Ufos im Anflug? In jedem Fall: Eine beeindruckendes Naturschauspiel sind die ...
Ufos im Anflug? In jedem Fall: Eine beeindruckendes Naturschauspiel sind die übereinander gestapelten"Linsenwolken"Foto-Quelle: Deutscher Wetterdienst/ J. Fruntke

Warum ihr JETZT besonders viele Ufos am Himmel seht

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Könnte gut sein, dass am heutigen Freitagnachmittag (23. November) wieder einige Anrufe bei den Polizeidienststellen im Land eingehen werden. Von Menschen, die eine merkwürdige Beobachtung melden wollen: Ufos am Himmel.

Denn in einigen Teilen Deutschlands bietet das Wetter ab Freitagmittag die besten Voraussetzungen für eine ganz besondere Erscheinung. Bei der man tatsächlich meinen könnte, dass Außerirdische im Anflug seien.

Doch um unbekannte Flugobjekte (Abkürzung: Ufo) handelt es sich nicht. Dafür um ein beeindruckendes Naturschauspiel.

Dahinter steckt eine wissenschaftliche Erklärung

Die Erscheinung hat einen Namen: Altocumulus lenticularis. Was geheimnisvoll klingt. Doch dahinter steckt - eine wissenschaftliche Erklärung. Altocumulus lenticularis - so nennen Meteorologen eine besondere Wolkenformation, die wegen ihres Aussehens auch als "Linsenwolken" bezeichnet werden.

Dabei stapeln sich mehrere linsenförmige Wolken übereinander. Ähnlich den Ringen eines Ufos. Doch "das sind ganz harmlose Wolken und einfach hübsch anzusehen", sagt Julia Fruntke vom Deutschen Wetterdienst (DWD).

Einen Tag lang sind die Wolken besonders gut zu sehen

Gerade jetzt dürften Himmelsbeobachter Glück haben: Gut einen Tag lang - von Freitag- bis Samstagmittag - könnten vermehrt Ufo-förmige Wolken auftreten. In den Alpen, aber auch in den Mittelgebirgen und in Norddeutschland seien sie vermutlich "hin und wieder zu sehen", so die Meteorologin.

Damit sich dieses Naturschauspiel entwickeln kann, sind ein paar Voraussetzungen vonnöten, erklärt die Diplom-Meteorologin. Benötigt werden: Ein Berg oder Gebirge. Ein starker Höhenwind, der frontal darauf stößt. Eine stabil geschichtete Atmosphäre. "Stabil geschichtet bedeutet, dass ein vertikal ausgelenktes Luftteilchen wieder zu seinem Ausgangspunkt zurückkehrt und nicht ungehindert aufsteigt", erklärt die DWD-Meteorologin Julia Fruntke.

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Um über das Gebirge zu strömen, werde die Luft zum Aufsteigen gezwungen. "Doch wegen der stabilen Schichtung endet die Luftströmung in einer Wellenbewegung auf windabgewandten Seite des Gebirges", so Fruntke. Es bildet sich eine Schwerewelle.

Weil die Luft beim Aufsteigen abkühle, kondensiere der Wasserdampf in der Luft - so entsteht eine Wolke im Wellenberg - eine Altocumulus lenticularis. Wie Linsen stapeln sich diese Wolken auf der windabgewandten Seite eines Gebirges oder legen sich wie glatte Tücher über die Bergkämme.

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Die Wolke löst sich auf, wenn die Luft absinkt und sich dabei erwärmt. "Doch die Wellenbewegung hört hinter dem Gebirgskamm nicht auf", erklärt DWD-Meteorologin Julia Fruntke. Es gibt weitere Wellenberge, weitere Linsenwolken und Wellentäler ohne Wolken.

Hier können sich Linsenwolken bilden

Das Naturschauspiel gibt es übrigens nicht nur im gebirgigen Süddeutschland. "Selbst im Flachland sind Altocumuli lenticularis häufig zu sehen", sagt Julia Fruntke. Vor allem, wenn eine stabile Kaltfront aufziehe, liegen demnach verschiedene Luftschichten übereinander. Wo sie aneinander grenzen, können sich Linsenwolken bilden.

Das ist nach Ansicht der Experten des Deutschen Wetterdienstes am heutigen Freitagnachmittag der Fall.

Wer Ausschau nach der beeindruckenden Wolkenformation halten will, sollte sich jedoch beeilen. Ac len, so die Kurzform von Altocumuli lenticularis, bewegen sich zwar nicht und rühren sich mehrere Stunden nicht vom Fleck. Doch länger als einen Tag bleiben sie selten.