montag (29. Oktober) und Dienstag (30. Oktober) stand der Pegel auf dem berühmten Markusplatz bei 1,56 Meter. Damit wurde Rekord aus dem Jahr 1986 nur um zwei Zentimeter verfehlt. Laut Medienberichten stand drei Viertel der Altstadt unter Wasser.

Bürgermeister Luigi Brugnaro begab sich in die Fluten wies einem Video auf das geplante System von Unterwasserbarrieren hin, das derartige Überschwemmungen verhindern soll. Obwohl diese Schutz-Einrichtung längst fertig gestellt sein sollte, wurde es laut "Welt" wegen Kostenüberschreitungen und Korruption bislang nicht in Betrieb genommen.




+++ Dienstag, 30. Oktober: 10 Meter Hohe Wellen - Yachthafen bei Genua zerstört +++

Schwere Unwetter mit zehn Meter hohen Wellen haben am Montag bei Rapallo (Ligurien), 30 km südöstliche von Genua, einen Yachthafen verwüstet. Rund die Hälfte der 390 Yachten im Hafen seien laut der italienischen Zeitung "Corriere della Sera" völlig zerstört worden. Die Badeortschaft Portofino wurde komplett isoliert. Die Häfen in Genua sowie der Flughafen mussten geschlossen werden.



+++ Montag, 29. Oktober: Unwetter-Warnung in Italien - Höchste Alarmstufe ausgerufen +++

Wegen heftiger Regenfälle und Unwettern hat der Zivilschutz für Südtirol die höchste Alarmstufe ausgerufen. Warnungen wurden auch für die Regionen Ligurien, Venetien, Trient, Friaul, die Lombardei sowie die Abruzzen und für Sizilien ausgegeben. Vielerorts blieben die Schulen geschlossen, Flüsse traten über die Ufer und überschwemmten Straßen. Die Feuerwehr meldete laut "BR24" in der Nacht zum Montag hunderte Unwettereinsätze.

Bereits am Sonntagabend sorgte ein Murenabgang am Brenner für Chaos. Die Autobahn wurde am Montag zwischen Brenner-Pass und Sterzing erneut zeitweise gesperrt. Es bildeten sich lange Staus. Eine Schlammlawine hatte die Autobahn verschüttet und mehrere Autos erfasst. Zum Glück wurde niemand schwer verletzt.